Part 22

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Der Dienstag vergeht wie im Flug. Es passiert nichts spannendes, außer dass ich mich auf Mittwoch freue, denn dann kommt John nach Berlin.

Er meinte irgendetwas geschäftliches am Vormittag, aber er holt mich von der Schule ab und wir verbringen die Tage bis Sonntag zusammen. Ich gehe dann am Vormittag in die Schule, er geht mit Raf ins Studio und sie arbeiten an der Tour und danach machen nur wir zwei etwas.

Momentan stehe ich vor der Schule und warte auf ihn mit Anton. "Junge der ist jetzt schon beschissene dreizehn Minuten zu spät." meckert der brünette neben mir. "Er kommt schon noch." nach dieser Aussage verwickelt mich Anton in ein belangloses Gespräch über den gestrigen Streit mit seiner Mutter, weil sie im violette Vorhänge gekauft hat, aber er doch eigentlich marineblaue wollte. Aus spaß habe ich seine Mutter in Schutz genommen, denn seine Mutter hat wirklich Geschmack und wenn sie sagt 'Violett' dann ist es Violett. "Wir habe lange nichts mehr gemacht, deswegen hat meine Mama uns ein Wellnesswochenende spendiert. Sie will nur wissen wann du Zeit hast." Antons Mutter ist echt toll. Ich falle ihm um den Hals "Deine Mama ist so toll, sag ihr, ich schreibe ihr wegen der Zeit." Anton drückt mich fester an sich "Super und dann werde wir ein Wochenende nur entspannen. Nur wir zwei." flüstert er an mein Ohr. Mit einem heftigen Nicken bestätige ich es.
Wir hatten uns mit 15 ausgemacht jede Ferien ein Wochenende zusammen zu verbringen, damit wir und nicht aus den Augen verlieren. Das Ganze haben wir dann auch in die Tat umgesetzt.
Wir machen ein Wochenende in den Ferien etwas zusammen, wir fahren Campen, besuchen eine Stadt oder machen etwas mit Action. Die Jahre wo Raphael es sich nicht leisten konnte haben die Eltern von Anton bezahlt, denen macht es nichts aus. Die haben immer unsere Freundschaft unterstützt.
Aus meinen positiven Gedanken reißt mich eine Hupe. Ich löse mich von Anton und blicke direkt in die wunderschönen saphierblauen Augen von John, doch die die normalerweise Funkeln, sind jetzt zu schlitzen geengt und strahlen pure Dunkelheit aus.

In seinem Gesicht finde ich kein Lächeln und seine Körperhaltung ist angespannt. Die einzige Bewegung die er macht ist ein Kopfnicken, dass mir sagt ich soll einsteigen.

"Anton, John ist da. Hab einen wundervollen Tag und grüß deine Eltern." Er nickt, schließt mich noch einmal in seine Arme, doch lässt dann wieder von mir ab.

Der riesige, blonde Lockenkopf, mit der düsteren Ausstrahlung sitzt anscheinend schon wieder im Auto. Auf dem Weg zum Auto atme ich einmal kurz durch, denn der Grund warum er so reagiert hat ist ganz einfach. Er war eifersüchtig oder ich liege komplett daneben und es ist noch etwas anderes.

Meine Mimik ist jetzt sowas von entscheidend, wenn ich jetzt freundlich bin und nur lächle ist es nicht gut, wenn ich jedoch nichts sage macht es das ganze auch nicht besser. Also machen wir die Sache ganz einfach: Unschuldig, ich frage ihn aus und er muss antworten.

Mein Vater hat immer gesagt: Stell dich lieber manchmal etwas dumm, denn es ist besser unterschätzt zu werden, als überschätzt zu werden.

Langsam öffnen meine Finger die Wagentüren, des Mercedes CL500, und mein Hintern findet das weiche Leder. Ich dreh mich zu John, lege meine Hände auf seine Brust, ziehe ihn an seinem Shirt zu mir und presse ihm einen Kuss auf seine rauen, vollen Lippen. Er schmeckt nach Gras, Zigaretten und nach ihm.

Er löst sich von mir, weil er anscheinend an akutem Luftmangel leidet, woran ich eventuell auch schuldig bin.

Kurz umspielt sein Gesicht ein wunderschönes strahlen, was doch so gleich verschwindet wie es gekommen war. "Babe, wer ist dieser Hurensohn?" okay, also diese Aussage war mal präzise. "Das war Anton, er ist mein bester Freund." erwidere ich so unschuldig wie möglich und schaue ihm dabei in die Augen, damit er sieht dass ich es ernst meine und er wirklich nicht mehr als mein bester Freund. Doch anscheinend scheint er es anders zusehen. Wie ein bescheuerter tritt er auf das Gaspedal und schlägt mit voller Wucht gegen das Lenkrad, seines Traumwagens, und keift ein "Dieser Wixxer steht auf dich, dass sieht doch nen Blinder mit nem Krückstock und ich will nicht dass du was mit dem alleine machst." zum Ende hin wird er immer lauter und brüllt gerade zu. Meine Mimik fällt gerade zu aus meinem Gesicht.

Einmal tief Durchatmen und nicht die Neven verlieren! Schreit meine innere Stimme.

Auf gut Glück höre ich auf sie, auch wenn ich vor Wut schäume "John Lorenz Moser, so wie Gott will kann ich selber entscheiden mit wem ich etwas mache und wann ich etwas mit jemandem mache. Anton ist mein bester Freund. Er hat mir geholfen in Berlin zurecht zu kommen und jetzt willst du mir den Umgang mit ihm verbieten. Ihn kenne ich viel länger, als dich. Er würde nicht einmal auf die Idee kommen mir mit irgendwem den Umgang zu verbieten. Wir zwei kennen uns gerade einmal sechs Tage, von denen wir uns drei Tage am Stück gesehen haben.

Wie kommst du auch nur auf die Idee mir etwas zu verbieten?!"
meine Stimme ist ruhig, aber hat dennoch einen harten nachdruck.

John denkt kurz über meinen Monolog nach und verarbeitet ihn.

"Verdammt, er steht auf dich und du bekommst es nicht mit. Ich will einfach nicht, dass er mein Mädchen anfasst." Egal wie sauer ich auf ihn bin, mit diesem 'Mein Mädchen' bekommt er mich immer rum. "Er will dich, aber du bist mein!" augenblicklich falle ich ihm ins Wort "Ich bin kein Gegenstand den du besitzen kannst. Ich bin ein Mensch und habe meine Würde. Du kannst sagen was du willst. Er ist und bleibt mein bester Freund!
Du musst einen weg finden dich damit zu arrangieren, so schnell wird sich das nicht ändern!" meine stimme hat Biss und bringt ihn vorläufig zum schweigen. Natürlich ist dieses Thema noch nicht gegessen, aber er erwidert nichts und daraus resultiert ein unschönes Schweigen.

Einmal krank! [Bonez MC FanFiction]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt