Jahrelang wurde mir immer und immer wieder gesagt das Gefühle einen Schwach machen. Und Schwäche konnte und durfte ich nicht zulassen. Am Anfang bin ich nach jedem Auftrag zusammen gebrochen und habe mir Stundenlang die Augen aus dem Kopf geheult. Immer wieder zögerte ich, doch das ließ mit der Zeit nach. Ich wurde zum Eiskalten Killer, ich habe ohne zu zögern das getan was man mir befohlen hatte. In der Gang bekam man einen anderen Namen. Shadow, so wurde die Gang von allen genannt, den wir waren wie Schatten und die Polizei konnte uns nie etwas Nachweisen. Einen Namen musste man sich aber erstmal verdienen, mein Name war eher Zufall. Als andere Gangs auf einen Auftragskiller aufmerksam wurden, der jeden ohne aufzufallen aus dem Weg schaffen konnte, gaben sie mir kurzer Hand den Namen Die Lebende Waffe. Für einen Auftrag zahlten sie viel Geld. Und somit kennt mich der ganze Untergrund, jedes Ranghohe Gangmitglied hätte mich Identifizieren können. Doch sie würden mich nicht an die Polizei verraten, sie wollen dass ich für sie Arbeite, aber das bringt die Angst wieder dass sie versuchen könnten mich mit aller Gewalt zu bekommen. Was mir aber noch viel mehr Angst macht sind die die sich rächen wollen für das was ich getan habe.
Doch jemand wie ich kann sich keine Gefühle leisten. Und schon gar keine Angst!
Aber während ich hier mit den anderen saß, fühlte ich etwas und zwar Geborgenheit, etwas was ich schon fast vergessen hatte das es überhaupt exestiert. Und dennoch stieg die Angst das meine Vergangenheit mich einholen könnte. Denn das würde sie alle gefährden, ich habe nicht mal ganz zwei Stunden mit ihnen verbracht und dennoch mach ich mir Sorgen. Sorgen dass ich sie in Gefahr bringe, Sorgen dass sie alles herausfinden und mich dann hassen. Ich habe Angst und dennoch hoffte ich das die Vergangenheit vielleicht keine ganz so tiefen Spuren hinterlassen hat wie ich dachte.
James' Perspektive
Ich war froh das Mira sich anscheinend mit den anderen verstand. Die Tatsache das sie sich erst mit 16 verwandelt hat, bekräftigte ihre Aussage dass sie nie in einem Rudel lebte. Denn in einem Rudel verwandelt man sich zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr. Während des Films zuckte sie nicht einmal zusammen, was Sarah und Chris gleich nutzten um sich hinter ihr zu verstecken.
Nach dem Film, verabschiedeten sich die anderen und nun saßen wir mit Mira im Zimmer und wussten nicht ganz was wir machen sollten, mir ging es einfach nicht aus Kopf dass sie sagte das der Bandenkrieg nur die offizielle Geschichte sei. Doch ich hielt meine Neugierde zurück, denn ich war mir sicher dass sie dicht machen würde und das will ich nicht. Es herrschte ein unangenehmes Schweigen zwischen uns. "Jungs ich geh Duschen wenn das okay ist?" Mira's Frage beantworteten wir beide mit einem Nicken. Warum zum Hänker fragt sie ob sie Duschen gehen darf?! Mir blieb nicht lange um mir darüber Gedanken zu machen, denn Josh zog mich in sein Zimmer und schloss hinter sich die Tür."Josh was ist lost?" Ich bekam lediglich ein "psst!" als Antwort. Komplett verwirrt ließ ich mich auf sein Bett fallen und wartete darauf das er etwas sagte. Ich hörte wie eine Zimmertür geöffnet und wieder geschlossen wurde und kurz darauf ging das Wasser an. "Ich mach mir Sorgen um sie, James."
"Hä?" "Hast du das nicht bemerkt? Beim Film war sie ganz gechillt, das hat ihr nichts ausgemacht, aber bei jedem Geräusch in der umgegebung zuckt sie zusammen, bei jeder schnellen Bewegung ist es so als ob sie erwartet angegriffen zu werden. Und die Sache mit ihrem Training und Ernährungsplan? Sie ist total in Panic geraten als ihr das rausgerutscht ist." er sprach leise aber dennoch mit sehr viel Nachdruck in der Stimme."Was hast du erwartet? Eine Rosa Prinzessin, die rumhüpft und singt?! Sie ist von einem der gefährlichsten Gangleader der Welt erzogen worden. Wahrscheinlich hat sie so einiges miterlebt, sowas geht nicht Spurlos an einem vorbei. Wir müssen einfach für sie da sein und aufpassen das ihr nichts passiert, vielleicht wird sie sich uns dann irgendwann anvertrauen. Ein normales Leben wird sie wahrscheinlich nie haben, doch ich werde alles dafür tun dass sie sich wohl fühlt." als ich meine kleine Rede beendet hatte blickte ich meinem Zwilling in die Augen. Er verstand wie ernst es mir wahr. Auch er wollte das Mira sich wohl fühlt.Gerade als das Wasser nicht mehr zu hören war, sprang Josh auf und strahlte übers ganze Gesicht. "Was is denn jetzt los?" Also echt, langsam zweifle ich an seinem Verstand wenn er so weiter Grinst. "Wir spielen ein Spiel um ihre Nase zu Trainieren." "Was? Wie kommst du denn jetzt darauf?"
Er erklärte mir seinen Plan und ich fand die Idee gar nicht schlecht. So lenken wir sie ein wenig ab und sie lernt mit ihren Fähigkeiten umzugehen. Na dann, Let's go!Mira's Perspektive
Das heiße Wasser half mir meine Gedanken zu ordnen. Ich stieg aus der Dusche und wickelte mich in ein großes Handtuch. Die Badezimmertür leicht offen lugte ich in den Flur, niemand zu sehen, also huschte ich schnell in mein Zimmer. Ich suchte mir etwas zum anziehen raus.
Nun stand ich im Sport BH und schwarzer Jogginghose vor dem Spiegel. Sachte Strich ich über die innenseite meines Unterarms, eine Erinnerung an all das schlimme was passiert war. Selbst wenn ich wollte, ich konnte nicht vergessen.
Wie eingebrannt.
Es wird für immer da sein und mich an die schrecklichsten Momente meines Lebens erinnern.Ein klopfen riss mich aus meiner Gedankenwelt. "Einen Moment noch." rief ich. James stand vor der Tür und sagte dass ich in die Küche kommen sollte wenn ich fertig sei. Ich schob meine Gedanken beiseite und zog mir noch schnell einen dünnen Pullover an, ich band meine dunkel blonden Haare noch zu einem Messi-bun und fertig.
Neugierig lief ich die Treppe runter.
"So, ich bind dir jetzt die Augen zu ok?" Josh hielt mir eine Augenbind hin. Sofort fingen alle meine Alarmglocken an zu schlagen. "WAS?! Warum?" meine panik war unüberhörbar. "Keine Sorge wir spielen ein Spiel. Wir haben ein paar Dosen vorbereitet und du sollst anhand des Geruchs erraten was drinne ist. So trainierst du deine Nase zu nutzten okay?" Josh blieb ruhig und reichte mir die Augenbinde. Mit einem leisen "okay" band ich mir diese um und ließ mich in die Küche führen. Ich hätte mir am liebsten die Augen nicht verbunden, denn Vertrauen tue ich den beiden noch nicht auch wenn ich es gerne würde, es klappt einfach noch nicht. Aber wer kann es mir übel nehmen bei meinen Erfahrungen?
In der Küche wurde mir etwas unter die Nase gehalten, es roch süßlich und erinnerte mich an Weihnachten. "Vielleicht Zimt?" gab ich nach längere Überlegung von mir. "Ja, das ist Zimt." James Grinsen konnte man deutlich hören.
Wir spielten weiter, ich wurde immer ehrgeiziger, es wurde aber auch immer schwerer und die Dosen wurden weiter weggestellt. Das hat riesigen Spaß gemacht. Selbst wenn die Antwort falsch war hatten wir immer viel zu lachen.______________________________________
1172 WörterHey, sorry das so lange keiner neuer Teil kam. Ich versuche jetzt regelmäßiger weiter zu schreiben 😅.
Eure Zoe
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Alles hinterlässt Spuren
WerewolfDie 16 jährige Mira Denvers wirkt wie ein ganz normales Mädchen. Doch keiner weiß was hinter der Fassade auf einen lauert. Denn sie ist gewiss kein hilfloses kleines Kind, seit dem Tot ihrer Mutter vor 7 Jahren bildete ihr Stiefvater sie zum Auftra...