Kapitel 11 - Heimlichkeiten und Herzklopfen

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Wir fahren doch noch einmal zu ihr nach Hause.
Nicht, weil ich unbedingt Lust darauf habe – sondern, weil ich keine Kissen und Decken mehr besitze, die nicht bereits in Gebrauch sind.
Ich erwarte nun mal keine Gäste. Schon gar keine, die… über Nacht bleiben.

Oder mehrere Tage.

Jakob kommt mit, natürlich.
Und als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt, geht er mit Alisa ins Haus.
Ich bleibe im Auto.

Klasse.

Ich lehne mich zurück in den Sitz, trommle genervt auf dem Lenkrad herum.
Sie braucht ganz schön lange. Was machen die da drin? Klamotten holen oder ein Fotoshooting?

Als sie endlich rauskommen, sieht sie glücklich aus.
Zu glücklich.
Und er grinst auch so breit.

Ich atme tief durch, unterdrücke ein Augenrollen, starte den Motor.
Sie verstauen ihre Tasche im Kofferraum und setzen sich.
Lautes Gelächter, flapsige Sprüche.
Ihre Stimmen füllen das Auto – aber meine Gedanken sind lauter.

Sie lacht mehr, seit Jakob da ist.
Seit ER da ist.

Ich beobachte sie durch den Rückspiegel.
Und sie schaut zurück.
Lächelt.
Ich zwinkere ihr zu.

Scheiße. Was tue ich da?!

Ich sehe, wie sie leicht rot wird.
Und ich? Ich grinse wie ein Idiot.

„Wieso lächelst du so?“, fragt Jakob plötzlich mit hochgezogener Augenbraue.
„Einfach so. Darf ich nicht?“
Meine Antwort kommt zu schnell, zu scharf.

Er mustert mich. Dreht sich dann zurück zu Alisa und plaudert weiter.
Und ich?
Ich schweige.

Wieder bei mir angekommen, steigen wir aus, holen die Taschen und gehen rein.
Ich nehme Alisas Sachen und gehe voraus zur Tür.
Jakob grinst, als er uns ansieht.
Ich ignoriere das.

Wir verstauen ihre Sachen erst einmal in meinem Schlafzimmer.
Dann chillen wir auf dem Sofa, essen was, reden.

Alisa fragt irgendwann leise:
„Jake… was war der Auslöser für deine Panikattacke?“

Ich weiche aus.
Wechsle das Thema.
Einmal.
Zweimal.
Dreimal.

Doch dann wendet sie sich an Jakob – und er beginnt zu erzählen.
Von meiner Kindheit.
Von Nicolai.
Von dem, was ich nie jemandem erzählen wollte.

Ich sage kein Wort.
Räume still den Müll weg.
Bleibe dem Wohnzimmer fern, bis er fertig ist.

Als ich zurückkomme, blickt Alisa mich besorgt an.
Will etwas sagen – doch Jakob räuspert sich.
Sie verstummt.

Ich gehe schweigend ins Schlafzimmer.
Beziehe das Bett frisch für sie.
Räume meine Sachen weg.
Und bereite Jakob ein Lager auf dem ausziehbaren Sofa.

Wenig später komme ich zurück.
„Also… ich weiß nicht, was ihr vorhabt, aber ich bin durch für heute. Ach ja, Jakob – da ich keine zehn Gästebetten habe, schläft Alisa in meinem Zimmer.“

Sie wird knallrot.
„Uuh Jake, so kenne ich dich ja gar nicht!“, feixt Jakob.
„Seit leise, Kinder.“
Er zwinkert.

„Man, lass den Scheiß!“ Ich werfe ihm ein Kissen an den Kopf.
„Sie schläft da, und wir pennen hier im Wohnzimmer. Basta.“
Mein Gesicht ist feuerrot.

„Langweilig,“ mault Jakob grinsend.
Alisa lacht.
„Viel Spaß, Jungs. Und Jakob… seid leise, Kinder.“
Dann verschwindet sie ins Schlafzimmer.

Ich kann nicht anders, als ihr nachzusehen.
Jakob wirft ein Kissen nach mir.
„Hey Kumpel! Hilfst du mir mal, oder willst du da die Tür hypnotisieren?“
Ich drehe mich zu ihm um, schmeiße das Kissen zurück.
„Bleib locker, man.“

Es wird Nacht.
Stockdunkel – nur das schwache Licht meiner Bildschirme und das Flackern des Laptops erfüllt den Raum.
Ich liege auf dem ausziehbaren Sofa, starre die Decke an.

Und dann höre ich ihn.
Jakob dreht sich zu mir und fängt an zu reden...

Danger and Love (Überarbeitet)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt