Steve Rogers 2

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, wenn er dich beim boxen beobachtet.

Dein Tag hat eigentlich ganz gut begonnen. Deine Freunde haben dich wie immer auf dem Hof eurer Schule getroffen und ihr habt euch begeistert über eure Pläne fürs Wochenende ausgetauscht. Du gehst ins zweite Jahr der Oberstufe und hast auch Freunde in deiner Klasse. Der Unterricht ist super und die meisten Lehrer auch.
Es sind die letzten beiden Stunden bevor du endlich nach Hause kannst, doch du musst erst Französisch hinter dich bringen. Dein absolutes Hassfach, mit genau der Lehrerinn, bei der du dich fragst, wie sie bitte an ihren Job kam. Nun sitzt du auf deinem Platz, verstehst mal wieder gar nichts und versuchst trotzdem durch vorlesen irgendwie deine Note zu retten. Peter, der neben dir sitzt, versucht dir so gut es geht zu helfen, doch bald bist du so sauer, dass es nichts mehr nützt.
Noch 30 Minuten bis zum Schulschluss.
Die Lehrerin entrüstet sich mal wieder darüber, dass der Vokabeltest der Klasse so schlecht ausgefallen ist. Kein Wunder Sie kann sich die Namen deiner Klassenkameraden nicht merken, ihr aber sollt 60 Vokabeln in zwei Tagen können! Genervt verdrehst du, zum bestimmt zwanzigsten Mal in der letzten Viertelstunde, die Augen und starrst weiter die Wand an.
Noch 20 Minuten bis zum Schulschluss.
Als die Lehrerinn auch dir endlich deinen Test wieder gibt bleibt sie kurz stehen und meint anmerken zu müssen: „Miss Stark, das muss sich dringend bessern. Das ist die dritte schlechte Note in Folge!" Danach läuft sie wieder zur Tafel und fährt mit dem Unterricht fort. Du schaust auf deinen Test und seufzt leise. Wieder eine sechs. Die dritte in Folge und du bist erst in der sechsten Schulwoche. Frustriert reibst du dir einmal über dein Gesicht. Zum Glück bist du schon neunzehn und so muss dein Dad deine Arbeiten nicht mehr unterschreiben, geschweige denn sehen.
Noch 15 Minuten bis zum Schulschluss.
Müde lässt du den Kopf auf deine Arme fallen. Geht dieser Mist denn nie vorbei? Um die Zeit tot zu schlagen holst du dein Handy raus und scrollst durch deine Fotos. Du mit Onkel Bruce im Labor. Du und dein Dad in der Werkstatt am basteln. Er an einem seiner Ironman-Anzüge und du an einem paar Ringe. Dein Dad hat dir zum Geburtstag eine kleine Schmuckschmiede in seiner Werkstatt eingerichtet um deine Leidenschaft zu fördern... Das nächste Bild zeigt dich und deinen Freund Steve Rogers. Ihr seid seit zwei Jahren zusammen und auf dem Bild liegt ihr schlafend auf dem Sofa. Steve eingekugelt an dich gekuschelt, das Gesicht an deiner Halsbeuge vergraben und eure Hände miteinander verschränkt. Es ist eines deiner Lieblingsbilder und doch schenkst du ihm keine große Beachtung. Deine Gedanken hinterfragen ob es eine gute Idee war mit der Schule weiter zu machen, nachdem du so ein Interesse an der Schmuckherstellung entwickelt hast.
Noch 5 Minuten bis zum Schulschluss.
Ihr schreibt nächste Woche die erste Klausur und trotzdem gibt eure Lehrerin euch noch eine dreiseitige Hausaufgabe auf. Als hättest du nicht schon genug mit dem Lernen zu tun! Entnervt packst du schonmal, ganz langsam, deine Sachen ein um so schnell wie möglich verschwinden zu können. Endlich ertönt die ersehnte Klingel und verkündet das Ende der Stunde. Du springst schon auf, doch Peter braucht gefühlte Stunden bis er seine Sachen eingepackt hat und ihr zum Auto gehen könnt.

Draußen atmest du einmal tief durch und versuchst nicht ganz so angepisst zu gucken als du mit Peter, über den Parkplatz, auf Happy zuläufst. Dieser wartet wie jeden Tag mit einem Auto deines Dad's auf dem Parkplatz um euch abzuholen und nach Hause zu fahren. „Hallo Happy!" begrüßt du ihn und steigst ohne ein weiteres Wort hinten ein. Du hörst ihn noch sagen:" Hey Kleine! Wie war die Schule?" bevor sich die Autotür hinter dir schließt. Peter grüßt Happy und erklärt deine schlechte Laune während er auf dem Beifahrersitz Platz nimmt.
Die ganze Fahrt über plaudern Happy und Peter über alles Mögliche während du schweigend aus dem Fenster starrst. Die Frage ob eine Ausbildung nicht doch besser gewesen wäre nagt heftig an dir und du hast Angst deinen Dad mit deinen miesen Noten zu enttäuschen. Als ihr am Avengerstower ankommt, steigst du deshalb einfach aus und gehst ohne dich richtig von Happy zu verabschieden zum Aufzug. Peter folgt dir eilig um schafft es gerade so in den Aufzug. Zusammen fahrt ihr hoch in die Etage mit Wohnzimmer und Küche. Bevor sich die Türen öffnen setzt du noch dein bestes Lächeln auf um den Anderen den Eindruck zu geben es sei alles in Ordnung, doch innerlich bist du vor Frust am kochen. Den irritierten Blick von Peter ignorierst du einfach und betrittst freudestrahlend das Wohnzimmer.
Dort sitzen, außer deinem Dad und Steve, noch Bucky, Bruce, Wanda, Vision und Natasha. Du winkst einmal in die Runde, küsst deinen Dad auf die Wange und wirst von Steve richtig geküsst. Du entspannst dich leicht und schnappst dir was zu essen aus der Küche, bevor du gute Laune heuchelnd von deinem Tag erzählst und anschließend in dein Zimmer gehst um dein Hausaufgaben zu machen.

* * *

"So eine Scheiße!" fluchst du und wirfst deinen Stift quer durch dein Zimmer. Du sitzt jetzt seit einer Stunde an deinen Hausaufgaben und kriegst nichts auf die Reihe. Wütend schnappst du dir dein Französischbuch und stapfst Richtung Trainingsraum. Dort stellst du das dicke Buch vor die Zielscheiben und holst dir zwei Handfeuerwaffen aus dem Waffenlager nebenan. Zu deinem Glück hast du den Trainingsraum ganz für dich allein. Du lädst die Waffen und ziehlst auf das dir so verhasste Buch. Der erste Schuss trifft direkt in die Mitte und hinterlässt ein tiefes Loch im Papier. Der Zweite trifft das Gesicht der aufgedruckten Schülerin und zerreißt es in Stücke. Auch jeder weitere Schuss ist ein Treffer und zeigt mal wieder, das sich das Training bei Natasha gelohnt hat. Das Buch ist nur noch ein Haufen Papiefetzen.
Missmutig lässt du Jarvis deine Playlist starten und fängst an auf den Boxsack in der Ecke einzuprügeln. Du musst irgendwo deine Aggressionen rauslassen. Ohne Rücksicht auf deine Hände oder dein Umfeld schlägst du immer wieder heftig auf den Sandsack ein und merkst gar nicht wie Steve den Trainingsraum betritt. Er hat nach dir gesucht und nachdem er dich nicht in deinem Zimmer gefunden hat, vermutet das es mit den Hausaufgaben wohl nicht so gut gelaufen ist. Er kennt dein Temperament und deine nicht vorhandene Geduld.

Vorsichtig tritt er hinter dich und legt seine Hände auf deine Hüfte um deinen Stand zu korrigieren. Du erschreckst dich, wirbelst herum und holst zum Schlag aus. Steve fängt deine Hand ab und hält sie mit seiner fest. Er hört wie es leise knackt, als deine Hand mit Schwung auf seine trifft. Entgeistert schaust du zu ihm hoch bevor du rufst: "Jarvis stopp die Musik!" Mitten im Song tritt Stille ein bis du rufst: "Warum erschreckst du mich so Rogers!? Ich hätte dir beinahe eine verpasst!" Nur wenn deine Stimmung wirklich im Minus ist, nennst du Steve beim Nachnamen, weshalb der Supersoldat gar nicht nachfragt sondern nur behauptet: "Ich wollte nach dir sehen. Als ich dich hier gefunden habe, wollte ich deine Haltung korrigieren. Du hast mich wegen der Musik nur nicht gehört." Vorsichtig hebt der deine Hände, welche schon jede Menge blaue Flecken aufweisen, da du weder Bandagen noch Handschuhe getragen hast. Sachte haucht er einen Kuss auf deine Fingerknöchel. "Wie wäre es, wenn wir da Eis drauflegen" demonstrativ hält er deine Hände hoch und fährt fort:" und dann können wir uns einen Film ansehen. Wie klingt das?"
Resigniert wendest du dich ab und schnappst dir den Papierhaufen, der einst dein Französichbuch gewesen ist. "Tut mir leid, aber die Hausaufgabe muss bis übermorgen fertig sein..." murrst du und willst schon den Raum verlassen. Deine Wut ist verflogen und zurück bleibt nur dieses verunsichernde, stressige Gefühl und die Frage ob du vielleicht die falsche Entscheidung für deine Zukunft getroffen hast. Steve ist dein Stimmungsumschwung natürlich nicht entgangen und so zieht er dich an einem Arm zurück bis du wieder vor ihm stehst. "Was ist los, Süße?" fragt er und du kannst ehrliche Besorgnisse in seinen blauen Augen lesen. "Was ist, wenn ich mich falsch entschieden habe? Was ist, wenn ich den Abschluss versaue und Dad enttäusche?" fragst du so leise das Steve dich fast nicht verstanden hätte. Er sieht wie eine kleine Träne dein Auge verlässt als du den Blick abwendest und aus dem Fenster schaust. "Y/N du gehst doch erst seit sechs Wochen wieder zur Schule, ich bin mir sicher es wird besser. Wenn nicht kannst du bestimmt noch wechseln. Ich bin mir sicher du findest deinen Weg. Du bist Y/N Stark, wenn es schwer wird beißt du dich durch. Dein Vater ist so stolz auf dich du könntest ihn niemals enttäuschen." meint Steve und dreht dein Gesicht zu sich. Sachte wischt er mit seinem Daumen die Tränen weg, die angefangen haben zu fließen.
"Bist du dir sicher?" fragst du und schaust ihm in die blauen Augen. "Zu 100% sicher. Du wirst das hinkriegen, aber ich glaube du brauchst ein neues Buch." Schmunzelnd betrachtet Steve den Papierhaufen in deiner Hand. Du lachst leise und ziehst ihn in eine Umarmung. "Danke Steve. Für alles." murmelst du an seiner Brust und er drückt dich noch etwas fester an sich. Das Gesicht, wie so oft, in deinen Haaren vergraben murmelt er: "Für dich, Süße, jederzeit."
Du räumst noch die Waffen zurück ins Lager und gehst danach mit Steve einen Film schauen. Die Hausaufgabe kann auch bis morgen warten, wenn Peter dir hoffentlich sein Buch ausleiht.

Hallo, ich bins. Welch Überraschung! Ich glaube das war bisher wohl der längste Oneshot den ich geschrieben habe. 1586 Wörter!!! War er eher gut oder eher schlecht?

LG
Stofffledermaus

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