Kapitel 16

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Müde brummte ich als ich meine Augen öffnete. Es war ungewöhnlich hell. Ich zog die Augenbrauen zusammen & drehte mich Richtung Fenster. Die Sonne schien hell ins Schlafzimmer. Hatte es nicht gestern erst noch Regen angesagt? Ich hatte deswegen extra Doris & Ernie absagen müssen - sie wollten mit Clifford spazieren gehen. Vielleicht kann ich spontan vorbei fahren falls es so sonnig bleibt.

Ich streckte alle Gliedmaßen von mir & seufzte leise. Mein Bauch grummelte schon weswegen ich die Decke beiseite schlug & aufstand. Es war etwas seltsam, dass Clifford nicht hier war - er weckte mich normalerweise immer auf. Auch die Tür des Schlafzimmers war zu. Hatte ich sie gestern Abend zugemacht? Ich war verwirrt. Selbst wenn sie die ganze Nacht zu gewesen wäre, hätte Clifford irgendwann in der Nacht daran geschabt weil er rein wollte.

Ich schüttelte leicht den Kopf & öffnete die Tür. Eigentlich erwartete ich Clifford direkt vor mir liegen - aber nichts. Verwirrt brummte ich.
„Cliff?!" rief ich laut durchs Haus & ging langsam die Treppen hinunter. Fröhlich mit seinem Schwanz wedelnd lief Clifford zu dem Ende der Treppe & hechelte mich glücklich an.
Ich lächelte „Hey Großer." begrüßte ich ihn & streichelte ihm seinen Kopf sobald ich bei ihm war. Er schleckte sich über die Nase bevor er sich umdrehte & glücklich weg lief, Richtung Küche - Clifford war heute wohl besonders gut gelaunt.

Heute Morgen ist komisch. Besonders weil ich die Bilder von uns sah. Von ihm & mir. Unsere Hochzeitsbilder. Ich konnte mich nicht erinnern sie endlich wieder umgedreht zu haben! Wie also konnte er mich jetzt in diesem weißen unglaublich schönen Anzug strahlend anlächeln. Mein Herz zog sich vor schmerz zusammen.
Schnell wand ich meinen Blick ab & folgte Clifford.
Als ich in die Küche kam erstreckte sich vor mir ein Bild von dem ich dachte ich würde es nie wieder sehen. Es trieb mir Tränen in meine Augen & ließ mich sofort aufschluchzen. Was?!

Er stand da. Er kochte am Herd & unterhielt sich fröhlich mit Clifford. Mein Schluchzen jedoch brachte ihn dazu zu mir zu sehen.
Wie zur Hölle konnte er mich ansehen?! Er ist tot! Hektisch schüttelte ich den Kopf. Was tut mein Gehirn mit mir?

„Baby was ist los?" hörte ich seine engelsgleiche Stimme. Erneut schluchzte ich. Warum ist es so real? & warum tut mir mein Gehirn das an? Das ist nicht fair!
Ich kniff meine Augen zusammen in der Hoffnung, dass seine Illusion dann verschwunden war. Aber als ich meine Augen öffnete stand er direkt vor mir. Sein Gesicht war besorgt & seine Stirn machte diese Falten.
Ich konnte das nicht! Sein Gesicht war so nah bei mir & ich sah ihn so klar.

„Haz...komm her. Was ist los?" fragte er sanft bevor er mich in seine Arme zog. Ich begann loszuheulen. Ich spürte ihn! Er war da & umarmte mich! Wärme durchfuhr meinen ganzen Körper, so wie schon lange nicht mehr. Ich vermisste es so!
„W-wie...wie kann das sein?" fragte ich unter Schluchzern. Ich verstand es nicht. Er ist tot! Ich hab es selbst gesehen, ich war bei seinem Begräbnis! Wie also kann er mich im Arm halten? Es fühlt sich so echt an. Ich spürte ihn & sein Geruch hing mir in der Nase.

„Wie kann was sein Baby?" hörte ich ihn sagen. Seine Stimme brachte mich nur noch mehr zum weinen. Ich hatte schon fast vergessen wie schön sie klingt.
„Wie kannst du h-hier s-sein?!" ich zitterte am ganzen Laib. Mein Gehirn - oder was auch immer - sollte aufhören mit diesen Spielchen.
„Haz ich wohne hier..." brummte er wie selbstverständlich. Hektisch schüttelte ich den Kopf & sah ihn an. Er war unversehrt. Keine einzige Schramme oder Wunde, wie damals nach dem Unfall.

„Du bist tot!" stellte ich klar. Er sah mich verwirrt an, schmunzelte dann aber leicht „Offensichtlich nicht..." sein Arm streichelte über meine Schulter welche zu kribbeln begann. Ich zog verwirrt die Augenbrauen zusammen „Hattest du einen Albtraum?"

