|GAYROMANCE| In den pulsierenden Klängen einer nächtlichen Disco kreuzen sich die Wege von Aiden und Zac. Aiden ist bekannt dafür, sein Herz auf der Zunge zu tragen, während Zac von vergangenen Liebesschmerzen gezeichnet ist. Von Anfang an sprühen z...
Lange habe ich über dieses Kapitel nachgedacht. Nicht, weil mir nichts eingefallen wäre, sondern, weil wir nach euren Kommentaren überlegt haben, wie es weitergehen soll. Und ja, wir steuern auf dass Ende zu. Es wird noch ein bisschen Drama kommen, ein bisschen Liebe und eine Auflösung zu offenen Fragen. So dass am Ende hoffentlich alle glücklich aus der Geschichte rausgehen 😁
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In Gedanken versunken lehne ich über dem Geländer, dass den breiten Fußweg von dem Pier vor der Elbe abtrennt. Ein großes Containerschiff fährt an mir vorbei und wird dabei von einem Schlepper begleitet. Tausende bunte TEU aus weit entfernten Ländern drängen sich dicht an dicht, stapeln sich aufeinander, lassen sich keinen Platz und können nur in eine Richtung wachsen: Nach oben. Bei dem Gewicht, das auf dem Dampfer liegt, frage ich mich unwillkürlich, wie stark sein Tiefgang ist. In Anbetracht der Größe und Beladung des Schiffes muss er gigantisch sein.
Kein Wunder, dass die Vertiefung der Elbe seit Jahren immer wieder in der Diskussion steht. Nur selbst, wenn man den Sand aus der Elbe heben würde, wäre diese Möglichkeit nur von kurzem Erfolg gekrönt. Denn mit der Zeit würde einfach neuer Sand nachsickern und die Vertiefung wieder zunichtemachen. ‚Eine bessere Möglichkeit wäre, einfach die Schiffe nicht zu voll zu beladen', geht es mir durch den Kopf. Aber was weiß ich schon? Ich habe grade selbst sehr viel auf meinen Schultern geladen. So kommt es mir zumindest vor.
Als ob das Universum meine Gedanken lesen könnte, klingelt nun schon zum dritten Mal an diesem Tag mein Telefon. Ich bin mir sicher, dass es Jason ist. Er gibt mir nicht einmal die Chance, ihn selbst zurückzurufen und hat mir den gemütlichen Morgen mit Zac verdorben. Aber habe ich wirklich das Recht, böse auf ihn zu sein?
„Hey Jason", nehme ich das Gespräch an. „Aiden, endlich!", kommt es aus dem Hörer. „Sag mal, hattest du überhaupt vor, mich zurückzurufen?", fragt er trotzig. „Natürlich. Ich saß nur bis eben noch in der Bahn und da telefoniere ich nicht so gerne, wie du weißt", rede ich mich heraus.
„Kannst du denn jetzt offen reden? Wo du den Hund losgeworden bist", schiebt er hinterher. „Darf ich mich wenigstens erklären?", frage ich hoffnungsvoll. Ich weiß, dass er weiß, dass nicht der Hund das Problem war.
„Weißt du, Aiden", beginnt er und ich höre die Enttäuschung in seiner Stimme. „Ich habe schon irgendwie damit gerechnet, dass du nicht lange allein bleiben wirst, wenn du erstmal in der neuen Stadt bist. Ich verstehe das: Alles ist neu, Männer in Matrosenanzügen, erotische Clubs auf der Reeperbahn, Rotlichtviertel... Hamburg ist ein Sündenpfuhl!", sagt er entrüstet. „Jetzt übertreibst du aber", unterbreche ich ihn.
„Vielleicht", gibt er nachdenklich zu. „Aber trotzdem habe ich recht, oder? Du warst heute Morgen bei einem anderen und hast mir vorher nicht Bescheid gesagt. Und auch wenn du gesagt hast, dass wir kein Paar sind, wollten wir darüber reden, wenn einer von uns jemanden neuen kennenlernt. Das war das Mindeste an Respekt, dass du mir gegenüber hättest aufbringen können, Aiden."