Kapitel 22.

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Yoongi POV.

Weinend lasse ich mich mit dem Rücken an der Badezimmertüre heruntergleiten. Meinen Kopf auf den Knien gesenkt,fahre ich mir mit den Händen in die weichen schwarzen Haare und ziehe leicht dran.

Ich bin halt nur ein Spenderbaby. Ein Kind,das lebt um dem Geschwisterchen das Leben zu ermöglichen. Ein Kind,dass den Eltern ihren Sohn rettet.

Immer mehr der salzigen Flüssigkeit rinnt über meine Wangen und verursacht ein unangenehmes Brennen auf der,durch das Weinen,vollkommen überreizten Haut.

Wäre es genauso gelaufen,wenn ich älter wäre als Tam?
Hätten meine Eltern sein Leben genauso zerstört wie meins? Oder hätten sie überhaupt kein Spenderbaby gewollt,weil ich ja nur Yoongi bin und nicht Tam?
Habe ich überhaupt das Recht dazu über meine Eltern zu urteilen? Denn meine Mutter hat doch eigentlich Recht damit,dass sie mir alles geben,was man zum Leben braucht. Andererseits nehmen sie mir aber auch alles,was man psychisch zum Überleben brauch,denn kein Mensch kann ohne Liebe,Wärme und Geborgenheit glücklich sein.
Sollte ich nicht wirklich lieber mehr auf meinen Körper achten? Sonst bin ich nachher noch völlig nutzlos....

Ich habe keine Kraft mehr aufrecht zu sitzen,weshalb ich zu Seite kippe und mit dem Kopf auf den Boden aufschlage. Selbst der Schmerz,der jetzt von meiner Schläfe ausgeht,ist nichts gegen dieses Durcheinander in meinem Kopf.

Was soll ich nur machen?
Wer kann mir jetzt noch helfen?
Namjoon?
Jimin?
Oder doch meine Oma?

Vorsichtig greife ich nach meine Handy,damit ich jemanden anrufen kann,der mir vielleicht helfen kann,doch mein Blick bleibt auf einem kleinen Gegenstand,unter dem Waschbeckenschränkchen, hängen. Ich recke mich nach dem schimmernden Etwas,aber ohne,dass ich meine Position verändere,werde ich das Dingen wohl kaum erreichen können.

Nachdem ich mich wieder aufgesetzt habe,greife ich nach dem Gegenstand,welcher sich als unbenutzte Rasierklinge herausstellt. Die wird wohl meinem Vater abhanden gekommen sein....

Vorsichtig lasse ich die scharfe Klinge zwischen meinen Fingern kreisen.

Soll ich?
Oder soll ich es doch lassen?

Immer wieder wäge ich die zwei Möglichkeiten ab und komme zu einem Entschluss.

Was soll's? Um mich wird sich sowieso niemand sorgen. Mich würde eh keiner vermissen,wenn ich doch zu tief schneide...

Schnell findet mein Ärmel seinen Weg über meinen Ellenbogen und mein zarte Haut kommt zum Vorschein. Mutig setzte ich das scharfe Objekt an meinem zierlichen Unterarm an,doch mir kommen Zweifel.

Ich darf das eigentlich nicht tun! Mein Körper muss unbeschadet bleiben...
Doch was kümmert es mich?
Vielleicht liegt es daran,was Jimin dann von mir denkt? Oder,ob er mich dann überhaupt noch mag?

Schnell schüttelt ich meinen Kopf und widme mich wieder meinem Unterarm,doch mein Blick rutscht nochmal in meine Armbeuge,denn genau dort liegt der Punkt,an dem meine Haut alles andere als weich und rein ist. Alles ist rau,fleckig und fast vollkommen zerstochen von den ganzen Nadeln,die schon in meinen Venen steckten.

Dieser Gedanke treibt mich weiter an und ich ziehe zögerlich das erste mal die Klinge durch die oberste Hautschicht. Winzig kleine Bluttropfen drücken sich aus der Wunde und stellen den länglichen Schnitt perfekt dar. Nach dem ersten Schnitt,fallen die Nächsten um einiges leichter und begeistert beobachte ich das blutrote Schauspiel.

Als wenn ich Blut geleckt hätte,werden die Schnitte tiefer und die Tränen mehr. Die Ritze in meinem Arm brennen wie Feuer,aber dennoch kann ich nicht aufhören.