Ich brummte leise & ignorierte seine Frage. „Welches Datum haben wir heute?" fragte ich leise während immer noch dicke Tränen über meine Wangen rollten. „Es ist der 16.05.2021." erklärte er nun. Ich zog die Luft ein. Es war einen Tag nach dem Unfall! Wie...?
Ungläubig sah ich ihn an. Was passiert hier?!

Er lächelte sanft & strich über meinen Rücken. Seine Berührung war so echt, es konnte nur real sein. Auch Clifford kuschelte sich gegen sein Bein - ich bildete mir das ganze also auch nicht ein
Sanft schob er mich zum Tisch „Komm setzt dich hin sun."
Ich sah ihn an. So wunderschön...mein Louis. Bevor ich mich hinsetzte umarmte ich ihn fest. So fest ich nur konnte. Ich spürte seine Wärme & seinen Herzschlag - er lebt...

„Ein Albtraum oder? Du warst so unruhig in der Nacht..." flüsterte er & drückte mich genauso fest an sich wie ich ihn. Seine Umarmungen waren das Beste was es nur gibt. „I-ich...dachte du bist tot..." flüsterte ich als Antwort. „D-du...es war so echt?" ich wusste immer noch nicht ob ich einfach halluziniere oder ob ich seinen Tot wirklich nur geträumt hatte.

„Baby ich bin hier." sagte er ganz sanft. Ich spürte seine weichen Lippen an meinem Kinn. „Mir geht es gut & ich bin bei dir. Ich werde immer bei dir sein Harry das verspreche ich dir."
Er sah mich nun an. Seine blauen Augen bohrten sich treu in meine & mein Bauch kribbelte. „Warum auch immer wir getrennt sein sollten..." er nahm mein Gesicht in seine Hände „ich werde alles tun um dich zu finden damit ich bei dir sein kann!"
Ich nickte. Ich nickte einfach nur, genoss seine Berührung & schloss die Augen. War dass alles wirklich nicht real? War das wirklich nur ein schlimmer Alptraum?

Als ich das nächste mal meine Augen öffnete lag ich im Bett. Verwirrt schreckte ich auf & sah mich um. Es regnete, Clifford lag schlafend neben mir & die Tür war offen.
Was?!
Ich strich mir übers Gesicht. Tränen lief mir über die Wangen. Was?! Mein Herz raste in meinem Brustkorb. Ist er noch da?! Bin ich auf mein Gehirn reingefallen?! Das kann nicht sein!

Verzweifelt wimmerte ich auf, schlug die Decke beiseite & sprang auf. So schnell ich konnte lief ich aus dem Schlafzimmer „Louis?!" rief ich panisch, in der Hoffnung dass er mir jetzt entgegenkommt & mich fragt was los ist. Doch das Haus blieb still. Schluchzend schüttelte ich den Kopf.
Ich stolperte die Treppen hinunter „Lou!" rief ich & lief in die Küche.
Sie war leer & dunkel. Niemand stand dort & besonders nicht er.

Laut & atemlos schluchzte ich auf. Nein! Nein nein nein nein!
Er war doch da! Wieso ist er weg?!
„Louis!" schluchzte ich & krampfte mich zusammen.
Ich hab ihn doch gespürt...er war doch da?!

Weinend fiel ich auf den Boden zusammen & zog meine Beine an. Das konnte nicht sein. Wieso muss mein Gehirn den Schmerz noch größer machen als er schon war?
Es fühlte sich so an als hätte ich erneut die Nachricht bekommen dass er es nicht geschafft hatte & tot ist. Das Messer welches mir damals damit ins Herz gestochen wurde streckte immer noch. Nur drehte man es nun einfach im Kreis herum.

Ich wusste nicht wie lange ich da saß & weinte. Ich wusste nicht wie viele Liter ich nun geweint hatte aber scheinbar noch nicht genug. Denn die Tränen hörten nicht mal ansatzweise auf.
Clifford kam irgendwann zu mir getappst & stupste mich mit seiner Schnauze an.

Ich rappelte mich auf & machte ihm was zu essen. Gleich darauf, als Clifford aß & ich - immer noch - weinend am Tisch saß, nahm ich mein Handy. Ich wählte Jays Kontakt aus & rief sie an.

„Guten Morgen Harry...alles okay bei dir?" fragte sie sofort nach dem sie abgenommen hatte. Ich schluchzte „Nein..." brummte ich & wischte mir über die nassen Augen „Kann ich vorbei kommen? Ich möchte nicht allein sein..." - „Natürlich ja!" sagte Jay sofort.

Ich schluchzte & schloss meine Augen. Sein besorgtes Gesicht war vor mir & seine Stimme hing mir immer noch in den Ohren.

Vergiss mein nicht - LS Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt