Kapitel 21 - Wenn Schatten zurückkehren

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Während der Fahrt werfe ich immer wieder Blicke aufs Handy - doch der Fokus gehört der Straße. Ich kann es kaum glauben, dass ich wirklich wieder zurückfahre. Wegen ihr.

Es wird schwer, meine Gefühle zu verbergen. Ich darf mich nicht verraten. Und trotzdem spuken die Bilder in meinem Kopf - wie er sie das erste Mal bedrängt hat... und nun wieder.

Meine Hände umklammern das Lenkrad so fest, dass die Knöchel weiß werden. Zwei Stunden fahre ich schon. Ich brauche eine Pause. Ich halte an einer Raststätte, steige aus, atme tief die kühle Abendluft ein. Dann lehne ich mich ans Auto, ziehe mein Handy aus der Tasche und schreibe:

~Bist du noch wach?~ 

Keine Minuten später kommt schon ihre Antwort. 

~Ja. Hast du alles erledigt, was du erledigen musstest?~ 

~Hab ich. Ist alles ok bei dir?~ 

~Naja es ging schon mal besser. Ich wollte dich nicht damit belasten, was passiert ist...~ 

Ich seufze und starre zum Himmel.

~Ist schon ok. Schreib mir immer, wenn etwas ist.~

Dummerchen... hör auf, dir Sorgen um mich zu machen.

~Jake, wann kommst du wieder? Ich vermisse dich...~ 

Ich muss lächeln und mein Herz rast. 

~Bald. Versprochen.~ 

~Super, ich freue mich :) ich versuche zu schlafen. Schlaf gut.~ 

~Gute Nacht, Alisa.~ 

Ich stecke das Handy weg -  doch es vibriert erneut. Unbekannte Nummer.

~Jake? Bist du beschäftigt?~

Was zum...? 

~Wer bist du?!~

Ich starre auf die Nummer und hab keine Ahnung wer es sein könnte. Ich steige wieder ins Auto und fahre weiter. Zwei Stunden später komme ich am Motel an, das ich vorsichtshalber reserviert hatte. In meine alte Wohnung kann ich nicht zurück. Zu gefährlich.

Müde schleudere ich meine Tasche in die Ecke und lasse mich aufs Bett fallen. Das Handy vibriert erneut - ich ignoriere es und schlafe endlich ein. Erstmals seit Wochen... tief und ohne Alpträume.

Morgens greife ich verschlafen zum Handy. Eine neue Nachricht. 

~Na, denk doch Mal nach Jake, wer könnte ich wohl sein?~ 

~Hör auf mit diesen Spielchen! Wer zum Teufel bist du?~ 

Frage ich genervt. Mir ist echt nicht nach Spielchen spielen. Und erneut vibriert mein Handy.

 ~Spielverderber... Ich bin's. Jakob.~ 

Ich starre das Display an und antworte nicht.

~Jake?~

In mir kocht es. Wut. Pures, glühendes Feuer.

~Scher dich zum Teufel und kontaktiere mich nie wieder!~ Antworte ich kalt.

~Was ist denn jetzt schon wieder dein Problem, Kumpel?~ 

Ich bin kurz davor, das Handy gegen die Wand zu werfen - doch atme tief durch. Dann schreibe ich:

~Was mein Problem ist?! Wegen dir wurde ich gehackt. Wegen dir musste ich untertauchen. DU hast mir alles versaut, weil du nicht die Eier hattest, mir von Anfang an die Wahrheit zu sagen! Wenn ich dich finde, Jakob, dann gnade dir Gott bringe ich dich um.~ 

Ich knalle das Handy auf mein Kissen, stehe genervt auf und gehe duschen. Warmes Wasser. Kälte im Herzen.

Ich ziehe mich an, mache Kaffee, öffne meinen Laptop und überprüfe meine Programme. Ich setze mich aufs Sofa, das dampfende Getränk in der Hand, starre auf den Bildschirm - doch meine Gedanken rasen. 

Wofür hält er sich? Dieser verdammte Witz von einem Freund!

Stunden vergehen. Keine Antwort. Ich schnappe meine Jacke, Handy, Schlüssel - und fahre los. 15 Minuten später parke ich an meinem gewohnten Platz - in Sichtweite ihres Autos. 

Ich warte.

Mein Handy vibriert. Eine neue Nachricht.

~Bleib Mal locker man. Ich wusste, dass du es hinkriegst . Also tu nicht so. Wie geht es Alisa?~

~Frag sie doch selber!~ 

Ich will gerade weiter schreiben - da sehe ich sie. Sie biegt um die Ecke.  Und er ist hinter ihr. 

Das verdammte Arschloch.

Er läuft schnell hinterher - und packt sie wieder. Diesmal drückt er sie mit dem Gesicht gegen die Wand. Seine Hand gleitet über ihren Körper.

DAS REICHT!

Ich reiße die Tür auf, steige aus, die Fäuste geballt. Jeder Schritt in seine Richtung ist wie ein Donnerschlag. Ich packe ihn am Kragen, reiße ihn von ihr weg. Er schreit auf, will sich drehen - doch ich bin schneller. Ich drücke ihn mit voller Wucht gegen die Wand., presse meinen Körper an seinen, so wie er es bei ihr getan hat. 

Meine Stimme ist leise. Eiskalt. "Na? Stehst du auf so was? Jemanden anfassen, der das nicht will?"

Er ringt nach Luft. Ich beuge mich zu seinem Ohr. "Fühlst du dich immer noch überlegen, du kleiner Wichser?" 

Er wimmert. Alisa steht wie versteinert hinter mir. Ich werfe ihm einen letzten Blick zu. 

"Wenn du sie nochmal ansiehst... sie anhauchst... oder ihr zu Nahe kommst... dann sieh zu, dass du dir schon mal einen Grabstein aussuchst!"

Danger and Love (Überarbeitet)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt