Kapitel 30 - Schweigen

50 2 0
                                        

Perplex fahre ich mir durch die zerzausten Haare und setze mich auf.
Alisa sieht mich fragend an, doch ich schweige. Da vibriert ihr Handy erneut - wieder seine Nummer. Sie zieht sich hastig die Decke um den Körper, steht auf.

„Hey Jakob. Entschuldige, ich hab deinen Anruf verpasst. Was gibt's?"

Mein Magen zieht sich zusammen.
„Ich bin gerade bei Jake... wieso?"

Verdammt, Jakob, halt bloß den Mund!

Sie dreht sich abrupt zu mir um, wirkt leicht gereizt. „Nein, das hat er mir nicht erzählt." Sie kommt näher.
Ich will mich ins Bad zurückziehen, doch ihre Hand liegt plötzlich auf meiner Brust. Die Decke rutscht von ihr herab - und sie steht nackt vor mir.

Mein Blick verfinstert sich sofort in Begierde. Ich packe sie an der Taille, ziehe sie zu mir. Während sie weiter telefoniert, küsse ich ihren Hals. Meine Finger gleiten tiefer, ihr Körper zittert. Sie versucht, ruhig zu bleiben. Ich grinse.

„Was? Ähm... ich weiß noch nicht..." haucht sie ins Telefon.
Ihre Atmung verrät sie längst.

Ich flüstere ihr ins Ohr: „Nicht auflegen. Ich will, dass er es hört. Dass er selbst begreift, was wir gerade tun."
Ihre Augen weiten sich, sie schüttelt heftig den Kopf - zu spät. Ein Stöhnen entwischt ihr, sie beißt sich auf die Lippe, krallt sich an mir fest.

Dann bricht es aus ihr heraus:
„Oh Gott, Jake!"

Die Worte hallen durch die Leitung.

Entsetzt starrt sie das Handy an. „Jakob... es tut mir leid... ja, warte." Sie drückt mir das Handy an die Brust.
Seine Stimme brüllt durch den Hörer: „Du dreckiger Bastard! Das hast du mit Absicht gemacht!"

Ich halte das Handy ans Ohr und lache kalt. „Passt es dir nicht, Jakob? Glaub mir - ich bin noch lange nicht fertig damit, dir auf den Sack zu gehen."

Alisa reißt mir das Handy aus der Hand, steigt hastig von mir herunter. „Jakob, beruhig dich! Nein, komm nicht her!"

Ich gehe duschen, komme zurück. Sie sitzt mit verschränkten Armen auf dem Bett, die Decke eng um sich geschlungen, die Augen wütend.
„Jake - was sollte das eben?"

„Was genau meinst du? Den Sex auf dem Sofa... oder das Telefonat?" antworte ich kalt.

„Beides! Was ist los zwischen euch?!" Sie springt auf, greift nach meiner Hand - und erstarrt. Ihre Finger streifen die aufgeschlagenen Knöchel.
„Wie ist das passiert?"

„Ich hab Jakob die Nase gebrochen." sage ich knapp. „Als ich auf ihn eingeprügelt habe."

Ihr Blick wandert zu den Taschen unter dem Bett.
„Und was bedeutet das?" fragt sie mit zittriger Stimme.

Ich weiche aus. „Alisa... was hat er dir erzählt?"

„Nichts Wichtiges..." murmelt sie.
Ich fixiere sie. „Du lügst."

„Was hat er dir erzählt!!!" Mein Griff packt ihr Kinn, zwingt sie, mich anzusehen.
„Alisa!"

Sie reißt sich los, Tränen in den Augen. „Er hat gesagt... dass du ihn provoziert hast. Dass du... gesagt hast, du hättest mich vergewaltigt. Jake... sag mir, dass das nicht stimmt!"

Ich schließe die Augen, seufze schwer.
„Es stimmt... ich hab das gesagt. Aber nur, um ihn zu provozieren. Es war eine Lüge. Du weißt nicht alles, Alisa."

Ich will an ihr vorbeigehen.
„DANN ERZÄHL ES MIR, JAKE!" schreit sie.

Ich drehe mich um - und erstarre.
Tränen laufen ihr übers Gesicht, ihre Augen lodern vor Wut und Verzweiflung.

Ich bin wie versteinert.

Danger and Love (Überarbeitet)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt