P.o.V Jeongin
Ich saß auf einem dieser unbequemen Sitze auf der Polizeistation, darauf wartend, dass sie gemeinsam mit ihm hier einmarschierten.
Ja, ich war zur Polizei gegangen. Sie hatten schon oft versucht, ihn festzunehmen, aber mittlerweile trauten sie sich nicht mehr. Aber, als ich ihnen erzählt hatte, dass er mich nicht verletzt hatte und er sehr geschwächt war, hatten sie Zuversicht, dass sie es dieses Mal schaffen könnten. Sie gaben außerdem meinen Eltern Bescheid, aber die brauchten noch eine Weile, bis sie hier waren.
Ein wenig Angst hatte ich schon, nur wusste ich nicht genau wovor. Ihn wieder zu sehen, oder ihn nie wieder zu sehen. An einem ganz bestimmten Punkt dachte ich, dass er vielleicht sogar gerettet werden könnte, aber letztendlich war er doch nur ein herzloses Monster.
Mir fiel plötzlich das Buch ein. Ich hatte bevor ich weggerannt war ein Buch mitgenommen. Es war schwarz, hatte einen Ledereinband und auf der Vorderseite stand in goldenen Buchstaben per Hand darauf geschrieben: „Who is in control?".
Was soll das denn bedeuten? Seltsam.
Langsam öffnete ich es. Es war alles per Hand geschrieben. Mit einer, nebenbei bemerkt, sehr schönen Schrift. So wie es aussah, war es eine Art Tagebuch. Ich las:
„Tag 1
Ich habe Angst. Keine Ahnung was jetzt passieren wird. Alleine in diesem riesigen Haus. Und ich weiß nichts. Weder über mich, noch über das was jetzt kommen wird. Eine Sache weiß ich: ich will nie wieder jemanden verletzten müssen."
So etwas hatte er nie gesagt. Meinte er das ernst, was er hier aufgeschrieben hatte?
„Tag 2
Ich bin allein. Ich war immer allein, aber trotzdem waren doch jeden Tag Menschen um mich herum. Und jetzt sind sie es nicht mehr.
Ich blätterte einige Seiten weiter.
"Tag 127
125 Tage sind vergangen ohne, dass etwas passiert ist. Ich bin zusammen gebrochen, aber warum? Wie kann ich überhaupt noch leben?
Ich würde gerne schreien. Da draußen auf der Wiese liegt der leblose Körper eines kleinen Jungen. Ich kann nichts dagegen tun. Und diese Schuldgefühle, dieser Selbsthass, sie fressen mich langsam auf. So, wie dieses verfluchte Etwas in meinem Herz."
Ich blätterte ein weiteres Stück vor.
„Tag 18.052
Jeder Tag ist gleich. So viel Zeit ist vergangen. So viele Jahre. Meine Gedanken sind leer. Meine Gefühle sind verschwunden. Die Welt verändert sich, ich bleibe gleich. Wie sieht es da draußen wohl aus?"
„Tag 21.204
Der Junge ist jetzt schon zwei Wochen hier. Er hat Angst, verständlich. Aber das braucht er nicht. Aus irgendeinem Grund kann ich ihn nicht verletzten. Ich wollte noch nie einem Menschen etwas tun, aber trotzdem hat mein Körper es jedes mal geschafft mich dazu zu bringen. Aber bei ihm ist es anders. Ich will ihm nichts tun, und ich tu es auch nicht. Selbst wenn ich wollte, ich könnte ihn nicht verletzten. Immer wieder versuche ich nett zu sein, aber das geht dann doch nicht. Ich denke, was ich sagen möchte, aber ich sage dann etwas anderes."
„Tag 21.205
Ich merke, dass er hier raus möchte. Aber kann ich ihn einfach gehen lassen? Kann ich ihm vertrauen? Er hasst mich wahrscheinlich, mit Recht. Er würde mich verraten. Er weiß, dass ich geschwächt bin. Er würde dies ausnutzen. Vielleicht ist das hier, dass er hier ist, nicht meine Chance auf Rettung, sondern die Chance der Menschen auf ein Monster freies Leben. Ich habe Angst."
Nach den letzten Sätzen fing ich an, mich schlecht zu fühlen. Er hatte Angst, verständlich. Diese ganzen Jahre war er allein, lebte als das gefürchtete und gehasste Monster. Aber er hat sich sein Schicksal nicht ausgesucht. Er wollte das alles nie.
Dann endlich hatte er Hoffnung auf Rettung, und ich habe das alles zerstört.
Toll gemacht!
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who is in control? ♱ Jeongchan
Fanfiction"Tag 1 Ich habe Angst. Keine Ahnung was jetzt passieren wird. Alleine in diesem riesigen Haus. Und ich weiß nichts. Weder über mich, noch über das was jetzt kommen wird. Eine Sache weiß ich: ich will nie wieder jemanden verletzten müssen." So etwas...
