Ein lautes, tosendes, Ringen, einer Glocke, ließ mich hochschrecken.
Verwirrt sah ich mich um und bemerkte, dass ich nicht im Unterricht saß oder sonst wo, sondern auf der selben Bank, auf der ich mich in der Pause hatte nieder gelassen.
Also war ich eingeschlafen...
Und diese Idioten hatten mich nicht geweckt, oder wahrscheinlich hatten sie einfach vergessen, dass ich da war.
»Wenn ich die in die Finger krieg«
grummelte ich leise vor mich hin, schnappte mir meinen Rucksack und rappelte mich auf.
In dem Innenhof, in welchem ich mich befand, schlenderten nur ein paar Zwölftklässler und mein Blick fiel auf die große Uhr, welche über dem Eingang zum Innenhof hing.
Ich hatte drei ganze Schulstunden durch geschlafen und war jetzt noch müder, als zuvor, na danke.
In meiner eigenen Wahrnehmung, wie ein Zombie, trottete ich durch die, nun ziemlich leeren Schulflure, hin zum Ausgang.
Ich wollte einfach nur noch nach Hause, aber natürlich wurde mir das nicht verwehrt
»Hey Dohle«
kam es links von mir gerufen, als ich aus dem
Hauptgebäude trat. An einer Wand lehnte Quinn, mal ohne die anderen Idioten.
»Hölle nein« murmelte ich zu mir selbst und ging einfach schnell weiter, ich brauchte nicht noch extra mehr Zeit mit ihm
zu verbringen, seien es auch bloß ein paar Minuten.
Es dauerte allerdings nicht lange, da lief Quinn schon neben mir und erneut versuchte ich meine Schritte zu beschleunigen, was irgendwie nicht ganz so hinhaute.
»Versuchst du mich gerade abzuhängen?«
lachte der Braunhaarige leise und sah schief grinsend zu mir.
Ich, schon relativ außer Atem, sah ihn mit Todesblicken an. Was konnte ich denn dafür, wenn seine Beine gefühlt doppelt so lang waren und er Sportler war?!
»Quatsch mich einfach nicht an« meinte ich genervt und was tat Quinn? Erneut lachen
»Hey, ich wollt' mich doch nur dafür entschuldigen, dass wir dich da sitzen gelassen haben.« fing er an und skeptisch und auch verwundert hob ich eine Augenbraue. Entschuldigen? Er? Ich kannte ihn zwar nicht so gut, aber sich entschuldigen, hatte ich ihn noch nie gehört.
»Mhm« kam es nur skeptisch und immer noch genervt von mir.
»Na komm, jetzt sei doch nicht so«
Der größere legte, während des Laufens, kumpelhaft einen Arm um mich, den ich innerhalb ein paar Sekunden wegschlug.
»Entschuldigung akzeptiert und jetzt lass mich einfach verdammt nochmal in ruhe«
Damit lief ich weiter und Quinn hörte auf mich zu verfolgen.
Na endlich.
Doch als ich schon um die Ecke verschwinden wollte, ertönte noch ein
»Bis morgen Dohle«
und sein dummes Grinsen war herauszuhören.
Irgendwann Quinn... irgendwann schlag ich dir dieses Grinsen aus deinem Gesicht...
mit einem Stuhl!
An einer Straßenlaterne, hinter besagter Ecke, hatte ich mein Fahrrad festgemacht und so schloss ich das Schloss auf, schwang mich auf mein eisernes Gefährt und fuhr langsam los.
Ich hatte nicht die größte Eile nach Hause zu gelangen, da mich dort nur meine skeptischen Eltern erwarten würden.
Und zumal ich heute drei Stunden verpasst hatte, könnte das Ganze um einiges kritischer werden, als sowieso schon.
Mit dem Geräusch meiner haltenden Reifen, stoppte ich vor dem Einfamilienhaus, welches in diesem seltsamen hellblau gestrichen war und stieg von meinem Fahrrad ab. Da ich es morgen sowieso wieder brauchte und in dieser Gegend eigentlich nichts gestohlen wurde, kettete ich das Fahrrad an eine weitere Straßenlaterne, welche relativ nah vor unserem Haus stand und verließ dann, samt Rucksack, den Fußgängerweg, in Richtung unserer Haustüre.
In meiner linken Hosentasche nach meinem Schlüssel kramend, fand ich ihn, als ich dann vor der Tür aus undurchsichtigem Glas stand und schloss diese möglichst leise auf.
Ebenso leise drückte ich sie auf und stellte meine Schuhe in der Diele ab.
Ich hatte keine Lust auf irgendwelche Diskussionen oder Streitereien.
»Bin wir da« gab ich noch in einem halbherzig lauten Ton von mir und lief dann den kurzen Flur zu meinem Zimmer entlang.
Erleichtert seufzend, da niemand reagierte, öffnete ich meine Tür und schmiss, nachdem ich in das Zimmer getreten war meine Tasche in die hintere rechte Ecke, schloss die Tür hinter mir und drehte mich dann nach links zu meinem Bett.
Ich erstarrte.
»Hey Louis«
~Mittwoch~
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Fuck you, Idiot
RomanceWenn die Freundin mit einem Schluss macht, die Eltern strenger werden, man beinah nicht versetzt wird und das alles mit einer Begegnung anfängt, schiebt man schonmal gern die Schuld auf diese Situation. Und so wurde mir der braunhaarige Typ, samt s...
