Kapitel 29.

341 33 11
                                        

Jimin POV.

Yoongis Mutter schaut mich nur vollkommen verwirrt an,doch in meinem Kopf rasen noch so viel Gedanken hin und her,dass ich nicht mehr weiß,wo Oben und Unten ist.

Wie kann man als Mutter nur so herzlos sein?

Sie ist doch seine Mutter...
Sie kann doch nicht einfach meinen,dass sie und ihr Mann die einzigen sind,die alles opfern und ein schweres Leben haben. Suga hat es doch so viel schwerer....

Als Yunai sich wieder fängt,brüllt sie:"Ich verbiete mir diesen Ton! Was ich zu meinem Kind sage,ist immer noch meine Entscheidung und wenn ich der Meinung bin,dass es so richtig ist,dann ist das so. Tam ist das erste Kind,das ich bekommen habe und als ich erfuhr,dass er todkrank ist,brach meine Welt zusammen. Mein erstes Kind würde sterben,wenn wir nichts tun und deshalb haben wir Yoongi zeugen lassen. Nur durch Yoongi kann ich meinen lieben Tam behalten und dafür liebe ich ihn unendlich doll! Aber ich kann nicht zulassen,dass mir jemals wieder jemand meinen Tam wegnimmt. Nur dafür muss Yoongi bleiben,dafür haben wir ihn doch ge/..."

Bevor die Frau auch nur aussprechen kann,unterbreche ich sie:"Halten Sie bloß die Klappe! Ich will gar nichts mehr hören. Für Sie ist Suga nur ein Objekt,dabei ist er doch der Mensch,der wirklich das aller Beste verdient hat,weil er so viel auf sich nimmt,nur um allen anderen Personen zu gefallen.
Verstehen Sie denn nicht? Ihr Sohn hat Angst vor Menschen und dazu auch noch,dass er irgendwann für alle nutzlos sein wird. Sie geben ihm das Gefühl nutzlos zu sein! Yoongi lässt sich für Tam jeden Tag,wirklich jeden Tag,erniedrigen und widerspricht nicht den Lügen,die jedes Mal die Runde machen,aber Sie sehen nur Tam.Das Yoongi zu Grunde geht,scheint Ihnen wirklich scheißegal zu sein!"

Verbittert lache ich auf. Ich kann einfach nicht glauben,was sich hier gerade abspielt. Das einzige woran ich immer wieder denken muss,ist Yoongi,der einfach nur leidet und diese eiskalte Mutter. Welcher Mensch kann es übers Herz bringen ihr eigenes Kind zu verstoßen?

Wieder will Frau Min ansetzten,um ihren Standpunkt zu verteidigen,aber ich kann mir das nicht weiter anhören. Nicht diese plumpen Aussagen....

Also schiebe ich die Mutter einfach unsanft vom Ausgang weg,schnappe mir die Sachen und verlasse mit Namjoon das Gebäude. Mich können jetzt keine tausend Pferde mehr dort halten. Das Einzige,das ich will,ist bei Suga zu sein und mich zu vergewissern,dass ihm nie wieder jemand so wehtun kann wie seine Familie es täglich tut.

Laut scheppernd schlage ich den Kofferraum zu,nachdem alle Sachen verstaut sind und setzte mich wieder zu dem schlafenden Jungen auf die Rückbank. Namjoon begibt sich auch schnell wieder auf seinen Platz und Jin startet das Auto,damit wir Yoongi an einen besseren Ort bringen können. Bei seinen Großeltern wird er wenigstens geliebt...

Schweigend lausche ich den leisen Klängen des Radios,die auch langsam aber sicher sie Ruhe zurück in meinen Körper bringen. Den Schwarhaarigen habe ich wieder in meine Arme gezogen und streiche sachte über seine weichen Haare. Ein Lächeln ziert sein Gesicht und dadurch wandern auch meine Mundwinkel wieder nach oben.

Wie schön sein Lächeln doch ist,obwohl er so viel Leid erfahren muss...

"Suga? Wie kommst du denn auf den Namen?",fragt Namjoon in die Stille hinein und versucht vermutlich nur mich wieder ruhiger zu stimmen. Oder es ist doch die Neugier. Da ich keine Gedanken lesen kann,werde ich es wohl nie erfahren,aber ich bin dankbar dafür,dass er diese beschissene Stimmung versucht aufzulockern.

Kurz lasse ich die vergangenen Stunden Revue passieren. Auch wenn es überwiegend eigentlich nur schlechte Dinge an diesem Tag gibt,sind Yoongis kleine Taten und Gesichtsausdrücke immer so voller Freude und Niedlichkeit,dass man gar nicht bemerkt,wie leer und kaputt sein Inneres zu sein vermag.

"Schau ihn dir doch einfach mal an. Er lächelt immer,egal wie viel Scheiße er erlebt. Er behält sein Lächeln und dann ist es auch immer noch so niedlich. Seine Stupsnase kräuselt sich leicht,seine kleinen süßen Zähnchen blitzen heraus und das Grinsen wird so breit,dass es bis zu den Ohren reicht. Ich habe wirklich noch nie etwas so verdammt putziges gesehen wie ihn. Auch nach der kurzen Zeit kann ich sagen,dass er sich naiv wie ein Kind verhält und trotzdem versucht wie ein Erwachsener zu handeln. Sein ganzes Auftreten ist einfach so unschuldig und süß,dass nichts besser passt als Suga!",erkläre ich und ein seelisches Lächeln liegt auf meinen Lippen.

Verträumt schaue ich mir jedes Deatil in dem wunderschönen Gesicht des Jüngeren an. Von seinen Augen,mit den schönen langen Wimpern,zu seinen Wangen,weiter zur niedlichen Stupsnase bis hin zu den rosa Lippen,bei denen mein Blick auch kleben bleibt. Wie diese nur ein kleines Stück geöffnet sind und die Zähne etwas sichtbar sein lassen,ist einfach so verlockend,dass ich wirklich kurz davor bin mit meinen Daumen zu testen,ob die Lippen auch wirklich so weich sind wie sie scheinen,doch zum Glück lässt Namjoon mich vorher noch aus meinen Gedanken schrecken:"Jetzt wo du es sagst. Natürlich ist mir aufgefallen,dass er absolut süß ist,aber dass dieser Spitzname wie die Faust aufs Auge passt,wird mir erst jetzt klar. Du bist wirklich ein Genie,Jimin!"

Naja ein Genie bin ich schon -ich weiß,Eigenlob stinkt- aber das hier ist einfach nur ein kleiner Kosename,den auch hätte jeder anderes geben können. Dafür muss man nicht überdurchschnittlich schlau sein,vor allem weil er jetzt wirklich nicht so einfallsreich ist. Aber egal,wenn Namjoon davon begeistert ist,will ich mich nicht beschweren.

"Aber naja,mal was anderes,ich glaube ich muss mich bei dir bedanken. Du hast ohne zu zögern gegen Yoongis Mutter gesprochen,obwohl du ihn nur drei Tage kennst,während ich,als sein bester Freund,einfach nur dastand und nichts gemacht habe",begründet der Jüngere sein Verhalten und schaut nach hinten zu mir und Yoongi um mir auch noch einen dankbaren Blick zu schenken.

Verächtlich schnaupe ich und grummel ihm entgegen:"Da brauchst du dich nicht bedanken. Die Zicke hat so eine Scheiße gequatscht,dass ich mich wirklich fast vergessen hätte. Sie sieht Suga als Objekt und das kann ich wirklich nicht tolerieren. Nein,nicht bei ihm!"

Die aufgekommene Wut löst sich auch schnell wieder in Luft auf als ich den Kleineren in meinen Armen einfach beim Schlafen beobachten kann.

Ich glaube ich habe die beste Methode gefunden,um mich zu beruhigen. Dafür brauche ich einfach nur einen kleinen Blick auf Yoongi und puufff,sind alle schlechten Emotionen wie weggeblasen.

Im vorderen Bereich des Autos kann man nur leises Gekicher vernehmen,was mich wirklich verwirrt. Ich meine,was ist jetzt bitte so lustig,dass ich das nicht verstanden habe?

Lachend mischt sich jetzt auch der Fahrer des Wagens ein:"Ja,Yoongi ist was ganz Besonders und du solltest dich wirklich geehrt fühlen,dass du so mit ihm umgehen darfst,denn das dürfen ja selbst Namjoon und ich nach jahrelanger Freundschaft nicht."

Stolz bin ich wirklich darauf,dass der Kleine mir schon soweit vertraut,auch wenn ich immer noch mit mir kämpfe,ob ich diese beschissene Wette weiter machen soll,oder ob ich sie aufgebe.

Für einige scheint es da nur eine klare Antwort zu geben,vor allem weil ich wirklich nicht mehr abgeneigt von dem schnuckeligen Jungen bin,aber auf der anderen Seite ist es auch mein Hobby anderen Menschen wehzutun und es ist nicht einfach irgendwas aufzugeben.

Ich meine,die Meisten würden ja auch nicht die Tanzschuhe oder den Fußballschuh an den Nagel hängen und genauso ist es auch bei meiner Freizeitbeschäftigung.

Ich glaube ich muss da wirklich mal gründlich drüber nachdenken....

~☆~☆~☆~☆~☆~☆~☆~☆~☆~☆~☆~☆~☆~☆~☆~☆~

Im nächsten Kapitel ist ein Drittel von allen Kapiteln erreicht,die ich bisher geschrieben habe~

Vielen Dank fürs Lesen☺️

Health first!! ||YOONMIN ✔Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt