43. Suga [Vergangenheit]

1.6K 72 3
                                        

Seitdem ich meinen einzigen Freund zu meiner Befriedigung missbraucht hatte, konnte ich ihm nicht mehr in die Augen sehen. Ich vermied es auf ihn zu treffen und besuchte ihn auch nicht mehr in seinem Palast. Mir war klar, dass das mehr als auffällig war, aber ich konnte nicht anders. Ich kam mit mir selbst nicht mehr klar.

Seit dem Tag kreisten meine Gedanken nur noch um den kleinen süßen Silberhaarigen. Ich konnte mich mit Aufträgen noch so zu hauen, der Kleine wollte mir nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Wenn ich an ihn dachte, begann mein Bauch zu kribbeln und mir wurde warm, wenn sein hübsches Gesicht vor meinen Augen auftauchte. Aber je mehr ich mich dagegen wehrte, desto präsenter wurde er. Ich konnte ihn einfach nicht vergessen und irgendwann musste ich mir eingestehen, dass er mir wohl doch wichtiger geworden war, als ich es je für möglich gehalten hatte.

Schon nach wenigen Tagen vermisste ich sein Lachen, sein Grinsen, seine Späße... Ich vermisste sein Kichern, wenn ich von den Idioten erzählte, um die ich mich kümmern musste, ich vermisste die Art, wie er keck mir antwortete und kontra gab. Ich vermisste einfach alles, was mit ihm zu tun hatte. Ich vermisste seine Nähe...

Es war nicht einfach mir einzugestehen, dass ich wohl doch mehr für Jimin empfand, was über die normale Freundschaft hinaus ging. Ich wollte ihn glücklich sehen, im alles zu Füße legen... Ich hatte mich tatsächlich Hals über Kopf in den Kleinen verknallt. Und ich hatte keine Ahnung, wie ich damit umgehen sollte.

Zumal war er ein Mann, wobei er in seiner Frauengestalt schon mit mir verheiratet wurde, aber im Innern war er dennoch ein Mann. Und die Gesellschaft tolerierte solche Beziehungen nicht. Außerdem wusste ich ja auch nicht wie er dazu steht, aber er war vor allem mein bester Freund! Ich hatte keine Ahnung was ich tun sollte. Ich war einfach nur überfordert mit der ganzen Sache...








Ich befand mich mal wieder im Norden des Landes, da ich einem verlaufenen Bergtroll hinterher sollte, um ihn Jimins Vater zu schicken. Die Seele von diesem war schon längst überfällig. Mit Leichtigkeit hatte ich den Troll aufgespürt und zur Strecke gebracht und verbrachte nun eine letzte Nacht in einem Gasthaus in der Nähe der Trollhöhle, bevor ich wieder nach Hause reiten wollte.

Gerade hatte ich mich auf mein Bett gelegt und die Augen geschlossen, als ein leises Zischen ertönte und es plötzlich nach Rauch roch.

Sofort fuhr ich hoch und packte meine Sense, um mich verteidigen zu können. Etwas irritiert sah ich zu dem kleinen roten Drachen, der auf dem Ende meines Bettes saß und mich nicht gerade freundlich musterte.

"Min Yoongi! Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen?", fauchte er mich wütend an. Ich konnte nur perplex zurück starren.

"Was... was meinst du?", stammelte ich unsicher. "Wa.. was tust du überhaupt hier, Leetuk?"

Der Drache schnaubte nur.

"Ich bin hier, um zu erfahren, warum du deinem besten Freund aus dem Weg gehst?! Was hast du dir dabei gedacht, mir nichts, dir nichts, einfach so, ohne ein einziges Wort zu verschwinden?", schrie er mich an.

"Was denkst du, wie es Jimin geht?!"

Schuldbewusst senkte ich meinen Blick und mir stiegen Tränen in die Augen. Die ganzen Schuldgefühle trafen mich erneut und fraßen sich in mich hinein. Ich verletzte ihn, nur weil ich so ein Idiot war und für ihn Gefühle entwickelt hatte, die nicht sein durften. Und bevor ich es verhindern konnte, entwich ein Schluchzen meiner Kehle.

Schnell presste ich meine Hand vor den Mund, damit mir keine weiteren Geräusche entkamen. Dafür liefen nun mir Tränen in Strömen über die Wangen.

Monster Hunter || BTSGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt