Gelangweilt sitze ich Zuhause und arbeite an einer Skizze, als sich vor mir auf dem Bildschirm meines Computers ein Fenster öffnet. Er schon wieder.
Rovers2412: Ich habe dich heute in der Schule gesehen
Rovers2412: Du hast Tabletten genommen
Rovers2412: Dir schien es überhaupt nicht gut zu gehen, da du so sehr gezittert und schwer geatmet hast
Rovers2412: Was waren das für Tabletten?
EsJaBlack: Mein Privatleben geht dich ganz und gar nichts an, Idiot. c;
Rovers2412: Ich mache mir Gedanken um dich, Esra
EsJaBlack: Ich bin kein kleines Kind mehr, Rovers2412. Wenn du mich entschuldigen würdest, ich habe etwas Besseres vor ;)
Rovers2412: Ach und was? Auf deinem Block herum zu kritzeln?
EsJaBlack: Du hast keine Ahnung, also halt die Fresse -.-
EsJaBlack: Sag mal, habe ich dir nicht gesagt, dass du mir nie wieder schreiben sollst?
Rovers2412: Ja, irgendwie so etwas in der Art :)
EsJaBlack: Und warum machst du das nicht?
»Esra? Ich bin Zuhause«, höre ich meinen Vater von unten rufen und kurz darauf ertönen Schritte auf der Treppe. Zuerst dachte ich mir, dass ich hier nichts Schlimmes liegen habe, aber als ich mich umschaue, weiten sich meine Augen, als ich die Cheerleaderuniform auf meinem Bett sehe.
Eigentlich wollte ich ganz schnell aufspringen und die Uniform unters Bett schieben, aber mein Vater steht schon längst in der Tür und sieht alles andere als erfreut aus, als er die Uniform sieht.
»Esra, sagt mir nicht, dass es das nicht, wonach es aussieht«, meint Daddy und lässt ein Seufzen über seine Lippen kommen. »Du weißt, dass das-«
»Ich weiß«, unterbreche ich ihn schnell. »Aber ich liebe das Cheerleading, Dad! Ich liebe die Choreographien, das Anfeuern des Schulteams, und noch vieles mehr. Willst du mir das alles nehmen? Du musst mir nicht sagen, dass das riskant ist, ich weiß es selbst, aber ich war schon immer risikofreudig.«
Dad seufzt. »Esra Jane Blackheart«, sagt er in einem strengen Ton, aber dann ziert ein leichtes Lächeln sein Gesicht. »Du weißt, dass ich dir keinen Wunsch abschlagen kann, da du meine kleine Prinzessin bist. Ich erlaube es dir, aber dafür musst du mir drei Dinge ganz fest versprechen.«
»Egal was es ist, ich verspreche es Daddy«, meine ich schnell und lächle leicht.
»Erstens, deine Mutter darf es nie und nimmer erfahren, sie würde mir einen Kopf abhacken. Zweitens, du musst deine Tabletten regelmäßig einnehmen und drittens, du machst eine Pause, wenn du Zeit zum Atmen brauchst. Ich will keinen Anruf auf der Arbeit bekommen und hören, dass du im Krankenhaus bist, weil du während eines Spiels zusammengebrochen bist.«
»Versprochen, versprochen und versprochen!«, sage ich und sehe ihn leicht grinsend an. »Noch etwas?«
»Du solltest mit der Kapitänin der Cheerleader reden. Du solltest ihr sagen, dass du eine ernste Krankheit hast«, meint Dad und ich nicke seufzend. »Gut. Die Nachbarn kommen in einer guten Stunde zum Abendessen. Sie wollen dich unbedingt kennenlernen. Mach dich hübsch.«
»Und wer kocht? Du?«, frage ich und grinse ihn spöttisch an.
Er schüttelt lachend den Kopf: »Marina kommt hierher und kocht etwas Schönes.«
»Wird Giulia da sein?«, frage ich neugierig und mein Vater schüttelt den Kopf. »Ja! Äh, ich meinte; ouch, wie schade.«
»Du freust dich so oder so«, lacht mein Vater und seufzt dann. »Gut, wie gesagt, mach dich fertig.«
»Ja, Daddy«, grinse ich, stehe auf und schiebe ihn aus meinem Zimmer. Dann widme ich mich meinem Kleiderschrank und überlege, was ich anziehen könnte.
Letzten Endes habe ich zwei Outfits herausgelegt und stehe nachdenklich davor. Oberteil mit Röckchen und der Leggings sagt ungefähr »Ich bin Daddys Prinzessin. Nett, lieb und brav« und die schwarze Jeans mit weißem Shirt und kariertem Hemd sagt »Hey, ich bin locker, bin für einen Spaß zu haben und bin immerzu freundlich, kann aber auch rebellisch sein«. Letztlich entscheide ich mich für das zweite Outfit und gehe zu meinem Schrank, aber zuvor schiele ich zur Kamera und merke, dass ich in einem Winkel stehe, in welchen man mich nicht sehen kann.
Erleichtert schnappe ich mir frische Unterwäsche, nehme dann schnell das Outfit und verstecke meine Unterwäsche darunter - meine Zuschauer müssen nicht unbedingt wissen, was für Unterwäsche ich trage.
Schließlich verlasse ich mein Zimmer und verschwinde ins Badezimmer, was mir mein Vater überlassen hat.
Summend entledige ich mich meiner Kleidung und stelle mich unter die Dusche, die ich dann auch anstelle und schnappend nach Luft hole, da das Wasser mehr als nur arschkalt ist.
Allerdings wird es nach einigen Sekunden wärmer und irgendwann wieder zu warm, weshalb ich eine gute Temperatur dazwischen suche.
Ansonsten geht es unter der Dusche alles ganz schnell: Haare waschen, auswaschen, Körper waschen, abwaschen und unnötige Härchen entfernen.
Dann verlasse ich wiederum auch die Dusche, nachdem ich das Wasser ausgestellt habe, und trockne mich mit einem großen Handtuch ab. Danach ziehe ich mir schnell meine Unterwäsche an, um mich dann vor dem Spiegel hinzustellen. Schließlich bekämpfe ich meine Haare mit einer Haarbürste und einem Föhn, sodass sie am Ende leicht gewellt hinunterfallen.
Seufzend schnappe ich mir meine Anziehsachen und schmeiß sie über, ehe ich mich dezent schminke und in mein Zimmer verschwinde. Ein kurzer Blick auf den Bildschirm meines Computers verrät mir, dass ich soeben eine Nachricht bekommen habe.
Rovers2412: Gut siehst du aus, wirst du ausgeführt?
EsJaBlack: Das geht einfach mal so gar nichts an.
Kopfschüttelnd ziehe ich mir noch bequeme Schuhe an, um dann hinunterzugehen, da es an der Tür geklingelt hat. Ich kann von hier aus sehen, dass mein Vater noch gar nicht in der Nähe von der Tür ist, weshalb ich die Tür einfach öffne und alle breit angrinse.
»Guten Abend!«, begrüße ich sie. »Ich bin Esra Blackheart, die Tochter von John.«
»Schön dich kennenzulernen, Esra«, begrüßt mich die Frau mit einem Lächeln. »Mein Name ist Cynthia Michaels, das ist mein Mann Chris Michaels und das ist ein Austauschschüler aus Irland, der für ein Jahr bei uns wohnst, Niall Horan.«
»Nett euch alle kennenzulernen, kommt doch herein«, bitte ich sie und gehe einen Schritt beiseite. Während sie hereinkommen, stelle ich mich neben die Garderobe und nehme Cynthia die Jacke ab, um sie dann wegzuhängen. Niall schließt währenddessen die Tür und grinst Esra schief an.
»Guten Abend Cynthia, Chris.«
Mein Vater kommt die Treppe hinunter und schließt Cynthia in eine kurze Umarmung, ehe er Chris brüderlich umarmt und auf die Schulter klopft.
»Hallo Niall, schön dich wiederzusehen«, meint mein Vater dann zum Austauschschüler, der seine Begrüßung erwidert. Dann wendet sich mein Vater mir zu. »Esra, das Essen dauert bestimmt noch ein bisschen. Wie wäre es, wenn du mit Niall hochgehst und euch zum Beispiel anfreundet?«
»Wird gemacht, Dad«, grinse ich und gehe dann zur Treppe, wobei mir Niall nur stumm nach oben folgt. Schließlich stoße ich meine Tür auf und gehe hinein. »Willkommen in meinem Reich.«
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Blackheart
Fiksi Penggemar„Als du erfahren hast, dass ich dein Lehrer bin, wurdest du deinem Nachnamen gerecht und hast mir die kalte Schulter gezeigt. Aber hoffentlich weißt du, dass deine Versuche mich loszuwerden mich dazu bringen, dich immer mehr zu wollen." © Cover by...