Immer mehr der lebensnotwendigen Flüssigkeit quillt aus den Schnitten und das dunkle Rot läuft wie ein Faden über meinen Unterarm. Das Blutrot steht im perfekten Kontrast zu meiner makellosen weißen Haut und animiert mich noch tiefer zu schneiden. Wie in einem Rausch,fliegt die Rasierklinge über meine Haut und hinterlässt unzählige Verletzungen.

Eine kleine Menge meines Blutes bildet eine Pfütze am Boden und ich werde wieder Herr meiner Sinne. Erschrocken lasse ich die Klinge fallen und eile zum Waschbecken. Ich lasse das Wasser meine Wunden reinigen und versuche in dieser Zeit mir bewusst zu werden,was ich da eigentlich getan habe.

Was habe ich nur gemacht?
Ich will das doch eigentlich gar nicht!
Warum bin ich nur so schwach?
Hilf mir,Jimin...

Blitzschnell stelle ich das Wasser aus,werfe ein Handtuch auf die rote Pfütze und krame im Schrank nach einem Verband,den ich mir schlampig um den Unterarm schnüre. Das Blut wische ich noch schnell auf,verfrachte das Handtuch unter meinen Pulli und stürme,trotz des Protestes meiner Eomma,aus dem Haus.

Ängstlich flitze ich durch die Straßen,immer drauf bedacht,dass auch ja nichts von dem Blut zu sehen ist.

Vollkommen aus der Puste,halte ich an einen kleinen Haus ein,dass durch die schöne Farbe und den niedlichen Garten zum Einhalten einlädt. Schnell husche ich zur Türe,betätige die Klingel und keine zehn Sekunden später öffnet mir ein ältere Mann die Tür,der mich sofort besorgt ins Haus reinzieht.

"Yoongi,was ist den nur passiert? Du bist noch blasser als sonst und du siehst so fertig aus",fragt mein Opa besorgt und,durch den Lärm angelockt,betritt auch eine liebe Frau den geräumigen Flur. Als meine Oma mich erblickt,eilt sie zu mir und zieht mich mit ins Wohnzimmer. Dort setzt sie mich auf die Couch und meine Großeltern mustern mich besorgt.

Zögerlich ziehe ich das völlig verblutete Handtuch unter meinem Pullover hervor und lasse es vor mir auf den hellen Laminat fallen.

Erschrocken ziehen die Beiden die Luft ein und meiner Oma ruft:"Was hast du gemacht? Sag mir bitte nicht,dass du Tam verletzt hast,weil du es nicht mehr aushalten kannst"

Verneinend schüttel ich den Kopf und entferne auch noch den Ärmel und den Verband von meinem Arm. Sanft streiche ich über die Wunden und flüstere zaghaft:"Ich würde niemals jemandem weh tun,abgesehen von mir selbst"

Schnell stürzt meine Oma ins Bad und danach zu mir,um sich um meine Schittverletzungen zu kümmern. Das Desinfektionsmittel hinterlässt stechende Schmerzen und ich zische wimmernd auf.

Danach verbindet sie meinen Arm und reicht mir einen Tee,den mein Opa mir zubereitet hat und deckt mich mit einer flauschigen Decke zu.

"Ich wollte das nicht... Mein Körper hat völlig von selbst gehandelt,weil ich die Worte nicht mehr ausgehalten habe. Mama hat mich so verletzt und mein ganzer Kopf ist nur voll mit diesen Hassgedanken...",wimmer ich und umkrampfe die Tasse mit der warmen Flüssigkeit.

"Mein Liebling,hör nicht auf das,was deine Mutter sagt. Du bist genauso wichtig wie Tam. Du bist nicht alleine. Es gibt Menschen die dich lieben,glaube mir,denn dein Opa und ich tuen es aus tiefstem Herzen",erklärt meine Oma und streicht mir beruhigend über den Rücken. Mein Opa sitzt jetzt auch neben mir und versucht mich ebenfalls durch Streicheleinheiten zu beruhigen.

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So nach der Verspätung des letzten Kapitels,ist das für heute auch endlich da.
Entschuldigt nochmal bitte die Verspätung 😓

Vielen Dank fürs Lesen ☺️

Health first!! ||YOONMIN ✔Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt