„Jake, bitte... du kannst nicht einfach wieder verschwinden… kannst du dich nicht bei mir verstecken?“
Ihre Stimme zittert – kaum mehr als ein Flüstern, das direkt in meine Brust sticht.
Ich sehe sie an – oder besser gesagt, ich versuche es.
Doch es geht nicht. Ich kann ihren Blick nicht ertragen.
Wie schafft sie das?
Wie kann sie mir in so kurzer Zeit so sehr den Kopf verdrehen?
Stumm lehnt sie sich gegen mein Auto, den Kopf gesenkt, wie ein Vogel mit gebrochenem Flügel.
Ich schaue nach oben in den dunklen Nachthimmel, atme tief ein, will etwas sagen –
doch die Worte bleiben in der Kehle stecken.
Ich kann nicht bleiben.
So sehr es auch wehtut.
„Nein, Alisa.“
Meine Stimme klingt härter, als ich es will.
„Ich kann mich nicht bei dir verstecken. Wenn sie herausfinden, dass ich bei dir bin, dann bist du genauso in Gefahr.“
Ich sehe zu ihr.
Ihre Schultern beben leicht, aber sie bleibt standhaft.
„Das ist mir egal!“ ruft sie leise, trotzig.
„Ich will bei dir bleiben! Ich… ich mag dich sehr, Jake…
Jakob ist abgehauen. Und jetzt gehst du auch. Ich hab Angst, allein in die Schule zu gehen… wegen den Typen…“
Ich spüre, wie es in mir zerreißt.
Ein Teil will sie festhalten. Der andere will sie beschützen, indem er geht.
Zwei Seiten – und beide schreien gleichzeitig.
„Ich bin doch nicht für immer weg…“ murmele ich.
„Du kannst mir jederzeit schreiben. Oder mich anrufen. Wenn irgendwas ist – wirklich irgendwas – komme ich sofort zurück. Versprochen.“
Ich erschrecke fast über meine eigenen Worte.
Diese Versprechen… ich gebe sie viel zu leicht, obwohl ich sie meine.
Schnell fahre ich mir durch die Haare, werde rot im Gesicht, und wende meinen Blick zur Seite, damit sie es nicht sieht.
„Wann musst du los?“ fragt sie leise.
„Am besten… jetzt gleich.“
Wortlos legt sie ihren Kopf auf meine Schulter.
Und für einen Moment steht die Zeit still.
Ich spüre ihren Atem, ihren Herzschlag –
und merke, wie meiner schneller wird.
„Jake?“
„Hm?“
„Hast du Hunger? Wollen wir rein… was essen? Danach kannst du los…“
Ich will Nein sagen.
Ich sollte es sagen.
Aber...
„Okay.“
---
Ich folge ihr zur Haustür, die Schritte schwer wie Blei.
Doch vor dem Eingang bleibe ich stehen.
Bewegungslos. Stumm.
„Was ist?“ fragt sie sanft, dreht sich zu mir um.
Ich weiche ihrem Blick aus, schüttle langsam den Kopf.
„Ich kann nicht rein. Es ist besser, wenn ich jetzt gehe.“
Ich drehe mich um, will gehen.
Aber dann spüre ich ihre Hand, wie sie sich in meine Jacke krallt.
„Lass lo—“
„Versprich mir, dass du dich meldest.“ unterbricht sie mich mit fester Stimme.
„Dass wir in Kontakt bleiben.“
Langsam drehe ich mich zu ihr um.
Will etwas sagen, doch wieder fehlen mir die Worte.
In ihrem Blick liegt so viel… Angst, Hoffnung, Schmerz, Herz.
Und dann – ohne jede Warnung –
zieht sie mich zu sich.
Ganz nah.
Und küsst mich.
Ein kurzer Moment.
Ein Kuss wie ein Versprechen. Wie ein Flüstern von „Bleib“.
Als sie sich löst, ist ihr Gesicht knallrot.
Und ich… völlig durcheinander.
„Versprich es mir, Jake.“
Jetzt ist ihre Stimme ruhig.
Sicher.
Ich nicke stumm.
„V… versprochen.“
Ich drehe mich um, taumle fast zum Auto, steige ein –
und atme erst wieder, als ich die Tür schließe.
Mein Herz rast. Meine Gedanken wirbeln.
Sie steht immer noch da.
Sie sieht mir nach.
Und irgendetwas in mir bleibt bei ihr stehen, obwohl ich längst den Motor starte.
---
Ich fahre.
Ohne Ziel.
Nur weg.
Doch egal wie weit ich fahre –
meine Gedanken fahren nicht mit.
Sie bleiben bei ihr.
Bei ihrem Blick.
Bei ihrem Kuss.
Bei dem Versprechen, das ich gegeben habe.
„Verdammt…“ murmele ich.
Ich lehne den Kopf ans Lenkrad.
Was machst du mit mir, Alisa…
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Danger and Love (Überarbeitet)
De TodoJake vertraut niemandem. Nicht der Welt. Nicht sich selbst. Schon gar nicht seinem Herzen. Als Hacker lebt er im Untergrund - unsichtbar, unnahbar, und bereit, jeden auszuschalten, der zu nah kommt. Doch dann trifft er sie. Ein Mädchen aus dem Heim...
