Prinz John

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Ich drehte mich um sah einen Jungen mit strohblonden Haaren und blauen Augen. Er hatte einen purpurroten Umhang an und ein rot-weiß gestreiftes Gewand. Er saß auf einem Pferd und musterte das Dorf abschätzend.

Dann fiel sein Blick auf mich, und er schien etwas überrascht zu sein. Auf jeden Fall rutschte er vom Pferd und ging auf mich zu. Oh nein!

Da ich nicht wusste, was ich tun sollte, machte ich einen Knicks. Das schien ihm zu gefallen, denn sein Gesicht hellte sich etwas auf. ,,Seit wann machst du einen Knicks vor mir, Cousine?", fragte er. Aber dann lehnte er sich etwas vor und flüsterte: ,,Aber mach ruhig weiter so, damit die Dorfbewohner sich ein Beispiel an dir nehmen und mich auch wie ein König behandeln!".

,,Klar ...", stammelte ich.
,,Ach außerdem: wir müssen uns dann schleunigst nochmal unterhalten, wegen dem, was heute Vormittag vorgefallen ist ...", rief Prinz John mit einem scharfen Unterton in der Stimme. Ich stammelte noch mehr: ,,O-okay, d-das machen wir ...". Ich schaute hilflos zu Scarlett, die ihre Hand vor ihren Hals hielt und bewegte, wie als ob sie ihn durchschneiden wollte.

Ich verstand und zog mich erstmal zu ihr zurück.

Prinz John winkte währenddessen dem Sheriff, einem kleinen und dicken Mann mit Schnurrbart zu, der dann auf die Bürger zuging, die sich jetzt auf dem Markt versammelt hatten und hielt ihnen ein paar Stoffbeutel hin.
Allerdings schien er es nicht gern zu machen, da er immer einen traurigen Blick auf jedes Geldbeutelchen warf, was in die Stoffbeutel wanderte. Er blickte außerdem immer etwas unruhig nach links und rechts, wie als ob er auf etwas zu warten schien.

Auf einmal bohrte sich ein Pfeil in die Stoffbeutel, die dann dem Sheriff entrissen wurden und zu dem Besitzer des Pfeils zurückflogen: Robin.

,,Ach, wusste ich es doch!", brüllte Prinz John mit einer schrillen Stimme los. ,,Los fangt siiiiieeeeee, ihr lahmen Faulpelze!!!!!".

Während die Wachen und der Sheriff lossausten, um den flüchtenden Robin zu fangen, beugte sich Scarlett zu mir vor und flüsterte: ,,Siehst du? Prinz John ist ganz besessen davon, Robin, Tuck und Little John zu fangen und in den Kerker zu stecken!".

Ein paar Minuten später kamen ein schnaufender Sheriff und taumelnde Wachen zurück, der eine hatte ein blaues Auge.
,,Er ist über ... die Dächer ... entwischt ...", nuschelte der Sheriff kleinlaut.

,,AAARRGGGHHH!!!!! Ihr Nichtsnutze!!!!!", kreischte Prinz John. Dann drehte er sich wütend zu mir um und schrie: ,,Du kommst jetzt sofort mit ins Schloß, und wehe, du machst schon wieder so einen Schrott wie heute Vormittag!".

Er packte kräftig meinen Arm, um mich mitzuziehen, aber ich riss mich von ihm los und fauchte ihn an.

Als wir aus dem Dorf rausliefen, blickte ich nochmal über meine Schulter und sah, daß die Jungs von den Dächern heruntersprangen und die Geldbeutel an ihren rechtmäßigen Besitzer verteilten.

Bloß Robin schaute uns mit einem sorgenvollem Blick nach.

 Die Fortsetzung von Spiegel-Marian Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt