„Ich weiß, woher ich dich kenne, Jake.“
Ich drehe mich zu ihr um, sehe sie verwirrt an. Schweige.
„Ähm… du kamst damals in dasselbe Heim wie ich. Als kleiner Junge warst du total abwesend, wolltest mit niemandem reden. Die anderen Kinder haben dich gehasst – oder hatten Angst vor dir. Ich fand dich schon damals interessant, aber ich hatte Angst, dich anzusprechen. Und irgendwann warst du plötzlich nicht mehr da …“
„Dann warst du das, die mich ständig aus der Ferne angestarrt hat?! Woher weißt du, dass ich hier bin?!“
Ich unterbreche sie. Härter, als ich es selbst erwartet hätte.
Wut kocht in mir hoch.
Ich balle meine Hände zu Fäusten, sehe sie kalt an.
„Ich muss los. Du kommst ja offensichtlich alleine klar.“
Bevor sie antworten kann, drehe ich mich um, marschiere zu meinem Auto – und fahre davon.
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Zuhause.
Ich werfe meine Jacke aufs Sofa, schnappe mir die Tasche, ziehe das Notebook heraus. Als ich sehe, was mein Programm über sie herausgefunden hat, bleibt mir fast die Luft weg.
Was zur Hölle?!
Es ist tatsächlich sie.
Wie kann das sein?
Woher weiß sie all das?
Ich setze mich hin, starre auf den Bildschirm. In meinem Kopf rauscht es.
Heim.
Nicolai.
Adoption.
Der Tod meiner Mutter.
Ich reiße mich hoch, packe den Stuhl neben dem Sofa – und schmettere ihn quer durch den Raum.
Krach.
Stille.
Ich atme schwer.
Ich hab alles getan, um unter dem Radar zu bleiben.
Und jetzt? Kommt sie daher und reißt alles ein.
Plötzlich vibriert mein Handy.
Eine Nachricht. Von ihr.
„Ich bin’s, Alisa. Jake, bitte hör mir zu.
Ich weiß, er wird nicht begeistert sein, dass ich das sage – aber ich bin dir eine Erklärung schuldig.
Damals, nach dem Heim, habe ich einen Freund namens Jakob angerufen. Er hat mir alles gegeben: Infos über dich, deine Nummer …
Er meinte, er kennt dich. Ich hoffe nur, du bringst ihn dafür nicht um.
Aber ich dachte, du willst wissen, woher ich das alles habe.
Alisa.“
Ich lehne mich zurück.
Jakob. Dieser verdammte Idiot.
Ich beschließe: Ich halte mich von ihr fern.
Aber Jakob …
Jakob hat was zu erklären!
Ich setze mich an meinen Rechner. Öffne ein paar Tools.
Ich will ihn nicht suchen – wirklich nicht.
Aber er schuldet mir was.
Nach ein paar Stunden finde ich eine Spur. Genug. Ich tippe:
~ Jakob? Ich bin’s, Jake. Melde dich SOFORT. Du bist mir eine Erklärung schuldig!!! ~
Keine halbe Stunde später vibriert das Handy.
~ Jake, altes Haus! Was verschafft mir die Ehre? Woher hast du meine Nummer? Ach ja, stimmt – du bist ja ein raffinierter Hacker. Was kann ich für dich tun? ~
Ich rolle mit den Augen.
~ Lass den Scheiß. Kannst du mir erklären, warum du meine Daten an ein Mädchen weitergibst?! Eine Fremde?! ~
~ Ach DAS meinst du … Ich dachte schon, du willst die Freundschaft wieder. 🤷🏽♂️
Ja, ich hab ihr das gegeben. Sie hat ein Auge auf dich geworfen – und da ich ein guter Freund bin, hab ich ihr geholfen, dich zu finden. Was ist schon dabei? ~
~ Ein guter Freund? Du bist ein verdammter Idiot!
Ein guter Freund verpetzt seinen besten Freund nicht beim Vater und verrät nicht, wo man sich heimlich trifft! ~
Stille.
Dann wieder ein Vibrieren.
~ Man, Jake … ich hatte Schiss vor deinem Vater, okay?!
So wie der dich verprügelt hat, dachte ich, er knallt mir auch eine, wenn ich nichts sage.
Es tut mir leid, ehrlich. Ich wollte nicht, dass unsere Freundschaft daran zerbricht.
Aber als du dich einfach nicht mehr gemeldet hast … wusste ich nicht, was ich tun soll.
Dann hat Alisa mich gefragt. Und ich hab ihr die Infos gegeben. ~
Ich starre aufs Display.
Er hatte Angst vor meinem Vater? Das … wusste ich nicht.
~ Weißt du eigentlich, was ich alles durchgemacht hab wegen deiner Aktion?!
Egal.
Jakob – woher kennst du sie überhaupt? ~
Seine Antwort kommt schnell.
~ Sie war meine Nachbarin. Wir kennen uns von klein auf.
Ihre Eltern waren Alkoholiker.
Irgendwann wurde das Jugendamt eingeschaltet. Dann war sie weg.
Mehr weiß ich auch nicht. ~
Ich sage nichts.
Aber das Handy vibriert erneut.
~ Jake, sie ist echt ’ne Liebe.
Sie meint es ernst.
Als sie mich gefragt hat, ob ich einen „Jake“ kenne … das war nicht irgendein Mädchen-Gequatsche.
Sie hat es wirklich gefühlt.
Was hätte ich tun sollen? ~
~ Vielleicht mal drüber nachdenken, ob ich damit einverstanden bin?!
Ich hab mich nicht umsonst abgeschottet.
Und jetzt hab ich Stress wegen ihr. Danke auch. ~
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Danger and Love (Überarbeitet)
AcakJake vertraut niemandem. Nicht der Welt. Nicht sich selbst. Schon gar nicht seinem Herzen. Als Hacker lebt er im Untergrund - unsichtbar, unnahbar, und bereit, jeden auszuschalten, der zu nah kommt. Doch dann trifft er sie. Ein Mädchen aus dem Heim...
