Später Tee und eine Zusage

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»Willst du drüber reden?«
Mary schüttelte ihren Kopf.
Nachdem ich am Mittwoch ihren besorgniserregenden Anruf erhielt, hatten wir nicht mehr die Gelegenheit gehabt erneut zu telefonieren. Dennoch hatte ich bereits mit meinen Eltern gesprochen, um Marys längeren Aufenthalt hier, mit ihnen abzusprechen.
Nun saßen wir zusammen auf der Couch im Wohnzimmer, meine Eltern waren schon schlafen gegangen, und versuchten Marys Stimmung irgendwie zu heben oder ihr zumindest auf irgendeine Art und Weise zu helfen. Wir hatten beide jeweils eine Tasse Lavendel-Tee vor uns stehen, der hoffentlich zumindest irgendeine beruhigende Wirkung auf sie hatte.
»Ich will dich wirklich zu nichts drängen, aber bitte friss auch nicht alles in dich rein.«
Meine Bedenken wurden bloß mit einem Seufzen beantwortet. Kurz war es still, bis Mary sich wohl einen Ruck gab, zumindest irgendetwas zusagen.
»Es ist doch sowieso immer wieder nur das Gleiche.« Natürlich- an sich wusste ich woher der plötzliche Wunsch kam, sofort von zuhause zu verschwinden. Marys Eltern waren ganz und gar nicht einfach und die ganze Situation allein war schon schwer auszuhalten, aber in so einem Zustand, wie vor zwei Tagen, hatte ich sie noch nie erlebt.
»Es klang nicht danach.«
Wieder wurde es ruhig. Die Stille füllte den gesamten Raum und hallte, ironischer Weise, unangenehm in meinen Ohren wieder. Für einen Moment glaubte ich die Rothaarige würde gar nichts mehr sagen, würde das Thema damit beenden, doch ich irrte mich.
»Sie haben sich nur wieder gestritten.«
Mary pausierte wieder in ihrer Erzählung.
»Über nichts wichtiges- aber sie sind schon wieder so laut geworden und die haben gar nicht mehr aufgehört sich zu streiten.
Weißt du wie es ist, wenn du nach Hause kommst und du kannst schon von draußen hören, wie sich deine Eltern gegenseitig anschreien? Und zuhause ist alles verwüstet, die eigene Mutter wirft mit Dingen durch die Gegend. Es kommt mir so dumm vor, aber in solchen Momentan habe ich eine solche Angst vor ihr-« sie stoppte wieder. Man merkte wie sie sich in Rage geredet hatte, und immer trauriger wurde. Etwas mit der Situation überfordert, legte ich ihr meine Hand auf die Schulter und hoffte auf eine beruhigende Wirkung.
Viel konnte ich für sie nicht tun, zumindest nicht mehr als jetzt.
»Es tut mir so leid was du durchmachen musst, aber vergiss nie: Du kannst jeder Zeit herkommen und hier auch länger bleiben und ich werde dir immer zuhören.«
Marry brauchte eine Weile, bevor sie lediglich nickte und ein Seufzen von sich gab, was ihre ganze momentane Verfassung deutlich machte. Das Mädchen war einfach nur fertig, fertig mit ihren Eltern und fertig mit dieser Welt. Ich würde nie nachvollziehen können, wie sie sich gerade fühlte.
»Danke Louis.« Murmelte sie und mit einem kleinen, etwas trostlosen Lächeln, lehnte sie sich an mich.

Wir verweilten so für eine Weile, bis mein Handy lautstark klingelte.
Mit einem genervten Blick kramte ich es hervor und ging dran.
»Louis- du willst wirklich nicht zu meiner Party kommen?« Quinns Stimme klang dumpf von der anderen Seite.
Das hatte mir ja gerade noch gefehlt.
»Das ist richtig- ich will nicht zu deiner Party kommen, Quinn." Kurz konnte ich eine Art tuscheln durch das Handy vernehmen, bis sich der andere räusperte.
»Aber es wird bestimmt super lustig und Eli und Alex würden sich bestimmt freuen!«
Was hatten sie alle mit dieser Party?
»Quinn, ich hab da echt keine Lust drauf, sorry! Und eigentlich hab ich jetzt auch grad keine Zeit.«
Ich wollte das Gespräch so schnell wie möglich beenden, ich fühlte mich sowieso schon unhöflich überhaupt erst den Anruf beantwortet zuhaben, währen Marry hier war und sich so fühlte, wie sie es nun mal gerade tat.
»Na gut.« Quinns Stimme klang enttäuscht.
»Aber überleg es dir Dohle. Würde dich vermissen, wenn du nicht auftauchst.« Und damit hatte er aufgelegt.
'Er würde mich vermissen' eine komische Art das Ganze zu formulieren, doch lange konnte ich darüber nicht nachdenken.

»Eine Party? Von Quinn? Und du willst nicht hin? Louis du musst hin!« Marry sah mich begeistert an, bevor ihre Augen scheinbar noch weiter wuchsen .
»Wir müssen zusammen dahin!« Wobei die Betonung auf dem 'Wir' lag. Das Mädchen griff nach meinen beiden Händen, um diese enthusiastisch hin und her zu schütteln.
»Das wird super! Können wir bitte zusammen hingehen? Ich kann wirklich eine Ablenkungen gebrauchen und diese Party klingt genau richtig!« Mit einem leisen Seufzen musterte ich ihr Gesicht. Sie hatte recht- sie konnte wirklich eine Ablenkungen gebrauchen und was würde besser passen, als ein vollgestopfter Abend mit vielen Leuten, permanenter Beschallung durch die immer gleichen Pop-Songs und gutem Essen plus Getränken.
Ich brauche eine Sekunde, doch dann nicke ich. »Okay, dann werden wir wohl zu dieser Party gehen.« Marrys Augen strahlten förmlich und allein das war es schon wert. Mit einer reibungslosen Bewegung zog ich mein Handy aus meiner Hosentasche, um Eli zuschreiben.
"Werde wahrscheinlich doch auf der Party auftauchen." und damit schaltete ich den Flugmodus meines Handys ein und warf es zur Seite.

A/N:
Hab wieder die Existenz dieser Story verdrängt- oops
Jaja- Louis und Marry gehen jetzt wohl dochbauf die Party
Btw ist es spät und ich hab nicht drüber gelesen, also Schreibfehler garantiert, aber ich dachte, wenn ich jetzt nicht schreiben, dann werde ich es nie tun also lets go

Fuck you, Idiot Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt