Entsetzen-Hermine

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Ich sitze mit Ron an einem Tisch im hinteren Teil der "Drei Besen". Nicht weit entfernt sitzen Harry und Ginny, sowie Draco und Pancy. Ich kann die ganze Zeit nicht anders, als zu Draco zu starren. Immer wieder wandern meine Augen an Ron vorbei, der zum Glück nichts bemerkt.

Nachdem Draco mich verletzt hatte, wollte ich es nochmal mit Ron versuchen. Uns nochmal eine Chance geben. Allerdings stellt sich das gerade als Fehler heraus, denn ich bin eindeutig nicht in Ron verliebt. Wäre ich bei Draco geblieben, würden wir jetzt zusammen dort drüben sitzen. Warum bin ich nicht bei ihm geblieben? Es war eine große Gefühlswelle, als Malfoy mir seine Liebe gestanden hatte.

In Gedanken noch bei diesem Moment schaue ich wieder zu Draco und Pancy. Er lächelt. Diese wunderschönen Augen fangen an zu glänzen und dann tut er etwas, dass ich weder erwartet hatte, noch gut finde. Malfoy küsst Pancy!

"Ron, mir geht es nicht so gut. Wahrscheinlich bin ich noch nicht über ihn hinweg... ich meine, noch nicht wieder ganz gesund." Ron schaut mich an. Ich kann seine Zuneigung und vorallem die Hoffnung in seinem Blick sehen und schon jetzt tut mir alles weh, wenn ich daran denke, dass ich ihm später erneut das Herz brechen muss. Ihm die Hoffnung auf ein Happy End zu nehmen, fällt mir schwer, aber soll ich mich denn immer verstellen?

"Willst du zurück zur Schule gehen?" War das Entäuschung, die in seiner Stimme mitschwang? "Nein, aber ich würde gerne an die frische Luft." Er nickte und ich lächelte ihn dankbar an. Als wir bei Ginny und Harry vorbeikamen, blickten beide auf. "Ihr geht schon?", fragt Harry uns und Ron antwortete, während ich mit Ginny Blickkontakt herstellte und sie sofort verstand.

Sie hatte schon nach der Sache mit Malfoy gemerkt, dass etwas vorgefallen war, also hatte ich ihr alles grob erzählt. Außerdem war auch sie der Meinung, dass Ron und ich keine Zukunft hatten. Zumindest nicht als Paar.

Ginny blickte mitfühlend und in meine Augen traten Tränen, als ich ein letztes Mal zu Malfoy blickte. Pancy saß jetzt auf seinem Schoß.

"Nein, danke. Ginny. Ron und ich gehen spazieren. Wir sehen uns dann im Schloss, ihr zwei." Mit einem leichten Nicken bestätigte ich meine Worte, nahm Rons Hand und zog ihn raus auf die Straße.

Wortlos machten wir uns auf den Weg zur Heulenden Hütte. Dort setzten wir uns auf eine, aus dem Boden herausragende, Wurzel und Ron begann mal wieder über Quidditch zu reden. Doch diesmal genoss ich diese sinnfreie Unterhaltung und fing an mich zu entspannen. "Morgen haben wir wieder Spiel. Du wirst sehen. Unser Team ist dieses Jahr noch besser." Ein leichtes Lächeln lag auf meinen Lippen, dass echt wurde, als ich mich Ron zuwandte und seine Begeisterung sehen konnte.

Ich konne sehen, wie Ron seine Augen von meinen Augen auf meine Lippen wandern ließ. Er wollte mich küssen. Aber konnte ich das? Würde er vielleicht zu viel interpretieren? "Ron, ich kann dich jetzt nicht küssen.", sagte ich, als er begann sich vorzulehnen. "Oh, ok." Er wandte den Blick ab und wir versanken in Schweigen.

Na super Hermine! Jetzt hast du ihn wieder verletzt. Aber vielleicht war das auch gut so, denn dann tut es am Ende nicht ganz so doll weh.

"Ich bin wirklich froh, dass du uns noch eine Chance gibst." Frustration machte sich breit in mir breit, als Ron diese Worte aussprach. "Ich auch.", sagte ich deshlab knapp. "Wollen wir zum Schloss zurück? Du siehst nicht gut aus." Daraufhin musste ich lachen: "Na schönen Dank auch. Lass uns gehen." Ron schien aufgefallen sein, dass sein Satz doppeldeutig war und für kurze Zeit sah er bestürzt aus. Dann fing auch er an zu lachen und zog mich mit einem Arm näher an sich.

Trotz allem genoss ich seine Nähe und so liefen wir zusammen den Berg zum Schloss hinauf.

In der Eingangshalle trafen wir Harry und Ginny. Auch Draco stand in einer Ecke, doch Pancy konnte ich nirgendwo sehen. Ich konnte spüren, wie Draco meinen Blick suchte, doch ich ignorierte ihn gekonnt und wandte mich Ron zu. "Danke für heute. Du hast mich auf andere Gedanken gebracht."

Ich war ihm wirklich dankbar. Keine Sekunde länger hätte ich in dem Pub bleiben können.

Rons Arm war immernoch um mich geschlungen und obwohl ich wusste, dass weder mir, Ginny noch Malfoy das Folgende gefallen würde, tat ich es trotzdem. Ich tat es, um Malfoy zu ärgern, Ron zu danken und um zu bestätigen, wen ich liebe.

Ich drehe mich also in Rons Armen um und küsste ihn, wenn auch nur kurz, auf den Mund. Seine Lippen waren nicht so weich wie die von Malfoy, aber ich durfte ihn nicht vergleichen, denn eines wusste ich jetzt. Gegen Malfoy würde Ron immer verlieren.

Eine kalte Affäre | DramioneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt