Chap. 23

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Eigentlich war es gelogen, denn es kam kein ' herein ', sondern ein sehr deutliches ' nein ', allerdings würde er sich nicht ewig vor mir verstecken können. " Jungkook? ", fragte ich ruhig. " Ich hatte nein gesagt, was also machst du hier? ", schrie er schon fast. Ich antwortete mit : " Ich habe schon gehört, dass deine Antwort nein lautete, allerdings wollte ich schauen, wie es dir geht ". Er schaute mich ungläubig an, stand auf und versuchte mich rauszuschieben. Versuchen ist dezent falsch formuliert, denn er schaffte es sogar mit einer Leichtigkeit, die nicht von dieser Welt ist. Ich hatte gar keine Chance! " Geh! ", waren seine Worte mit denen er mich kalt aus der Tür schob und sie hinter mir abschloss. Das war doch bitte nicht sein Ernst oder? Erst Arschloch, dann nett, dann so tun, als ginge es ihm gut und sich jetzt wieder distanzieren? Ich werde aus ihm wirklich nicht schlau! Klar ist es egoistisch von mir, zu ignorieren, dass er alleine sein möchte, weil ich nachauen wollte, ob alles okay ist, aber man. Ich rutschte an der Tür herunter. Na schön Jeon Jungkook. Du hast mich vor nicht allzu langer Zeit auch nicht in Ruhe gelassen, mich sogar nach draußen verfolgt! Ich werde vor dieser Tür sitzen bleiben, bis du dein Hinterteil hier raus bewegt!

Du verschränktest deine Arme und überschlugest deine Beine. Du schlosst die Augen und lehntest deinen Kopf an die Tür. Doch wie sah es auf der anderen Seite genau dieser aus? Jungkook war fertig. Es ging ihm näher, als er dachte und zugeben wollte. Er tat dasselbe, wie du und setzte sich mit dem Rücken an die Tür. Mit dem kleinen feinen Unterschied, dass er seine Beine anwinkelte, die Arme herumschlung und seinen Kopf auf ihnen platzierte. Die Tränen liefen ihm die Wangen hinunter und fanden somit ihren Weg auf seine Kleidung. Sein Herz brach in zig Teile und er wollte nicht, dass du ihn so sahst. Seine Eltern waren ihm wichtig gewesen. Jetzt hat er nur noch die restliche Familie, die aus seinen Freunden bestand. Er machte sich auch keine Gedanken darüber, was er bei dir getan hatte, sondern wollte einfach nicht, dass du ihn zu Gesicht bekommst. Nach ein paar Minuten begannst du, ein Schluchzen zu vernehmen. Du wusstest, es konnte bloß Jungkook sein, du hattest Mitleid. Er tat dir Leid und du wolltest ihn in den Arm nehmen, sagen, alles würde wieder werden, und wenn nicht, dass du immer für ihn da sein würdest, doch er würde dich nicht hineinlassen. Weder in den Raum, noch in sein Herz und das wusstest du. Du verstandest ihn irgendwo ja schon und unterdrücktest deswegen dein Bedürfnis, noch einmal zu klopfen. Als du etwas gegen die Tür knallen hörtest, brach dein Herz noch ein Stück weit mehr, denn du wusstest, es konnte bloß der Schmerz sein, dem er damit Ausdruck verlieh. Doch du wusstest es nicht, zuzuordnen. Du hattest physische Symptome, aber die Kommunikation innerhalb deines Körpers blieb aus, deswegen hieltest du still. Einfach nur still.

Ihr saßt eine ganze Weile so da. Wahrscheinlich sogar Stunden. Als sein Weinen zu verstummen begann, beruhigtest du dich. Du bewahrtest deine Aufmerksamkeit, aber fuhrst ein wenig runter. Ihr wart müde. Von dem Tag, von den Ereignissen. Jungkook war bereits eingeschlafen, da wandest du dich der Tür zu und sagtest ' Schlaf bitte gut und erholsam ', da du jetzt den Platz von der Tür weg zur Wand wechseln würdest. Du wusstest nicht, dass er bereits schlief, wie auch? Es dauerte nicht lange und deine Augen schlossen sich ebenfalls. Dein Kopf runterhängend und im Schneidersitz an der Wand lehnend, schliefst auch du nun ein.

Die ersten Strahlen schienen in Jungkooks Gesicht und er bemerkte, dass der nächste Tag bereits angebrochen war. Die Uhr zeigte 8.27 Uhr an und er stand auf. Musste sich erstmal strecken, da ihm alles wehtat. Er würde später einfach eine Tablette nehmen und hoffen, dachte er sich. Du schliefst noch immer seelenruhig auf der anderen Seite der Tür an der Wand, doch Jungkook wusste davon natürlich noch nichts, ahnte es auch nicht. Er rieb sich bloß die Schläfen und wollte die Tür öffnen. Hindurchgegangen fielst du in sein Blickfeld. Er war geschockt. Hattest du hier die ganze Nacht verbracht? Hattest du ihn gehört? Warum tatest du das? Er kannte deine Absichten nicht, doch schon ganz bald rückte ein völlig anderer Gedanke in Vordergrund. Welcher war es nur?

" Hey ", hörte ich eine männliche Stimme sagen. " Wach auf ", rüttelte jemand an meinen Schultern. Jungkook! Meine Augen schlug ich auf und schoss in die Höhe. Ich beäugte ihn kritisch und fragte ihn, ob es ihm gut ginge. Ich hätte ihn gerne in den Arm genommen, wollte ihn jedoch nicht bedrängen. Er war kurz verwirrt, doch dann sah ich seinen Blick nach unten wandern. " Ja, ich war die ganze Nacht hier und habe alles mitbekommen, doch das ist kein Grund, sich zu schämen! Da du mich nicht reinlassen wolltest, war bei dir zu bleiben, wenn auch nicht im selben Raum, das einzige, was ich tun konnte. Verzeih, wenn das falsch von mir war. Ich war in Sorge ", sagte ich. Er nickte bloß und ging davon. Sein verdammter Ernst? Oh man dieser Typ. Ich rollte meine Augen und ging in die Küche in der Hoffnung, auf Jenny zu treffen. Oder wen anders. Hauptsache nicht Stinkstiefel Nummer eins. Ablenkung täte jetzt gut. Brauchte er bloß Zeit oder war ich einfach die falsche Person?? Ich hatte keine Ahnung. Ich bilde mir sogar ein, zu trampeln, wie ein kleines Kind, aber er frustrierte mich einfach!

" Y/N! Wie geht es dir? Ich hab von euer beider Schicksal erfahren, es tut mir so leid! ", rief eine vor Sorgen außer sich gefahrene Jenny. Sie umarmte mich sofort und ich genoss es einfach. Eine Umarmung tut so gut und bei ihr wusste ich einfach, dass sie mich nicht verurteilen würde. Oder gar als schwach ansehen würde. Ich ließ meinen Kopf auf ihrer Schulter hängen und antwortete : " Alles gut, bei mir ist alles im Grünen. Mach dir keine Gedanken! Aber Jungkook. Ihm geht's gar nicht gut ". Sie schob mich an den Schultern ein wenig weg, um mir in die Augen sehen zu können. " Mach dir keine Sorgen um ihn Y/N. Er kommt klar. Natürlich werde ich nach ihm schauen, versteht sich, aber er wird durchkommen. Lass uns Frühstück machen, ich habe heute extra gewartet, da ich mir schon fast gedacht habe, ihr würdet später aufstehen ", ich bejahte ihren Vorschlag mit einem Nicken und wir lächelten einander an.

Gesagt, getan. Schon standen wir auch am gedeckten Tisch und ich wurde wieder gebeten, Jungkook zu uns zu holen. Oder besser .. zu mir. Der Rest würde uns ja nie wieder Gesellschaft leisten können. Schaffte er das? Hielt er das aus? Den leeren Stuhl seines Vaters und seiner Mutter zu sehen? Ich wusste es nicht ..

An seinem Zimmer angekommen, klopfte ich. Nichts. Ich versuchte es nochmal. Wieder nichts. Wenn er doch wenigstens ein ' nein! ' und somit ein Lebenszeichen von sich geben würde, wäre ich schon viel erleichterter! Ich klopfte noch ein drittest und damit letztes Mal und sagte dann ' Frühstück ist fertig. Komm bitte etwas Essen ' und ließ ihn daraufhin alleine. Ich ging die Treppen hinunter, in das Speisezimmer. Ich setzte mich an meinen Platz und begann zu essen. Es fühlte sich seltsam an, dass etwas so normales für mich, jetzt nicht mehr da war. Ich aß nicht das erste Mal alleine, doch das erste Mal, wo ich wusste, es würde nie wieder vollständig sein. In Gedanken befindend, aß ich die Pfannkuchen. Ich ließ die Hälfte davon für Jungkook, ich würde ihm später etwas davon vor seine Tür stellen. Sie schmecken wirklich gut! Und die von Jenny und mir zubereitete Bananen Erdbeer Marmelade passte fantastisch dazu! Was ein köstliches Frühstück das doch wieder war.

Du lächeltest, auch wenn es wenig Anlass dafür gab. Als du fertig warst, räumtest du dein Geschirr ab und nahmst ein Tablett zur Hand. Kleine Schälchen, in die du den Schokoladen Aufstrich, die Marmelade und Zimt und Zucker tun würdest, ebenfalls. Du Stelltest sie auf das Tablett und daneben die, auf einem Teller platzierten, Pfannkuchen. So begabst du dich die Treppe hinauf, klopftest an seine Tür und gingst dann weg. In deinem Zimmer angelangt, verschlosst du die Tür. Der von dem ewigen wiederholten Klopfen genervte Jungkook öffnete schnaufend die Tür und schaute sich um. Er war wütend, doch das verflog sofort, als er nichts sah. Dann schaute er auf den Boden und seine Augen wurden groß. Was sollte das? Hatte Jenny ihm das hochgebracht? Oder eine der anderen Dienstmädchen? Er verdrehte die Augen, doch nahm es mit in sein Schlafgemach. Er genoss das Essen genauso sehr, wie du es Minuten vor ihm getan hattest.

Geheimnisse vor deiner Zeit | [J.Jk x Reader]Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt