Ich gehe die dunkle Straße entlang. Tränen laufen mir über die Wangen, ich wische sie weg, aber sie hören nicht auf. Mein Herz fühlt sich schwer an.
Ich verstehe nicht, warum er so zu mir war... Jake war noch nie grob, hat mich nie bedrängt... Nicht so.
Es fing alles an, als Jakob angerufen hat. War Jake etwa... eifersüchtig? Nein. Das kann nicht sein... Er empfindet doch nichts für mich. Zumindest hat er das nie gezeigt. Wir haben uns zwar geküsst, aber das war für ihn sicher nichts Besonderes. Oder doch...?
Ich schüttele den Kopf, laufe weiter. Richtung Schule - das Motel ist nicht weit, also hole ich mein Auto. Ich will einfach nur nach Hause. Weg von Jake. Nach dem, was gerade passiert ist, will ich erst mal nichts mehr mit ihm zu tun haben...
Mein Handy klingelt. Ich seufze, hole es raus. Eine Nachricht. Ich öffne sie - und wieder schießen die Tränen in die Augen. Ich beschleunige meine Schritte, ein beklemmendes Gefühl breitet sich in mir aus. Als würde mich jemand beobachten. Ich drehe mich ruckartig um - nichts. Ich laufe noch schneller.
Das fehlt mir gerade noch...
Endlich erreiche ich mein Auto. Ich setze mich hinein, atme tief durch. Dann lese ich die Nachricht nochmal.
~ Alisa, es tut mir leid. Ich wollte mich nicht wie ein Arsch aufführen. Ich habe mich von meiner Wut leiten lassen und Dinge getan, die ich niemals ohne deine Erlaubnis machen wollte. Bitte... antworte mir. ~
Mein Herz hämmert. Ich bin kurz davor, zu antworten. Ich tippe... lösche die Nachricht. Tippe wieder... lösche es erneut. Ignorier ihn, Alisa! Bleib stark. Meckert meine innere Stimme. Ich lege das Handy weg. Will gerade losfahren - da klingelt es.
"Ja, Jakob?" "Ist alles okay? Du klingst... traurig." "Ja, ja... alles gut. Bin nur müde, mehr nicht." antworte ich. "Hm... okay, wenn du das sagst." "Was möchtest du? Ich wollte gerade losfahren." frage ich ihn. "Oh. Ich wollte nur wissen, ob du noch bei Jake bist." Ich werde still. Traurig. Jakob reißt mich aus meinen Gedanken. "Hallo?" "Entschuldige...nein, ich fahre gerade nach Hause wieso fragst du?" frage ich skeptisch. "Ach, nur so. Neugier." Er klingt seltsam, aber ich ignoriere es. "Sag mal... wie war Jake eigentlich als Kind?"
Stille.
"Hallo? Noch da?" Er räuspert sich. "Wie Jake als Kid war...? Hm. Schwer zu sagen. Er war immer sehr still. Wollte nie mit irgendwem etwas zu tun haben. Ich fand ihn damals... merkwürdig. Dann, eines Tages, kam er völlig verstört zur Schule. Ich hab ihn angesprochen, aber er hat mich nur eiskalt angesehen. Ich ließ trotzdem nicht locker. Ich glaube, irgendwann wurden wir Freunde. Er hatte damals schon total das Ding mit Computern - dadurch konnte ich überhaupt erst zu ihm durchdringen." Er hält inne. "Wieso fragst du das?" Ich überlege, wie ich es sagen kann, ohne dass er Verdacht schöpft. "Einfach nur so. War er... manchmal aggressiv oder grob?"
Wieder stille. Ich starte den Motor, stelle das Handy auf Lautsprecher. "Es gab mal ein paar Jungs, die ihn gemobbt haben. Da hat er sich gewehrt - denen sogar eine verpasst. Aber sonst... war er nicht aggressiv." Pause. Dann wurde er ernst. "Alisa... hat er dir was getan?"
Ich versuche, meine Tränen zu unterdrücken. Aber meine Stimme verrät mich. "Ähm... nein. Hat er nicht. Ich... Ich melde mich später, ich fahre gerade." Er seufzt. "Alisa... du würdest mir das sagen, oder? Wenn er dir etwas getan hat?" "Ja. Ich weiß, dass du es rausfinden würdest." "Ganz genau. Ich bring ihn um, wenn er dir wehtut." "Ich weiß. Bis später."
Ich lege auf, fahre rechts ran und kann nicht mehr. Ich breche in Tränen aus. Ich will nicht, das er es erfährt... Ich will nicht, dass jemand zwischen Jake und mich gerät... Mein Handy vibriert erneut. Eine neue Nachricht.
~ Alisa, es tut mir wirklich leid... Ich hab dich richtig gern und will nicht, dass du mich ignorierst. Bitte verzeih mir... Ich wollte dich nicht so grob anfassen oder dich zu irgendwas zwingen. ~
Ich starre auf den Text. Mein Herz rast.
Er hat mich gern...
Ich wische mir die Tränen weg. Ich will ihm antworten. Ich will ihm glauben. Aber stattdessen lege ich das Handy beiseite. Und fahre nach Hause. Schweigend. Mit gebrochenem Herzen.
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Danger and Love (Überarbeitet)
De TodoJake vertraut niemandem. Nicht der Welt. Nicht sich selbst. Schon gar nicht seinem Herzen. Als Hacker lebt er im Untergrund - unsichtbar, unnahbar, und bereit, jeden auszuschalten, der zu nah kommt. Doch dann trifft er sie. Ein Mädchen aus dem Heim...
