Alles begann, als sie mich auf dem Schlossgelände von Hogwarts geschlagen hat. Dieser Blick in ihren Augen, diese rohen Emotionen, dieser Hass. So kannte ich sie nicht, so kannte sie niemand. Dieser Tag, dieser Moment und jede Sekunde dieses Moments war in mein Hirn eingebrannt. Ich konnte es nicht vergessen, sie nicht vergessen. Immer wieder spielte sich alles in meinem Kopf ab, wenn ich ins Bett ging, wenn ich aufstand oder wenn ich auch nur eine ruhige Minute zum nachdenken hatte...
Das alles brachte mich durcheinander und stellte mich vor ein Rätsel. Meine Noten wurden noch schlechter als ohnehin schon. Selbst Snape konnte sich keine Ausreden mehr einfallen lassen, warum ich eine gute Note in Zaubertränke bekommen sollte. Zu dieser Zeit zog ich mich ganz zurück, verbrachte die Tage im Schlafsaal und Nachts schlich ich über das Gelände des Schlosses. Ich wollte mit niemandem reden, weder mit Grabby oder Goil, noch mit Pansy. Doch plötzlich musste ich reden, denn es waren Ferien und ich war nach Hause gefahren.
Ständig fragte mich meine Mutter, wie es mir ginge und mein Vater redete nur vom reinen Blut. Erst da stellte ich fest, wie verkorkst meine Familie war. So verliefen meine Ferien ereignislos bis zum letzten Tag. Dann jedoch, beim Abendessen mit der ganzen Familie, erzählte mein Vater vom Ministerium und wie er sich wiedereinmal bei einem Verfahren eingemischt hatte. Es ging um ein Muggelehepaar, welches irgendwie in das Ministerium für Zauberei gekommen war. Jedenfalls hatte mein Vater dafür gesorgt, dass die beiden nach Askaban kamen.
Als ich das hörte, drehte ich durch und stampfte wütend und so laut wie nur möglich in mein Zimmer, wo ich mit aller Kraft gegen meine Tür trat. Doch gleich darauf erschrak ich vor mir selbst, denn ich war noch nie so aufbrausend gewesen, schon gar nicht bei so einem Thema. Kühle Arroganz war eher mein Ding. Klar, ich musste zugeben, wie es den Muggeln erging, war mir immer schon gleichgültig, aber auch bei anderen Themen ist es mir nie so gegangen. Ich hätte Vater schlagen können vor Wut.
Ausgelaugt und müde lag ich auf meinem Bett und dachte wiedereinmal nach. Doch nicht lange, denn ich schlief bald ein. Ich träumte von Hogwarts und von ihr, wie sie freundlich lächelnd über die Wiese lief, auf mich zu kam und mir ihre Arme um den Hals schlung. Das alles überraschte mich so sehr, dass ich aufwachte.
Seufzend setzte ich mich auf. Enttäuscht, fast wütend, blickte ich in meinem Zimmer umher und es entstanden viele Fragen in meinem Kopf: Wieso hatte ich so etwas geträumt? Was wäre passiert, wenn ich nicht aufgewacht wäre? Könnte ich den Traum weiterträumen?
Schnell legte ich mich wieder auf den Rücken und schloss die Augen. Eine Hoffnung hatte von mir Besitz ergriffen, eine Hoffnung, die mich glauben ließ.
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Eine kalte Affäre | Dramione
FanfictieSie mag Ron, aber lieben tut sie jemand anderen. Er ist nicht gut für sie und wird ihr das Herz brechen, aber wer kann schon gegen seine Gefühle ankämpfen? Fanfiction: Draco Malfoy x Hermine Granger