Kapitel 26

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Seufzend stand ich im Stiegen Aufgang. Schon seit 10 Minuten starrte ich an die umgedrehten Bilderrahmen. Ich konnte es nicht! Es würde alles nur noch schlimmer machen! Aber es ist endlich an der Zeit weiterzumachen, das wusste ich! Ich konnte nicht mehr.

Mit zittriger Hand griff ich nach dem ersten Bilderrahmen & nahm ihn von der Wand. Langsam drehte ich ihn um. Sofort sah ich unseren glücklichen Gesichter während wir Hand in Hand vom Altar weggingen.
„Oh..." hauchte ich leise & strich über sein wunderschönes Gesicht. Mein Herz erwärmte sich kurz bei dem Gedanken an diesen Moment. Doch dann ersetzte der Schmerz diese Wärme wieder ganz schnell. Ich zog meine Augenbrauen zusammen & versuchte alles um nicht wieder zu weinen. Doch es half nichts. Schneller als ich es realisierte tropfte eine Träne auf das Glas des Bildes.

Ich hing es zurück an seinen Platz. Diesmal jedoch richtig herum.
Es war schöner als nur die kahle Rückseite des Bilderrahmens an der Wand hängen zu haben - selbst wenn es weh tat.
Ich nahm das nächste Bild. Ein Bild von ihm & Clifford am Strand in Brighton. Oh das war schön gewesen. Clifford war noch ganz klein gewesen - ein Baby. Wir waren für einige Tage in Brighton. Es war wundervoll gewesen. Auf dem Bild sah man ihn & Clifford, beide komplett nass. Sie grinsten in die Kamera.

Ich schluchzte auf als Clifford neben mir winselte. Als ob er wüsste welches Bild ich mir gerade ansehe. „Ich vermisse ihn auch Cliff..." flüsterte ich & strich ihm liebevoll über den Kopf.
Das Bild hing ich zurück an die Wand. Genau das machte ich auch mit den restlichen Bildern. Insgesamt brauchte ich zwei Stunden. Meine Augen brannten vom vielen weinen. Sie waren ganz schwer. Auch meine Wangen schienen aufgewetzt da ich mir meine Tränen ununterbrochen wegwischen musste.

Mit Clifford zusammen lief ich dann müde ins Wohnzimmer.
„Geht's dir jetzt besser?" fragte Zayn sanft als ich mich einfach auf der Couch fallen ließ. „Nein." brummte ich. Ich hörte ihn glucksen „Hab ich dir doch gesagt."
Leicht schmunzelte ich. Um Zayn davon abzubringen Witze & freche Aussagen zu machen musste schon etwas sehr tragisches passieren. Sein Tot war sowas. Jedoch hat es bei ihm nicht lange gedauert, da scherze er darüber. Wir alle wussten, dass er es niemals böse meinte - es war einfach seine Art sowas zu verarbeiten. Manchmal kam es bei ihm jedoch auch hoch. Dann war er wirklich ernst! An solchen Tagen sind wir meistens alle vier gemeinsam. Ich wüsste nicht was ich tun würde wenn ich sie nicht hätte.

„Denkst du geht es Louis jetzt besser da oben oder ist er immer noch böse auf dich?" fragte Zayn - ich hörte sein Grinsen raus. Brummend warf ich ein Kissen nach ihm „Ich kann doch nichts für meine Träume!"
Heute Nacht hatte ich mal wieder einen dieser Träume. Er stand auf den Treppen & hat böse auf die Bilder gestarrt. Ich wusste, es war ein Traum, aber es hat mich so fertig gemacht, dass er auf mich böse war wegen den Bildern. Es brach mir mein Herz. Deshalb musste ich die Bilder auch so schnell wie möglich wieder richtig hinhängen - er sollte nicht böse auf mich sein!
Ich setzte mich auf & sah ihn an „Alter!" sagte er erschrocken. „Du siehst furchtbar aus..." Ich brummte „Danke Z..."

Er streckte seine Arme aus. Sofort krabbelte ich übers Sofa zu ihm & ließ mich drücken. „Er ist da irgendwo...unser Sunny-Boy." murmelte Zayn dann. „Meinst du?" schniefte ich leise - ich wollte nicht schon wieder weinen. Die Vorstellung war schön. „Ja. Ich bin mir sogar sicher. Er würde uns nie allein lassen!" Zayns Stimme war ruhig & leise. Ich wollte auch so denken. Ich wollte mir sicher sein, dass Louis' Geist gerade neben uns auf der Couch saß & lächelte. Aber das konnte ich nicht. Es wäre einfach zu schön.
„Aber...er hat es..." flüsterte ich kopfschüttelnd. Ich spürte Zayns empörten Blick auf mir „H glaubst du wirklich er lässt dich einfach so allein?! Niemals! Er sitzt wahrscheinlich gerade dort drüben & sieht dich verliebt an so wie immer." Zayn zeigte auf die Couch, dort wo ich gerade noch gesessen bin. „& bestimmt würde er jetzt am liebsten irgendwas nach mir werden weil ich ihn ja nicht so sentimental darstellen soll."
Leise kicherte ich „Oh ja, das würde er." der Gedanke daran war schön...
„Bestimmt ärgert er sich den Arsch ab weil er sich nicht beschweren kann." lachte Zayn nun. Er griff nach einem kleinen Kissen neben ihm & warf es zu der Stelle an der er ihn vermutete „Hattest auch schonmal bessere Sprüche drauf." lachte Zayn zu seinem imaginären Louis.
Ich kicherte, was sich jedoch gleich in ein Seufzen verwandelte. Was würde ich denn nicht alles geben um ihn meckern zu hören...
„Bitte wein nicht Harry..." flüsterte Zayn leise. „Er würde das nicht wollen...du weißt doch wie sehr er es gehasst hat wenn du geweint hast."
Ich nickte „Ja...ich weiß." murmelte ich & bemühte mich so gut ich nur konnte nicht zu weinen.

Immer - egal weswegen - wenn ich geweint habe kam er & hielt mich solange bis ich aufgehört hatte. Es war egal ob wegen eines traurigen Filmes, als ich mir ein Band gerissen hatte oder wegen eines Streits war. Er war immer für mich da. Einmal hatten wir einen Streit. Es war nichts schlimmes, wir waren nur beide sehr müde & gereizt an diesen Tag. Deswegen haben wir immer weiter Diskutiert, bis Louis sich dann entschieden hat seine Sachen zu packen & zu seiner Familie zu gehen. Zuerst tat ich so als wäre es mir egal gewesen, aber dann - noch bevor er gefahren ist - weinte ich auf der Couch. Trotz all den Dingen die ich ihm in meiner Wut an den Kopf geworfen hatte nahm er mich in den Arm & versprach mir, dass alles gut werden würde. Er war immer für mich da!

Ein warmer Windzug überkam mich. Er hinterließ angenehme Gänsehaut & nahm mir für einen kurzen Moment all die Schmerzen ab. Mein Herz schlug schnell.

Zayn grinste mich an „Da war er." hauchte er & sah glücklich an die Decke. Auch ich musste leicht lächeln.
Das war er!

Vergiss mein nicht - LS Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt