Kapitel 23

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"Wo zur Hölle sind wir?"

Tja Hunter, das wüsste ich auch gerne. "Sagte diese Marta nicht hier wäre ein Wegweiser?" fragte Sarah. "Die alte Schachtel sagte auch wir müssen einen 'Schlüssel' finden, hatte aber keine Ahnung was das sein soll!" motzte Chris, von der ich so eine Antwort nicht erwartet hatte. "Und was jetzt?" kam es ratlos von Mike. James und Josh sagten gleichzeitig "Lass da lang." zeigten aber in unterschiedliche Richtungen. Kennt ihr diese Momente wenn man sich einfach mal mit der flachen Hand gegen die Stirn hauen möchte? Dies war genau so ein Moment.

"Wo sollen wir lang, Izabella?" richtete Lukas sich an mich. "Bella, einfach nur Bella. Aber wieso fragst du ausgerechnet mich?" ich sah mich weiterhin um und versuchte etwas hilfreiches zu finden. "Du wusstest doch die ganze Zeit was zu tun ist." meinte nun auch Hunter leicht verzweifelt. Nachdenklich ließ ich meinen Blick erneut durch den Raum schweifen. "Das sieht doch aus wie eine Lobby, nicht? Dann müsste dass die Rezeption sein und wenn wir Glück haben..." ich ging hin und betätigte die kleine Klingel "..ist sie auch besetzt." kaum war der helle Ton zwischen den hohen Decken verklungen tauchte direkt vor mir eine Gestalt auf. Sie kam aus dem Nichts. Puff und schon war sie da! Erst auf den zweiten Blick viel mir auf das Mira vor mir stand nur....irgendwas war anders. Bei näherer Betrachtung viel es mir auf. Sie hatte weder die Maske auf, hinter der sich Mira immer versteckt, noch waren ihre Augen kalt und berechnend. Im Gegenteil, das Mädchen vor mir strahlte gerade zu vor Lebensfreude!

"Uuuh! Gäste!" trällerte das Mädchen vor mir und verlor damit immer mehr die Ähnlichkeit zu Mira. Wie eine verrückte sprang sie kichernd auf und ab und klatschte in ihre Hände. Überfordert warf ich einen Blick über meine Schulter. Der selbe Ausdruck hatte sich auch auf den Gesichtern meiner Begleiter gelegt. "Okay, ehm.. Was soll ich jetzt mit euch machen? Äh.... Och man ich wusste ich hätte das Handbuch lesen sollen! Ach ist ja auch egal. Hey unbekannte Leute im Kopf von Mira. Ich bin.... Eure Weg Begleiterin. Es gibt ein paar Regeln an die ihr euch halten müsst, die mir gerade aber nicht einfallen wollen..." holy shit. Was ist das denn? Okay vergesst den Vergleich zu Mira, am besten sofort. Wen auch immer das da vor mir Darstellen soll, meine beste Freundin definitiv nicht. Das soll wahrscheinlich unser Wegweiser sein von dem die Kräuterhexe gesprochen hatte. Die Gestalt holte ein Buch hervor und blätterte darin herum. "Okay, das müsste es sein. Euch ist es erlaubt euch frei zu bewegen. Das betreten einer Erinnerung ohne Begleitung und Erlaubnis meinerseits ist strengstens untersagt. Bei Verletzung der Richtlinien oder Beschädigung einer Erinnerung wird die sofortige Auslöschung in gang gesetzt. Was genau das heißen soll, steht hier nicht. Aber ich an euerer stelle würde es nicht herausfinden wollen. Ich hab die Anweisung euch zu helfen. Also... wie kann ich euch behilflich sein?" wenn ich nicht schon vorher verwirrt gewesen war, dann wäre ich es spätestens jetzt. Nicht ganz sicher was ich antworten sollte drehte ich mich erneut um. "Wir wollen Mira helfen, wir müssen sie aufwecken, doch wir wissen nicht wie!" kam mir Josh verzweifelt zu Hilfe. "Ich verstehe. Ich verstehe, kommt folgt mir. Aber seit gewarnt, wir werden nicht die hellen Korridore betreten. Eurer Schicksal hat einen anderen weg für euch bestimmt. Voll von Trauer, Gewalt und Tod. Wenn ihr bereit seit, folgt mir. Wir haben nicht ewig zeit." elegant bewegte sie sich in Richtung eines der düsteren Abzweigungen, die aus dem prachtvollen Raum heraus führten. Ein ungutes Gefühl beschlich mich. Ich vermute das die Gänge für verschiedene Erinnerungen stehen und wir sollten nun einen der dunkelsten betreten. Welcher wahrscheinlich  auch die dunkelsten und schmerzhaftesten Erinnerungen enthielt. Eigentlich hätte mir das klar sein müssen, wir sind ja schließlich nicht hier um pinke Einhörner und süße Feen zu jagen. Es fühlte sich an als würde mir mein Brustkorb zerquetscht, als würde sich ein Seil um mich winden und immer fester gezogen werden. Es war verrat an Mira in ihre Vergangenheit einzudringen, ihre geheimsten Traumata zu erleben, hinter ihre Fassade zu blicken und ihre persönlichsten Gedanken zu erfahren. Aber nur so können wir ihr helfen. Entschlossen setzte ich mich in Bewegung und folgte  der merkwürdigen Abbildung meiner besten Freundin. Als hätten sie auf meine Bestätigung gewartet setzten sich nun auch meine Begleiter in Bewegung. Auf geht's! Ich wusste nicht was mich erwarten sollte, was ich sagen oder denken sollte. Einzig und allein Mira zählte für mich in diesem Moment. Das Gefühl des Verrats wollte dennoch nicht mein Herz verlassen. Anscheinend blieb das nicht unbemerkt, denn Josh ergriff meine Hand und strich beruhigend mit dem Daumen über meinen Handrücken. Was das jetzt zu bedeuten hat, werde ich mich später erst mit beschäftigen können. Hier waren solche Gedanken einfach fehl am Platz. Doch was wenn er das nur Mira zu Liebe macht, er wird mir das Herz brechen. Es in tausend stücke reißen und darauf eintreten. 

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