Kapitel 27 - Aus Freunde werden Feinde

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Ich stehe vor seinem Haus.
In mir kocht es.

Das Haus wirkt verlassen, heruntergekommen – fast wie er selbst.
Ich hole mein Handy raus, ignoriere all seine Sprachnachrichten und tippe:

~ Ich wusste nicht, dass du auf heruntergekommene Häuser stehst?! ~

Plötzlich reißt die Haustür auf.
Jakob tritt hinaus, genervt, fahrig.
„Na super... einmal nicht aufgepasst, und schon stehst du vor meiner Tür."

Er streicht sich durch die Haare.
„Du hast mich gefunden. Und was jetzt?"
Sein Blick ist herablassend.

Ich sage nichts.
Drücke mein Handy fester in der Hand, um ruhig zu bleiben.
Er kommt näher, sein Blick provoziert.

„Was ist los, kleiner? Keine große Klappe mehr? Hast wohl Angst vor mir?"

Ich neige meinen Kopf zur Seite. Grinse.
Ich weiß, er hasst es, angestarrt zu werden.

Sein Blick verändert sich.
„Hör auf, mich so anzustarren."

„Sonst was?" frage ich leise, provozierend.

Er packt mich am Kragen, zieht mich ruckartig zu sich.
„Ich warne dich, Jake!"

Mein Grinsen verschwindet.
„Droh mir nicht, Jakob."

Er lacht höhnisch und lässt los.
„Und was willst du machen, kleiner?"

Meine Wut steigt.

„Dir liegt doch so viel an Alisa... Schade nur, dass du ihr nicht helfen konntest,
als ich sie wieder und wieder angefasst, geküsst und..."
Ich zögere bewusst.
„...noch ganz andere Dinge gemacht habe.
Bis sie mich angefleht hat, endlich aufzuhören."

Ich weiß, dass es eine Lüge ist.
Aber ich will ihn genau da treffen, wo es wehtut.

Sein Gesicht entgleist.
Seine Wut ist greifbar.

„Was... hast du getan?!" zischt er.

Ich setze noch einen drauf.
„Ich spür ihre Angst noch unter mir... ihren zitternden Körper..."

BAM.

Ich spüre den Schlag kaum – so schnell trifft er.
Ich lande hart auf dem Boden, sitze benommen da und sehe zu ihm hoch.
Er kommt auf mich zu, packt mich wieder am Kragen und zieht mich hoch.

„Provozier mich nicht, wenn dir dein Leben lieb ist!"

„Welches Leben?!"
Ich reiße mein Knie nach oben, direkt in seinen Bauch.

Er röchelt, fällt auf die Knie – und ich nutze den Moment.
Tritt. Nase. Blut.

Er stützt sich zitternd ab. Ich gehe an ihm vorbei, drücke ihn mit dem Fuß auf den Boden, knie mich auf seinen Rücken, ziehe ihn an den Haaren zurück.

Er schreit leise auf.

„Woher... hast du die Kraft?!" fragt er verwirrt.

„Ich hab nicht nur Köpfchen, Jakob."
Ich beuge mich näher zu seinem Ohr.

„Ab jetzt... meidest du mich.
Du löscht mich aus deinem Leben.
Sonst brech ich dir hier und jetzt das verdammte Genick. Verstanden?!"

Er windet sich. Ich drücke fester zu, ziehe stärker an seinem Haar.
„Ich FRAGE: hast du mich verstanden?!"

„JA! JA, MANN! LASS MICH LOS!"

Ich lasse los. Stehe auf.
Er kommt keuchend hoch, seine Nase blutet. Er sieht mich an –
verwirrt. Gebrochen.

„Was ist mit dir passiert, Jake?" fragt er heiser.

Ich sehe ihn kalt an.

Tja. Wenn du nur wüsstest.

„Du weißt nichts über mich.
Nichts darüber, was ich durchgemacht habe.
Was ich verloren hab."

Ich drehe mich um, gehe zum Auto.

„JAKE!" brüllt er hinter mir her.
„Was ist mit dir passiert?!"

Ich drehe mich kurz um.
„Lass. Mich. In. Ruhe."

Ich schlage die Tür zu, starte den Motor.
Mein Brustkorb zieht sich zusammen – Panik kriecht hoch.
Ich atme schwer, kralle mich ins Lenkrad,
zwinge mich, den Schlüssel zu drehen.

Mit quietschenden Reifen fahre ich los.
Im Rückspiegel sehe ich ihn.
Verwirrt.
Verletzt.

Das war's.
Unsere Freundschaft –
ein für alle Mal.

Ich greife nach meinem Handy.
Wähle ihre Nummer.

Es klingelt.
Einmal.
Zweimal.

Dann hebt sie ab.

„Hey."

Ich sage nichts. Kralle mich wieder fester ans Lenkrad.
Allein ihre Stimme bringt mich durcheinander.

Was, wenn ich sie zum letzten Mal höre?

„Jake...?"

Ich schüttele den Kopf, um den Gedanken zu vertreiben.

„Hey..." flüstere ich.

Stille.

„Was... ist passiert?"

Danger and Love (Überarbeitet)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt