Kapitel 27

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Mira P.o.v

Ich konnte es nicht glauben. Weder konnte noch wollte ich verstehen, was hier vorgefallen war. Sie waren in meinen Gedanken in meinen Erinnerungen. Wie konnten sie es wagen?! Ich fühlte mich verraten. Mein Kopf schwirrte während die anderen quer durcheinander redeten. Tante Lydia fragte hysterisch alle fünf Sekunden wie es mir denn ginge. Onkel Nick versuchte zu erfahren was ich den bräuchte, der Alpha versuchte aus den anderen heraus zu bekommen was passiert war. Doch die wiederum laberten verstört durcheinander und versuchten aus dem schlau zu werden was sie erfahren hatten. Aber was hatten sie erfahren? Was wussten sie, und wie viel?

Kalter Schweiß rann meine Haut herunter und meine Atmung beschleunigte sich. Das durfte einfach nicht wahr sein. Das war nicht richtig! Es sollte doch ein Neuanfang für mich werden! Ich stand total neben mir. Mein Verstand verschwamm, meine Sinne schienen verwirrt. Ich war überfordert.
Überfordert mit den ganzen Stimmen
Mit den vielen Informationen
Mit allem um mich herum
und allem in mir drin

Ich war mit der gesamten Situation überfordert. Sarah sah mich mitleidig an, die anderen stammelten verwirrt durcheinander. Keiner sagte etwas was Sinn ergab, was meiner Unruhe nicht gerade half. 007 mied meinen Blick, er starrte auf den Boden vor ihm, er saß an die Liege gelehnt auf der ich aufwachte. Was war hier bloß los.
Alles war hier viel zu laut, ohne Sinn und Verstand!

„KLAPPE!!!!!!!" schneidend hallte mein schriller schrei durch den Raum und ließ das Chaos verstummen. Erschöpft schloss ich kurz die Augen und atmete tief durch. „Also gut, nochmal von vorne. Ich hatte mal wieder Albträume und ihr habt beschlossen dass es das beste wäre in meinen Erinnerungen zu wühlen?! Was besseres ist euch wirklich nicht eingefallen??!!"
Betreten schwiegen die anderen kurz, bevor Bella energisch erwiderte ,,Erstens hatte wir mega Angst, du hast geschrien! Und geblutet! Wir wussten nicht was ab ging! Und zweitens war es die Idee von der Kräuterhexe." ,,Wie bitte was??" Entsetzt sah ich sie an. Ein räuspern lenkte meinen Blick auf eine alte Frau in einem grünen, mit bunte Blüten bestickten Kleid und einer riesigen Brille. ,,Mein Name ist Marta, ich wurde von Florian um Hilfe gebeten." Gab diese mit rauchiger Stimme von sich. ,,Und Kindchen, ich bin keineswegs eine Kräuterhexe! Von solch Unfug halte ich mich stets fern." Gab sie tadelnd von sich. Woraufhin Bella sie kritisch musterte und anschließend die Augen verdrehte. ,,Und nun muss ich wieder gehen, ich empfehle mich." mit einem leichten nicken in Richtung Florian verschwand sie durch die Tür. Erst dann fand mein Blick den von 007 doch dieser schaute sofort auf seinen Alpha. Ich wusste immer noch nicht wie er hieß und dabei war er auch, wie die anderen, in meinen Kopf eingedrungen.

Ich legte einen Recht neutralen Blick auf, versuchte jede Furcht aus meinen Zügen zu verbannen. Ich schwang meine Beine über die Kante der Liege, bereit aus der Tür zu stürmen und nicht einem von ihnen je wieder unter die Augen zu treten. Doch ein scharfer schmerz zog sich durch meinen Bauch, mein rechtes Bein hinauf und durch mein Gesicht. Doch nichts war vergleichbar mit dem pochen das durch meinen Kopf halte, als hätte dort drinnen ein Erdbeben stattgefunden. Ein leises zischen konnte ich leider nicht unterdrücken, woraufhin ein ruck durch alle anwesenden ging.
007 sprang auf und drückte mich sanft aber bestimmt zurück auf die Liege und schob auch meine Beine wieder rauf. Dennoch mied er meinen Blick.
Lydia erschien neben ihm und strich mir sanft über die Stirn, während Florian versuchte die anderen aus dem Zimmer zu scheuchen, erfolglos.

Eine Bewegung an meinem Pullover ließ mich erneut aufschrecken und, trotz des schmerzes, von der Liege springen. Allerdings hielten meine Beine nicht stand und gaben nach. Bevor ich fiel fing mich jemand auf und als ich auf sah, erblickte ich die faszinierend grauen Augen von 007. ,,Vorsicht!" Mahnte dieser mich und beförderte mich erneut auf die Liege.

Erst jetzt bemerkte ich den älteren Herrn im weißen Kittel, auf der anderen Seite der Liege. ,,Junge Dame! Ich habe viel mühe in die Versorgung ihrer Wunden gesteckt. Was nicht sehr einfach war, da sie permanent um sich schlugen. Allerdings bin ich kein Magier. Ich muss sie daher bitten nicht so ruckartige Bewegungen zu tätigen!" geschäftig fuchtelte er mit einem Verband vor meinem Gesicht herum. ,,Und wer sind sie jetzt?" fragte ich, zugegebener Weise ein wenig unfreundlich, und setzte schnell ein ,,Sir" hinterher. ,,Das ist Dr. Stone, er versuchte deine Wunden zu behandeln während die Kinder nach der Ursache in deinem Kopf suchten." Erklärte mir Tante Lydia. ,,Oh, danke." gab ich schüchtern von mir. Der Schmerz in meinem Bauch ließ mich herab sehen und den riesigen dunklen Fleck auf meinem Neon Grünen Pullover eindecken. ,,Darf ich?" Fragte Dr. Stone freundlich und deutete auf einen kleinen Beistelltisch. Darauf befanden sich mehrere Mullbinden, Nadel und Faden und andere Medizinisch aussehende Utensilien. Vorsichtig nickte ich und schon machte er sich an die Arbeit. Ich beobachtete wie er sich eine Schere griff und mit flinken Bewegungen meinen Pullover am Bauch zerschnitt. Wahrscheinlich um besser an die dort klaffende Wunde heran zu kommen.

,,Wo bin ich eigentlich? Und wie bin ich hergekommen?" Fragte ich als ich meinen Blick von den Händen des Arztes nahm, in der Hoffnung er würde schon wissen was er tat. Doch bevor jemand antworten konnte, viel mir siedend heiß etwas ein ,, Einen Moment! Ihr Doktor Titel kommt doch davon das sie Human Mediziner sind, oder?" Ein sanftes Lächeln trat auf Dr. Stones Lippen. ,,Auch. Ich habe sowohl eine Humanmedizinische als auch Veterinärmedizinische Ausbildung. Also keine Sorge wegen Ihrer Menschlichen oder tierischen Seite. Aber eine berechtigte Frage. Darf ich nun weitermachen?" Erleichtert nickte ich und er begann erneut mit der Bearbeitung des zerrissenen Fleisches.
,,Mäuschen, du bist im Rudel-Haus, auf der Krankenstation. Deine Freunde brachten dich her, mehr weiß ich allerdings auch noch nicht." Antwortete Tante Lydia auf meine Fragen, bei den letzten Worten ging ihr prüfender Blick durch den Raum, und verblieb verdächtig lange an 007 hängen, welcher immernoch an meiner Seite stand und jede Bewegung des Arztes genauestens verfolgte. Als er jedoch Lydia's Blick bemerkte, schritt er vorsichtig zur Seite und heftete den seinen auf Alpha Florian. ,,Und dabei habt ihr mich durch einen Fleischwolf gedreht, oder was?" Dabei deutete ich an meinem Körper herab, insbesondere an die Stelle die gerade von dem Arzt genäht wurde. ,,Natürlich nicht!" Schossen James und Josh mir entgegen. ,,Diese Verletzungen hast du von ganz alleine bekommen!" Meinte nun Mike. ,,Als ob wir nicht auf dich aufpassen würden." Schmollte James weiter. ,,Ihr wollt mir weiß machen das mein Bauch von alleine mit mehreren Stichen genäht werden muß?" Prüfend hob ich eine Augenbraue.

Dr. Stone fing an zu glucksen „Das wollte ich zu Beginn auch nicht glauben" stellte dieser klar. Verwirrt sah ich diesen an. Waren hier alle verrückt geworden? „Doch sie haben recht, Ihr Körper steckte offenbar in einem Trauma fest, wirklich erklären ich mir dies allerdings nicht. Nichts desto trotz sagen die jungen Leute die Wahrheit, auch in meiner Gegenwart haben sie Verletzungen erlitten." sagte er abschließend nachdem er sich beruhigt hatte. Daraufhin Durchschnitt er einen Faden und begann meinen Bauch mit Mullbinden zu verbinden.
„Und fertig. Versuchen Sie es in nächster Zeit ruhig angehen zu lassen. Auch von der Transformation würde ich abraten. Zusätzlich sollten wir die Wundränder im Auge behalten, Ihre Heil Fähigkeit scheint beeinträchtigt zu sein. Es kann daher rühren das Ihr Wolf dem Trauma fern bleibt. Wir sehen uns in zwei Tagen, verstanden junge Dame?" Ich nickte nur zögernd.

Nachdem meine Wunden versorgt waren begann ich mich aufzurichten und wollte nichts mehr als von hier zu verschwinden. Im Augenwinkel bemerkte ich eine Bewegung in meine Richtung als ich aufstand. Und kurz dachte ich eine Hand an meinem Arm zu spüren, doch diese verschwand ganz schnell wieder.
„Kann ich jetzt nach Hause?" fragte ich Alpha Florian. „Ehm, Ic- Ja... ja geh dich ausruhen. Wir reden wenn du zur Untersuchung kommst." und damit verschwand er.

Nach Hause... Ich fühlte mich trotz allem wohl bei dem Gedanken wieder in das Haus meiner Verwandten zurück zu kehren. Und dennoch hielt ich mich ruhig auf dem Heimweg. Onkel Nick stütze mich und Tante Lydia versuchte die anderen zu überzeugen nach Hause zu gehen, doch diese lehnten ab und begleiteten uns durch den Wald. Tausend Dinge gingen mir durch den Kopf, doch am schlimmsten war die Schwäche die meinen Körper heimsuchte. Ich wollte nicht so sein, ich konnte es nicht ausstehen andere zu brauchen. Doch jetzt gingen gerade 9 Menschen um mich herum und gaben mir das Gefühl von Schutz und Sicherheit. Sie waren da als ich es nicht schaffte mich selbst zu retten.
Vielleicht, aber nur vielleicht, würde alles gut werden....

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1448 Wörter

The Show must go on!
Da bin ich wieder. Ich werde in nächster Zeit ein paar Dinge verändern. Gebt mir gerne Bescheid wenn ihr Logik Fehler entdeckt.

Eure Zoe

Alles hinterlässt SpurenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt