Ich wirbelte herum und sah Richard, wie er mit ausgebreiteten Armen auf mich zulief.
Ich sprang in seine Arme und er atmete erleichtert auf. ,,Oh mein Gott Marian! Du weißt nicht, wie große Sorgen ich mir um dich gemacht habe!
Ja, ich habe deinen Brief bekommen und auch gelesen, aber trotzdem konnte ich nicht anders, als mir Sorgen zu machen!".
Er drückte mich von sich weg und sah mir fest in die Augen. ,,Ich habe deiner Tante Vera schon einen Brief geschrieben, in dem ich sie gefragt habe, wo du warst. Und du wirst nicht glauben, was sie mir geantwortet hat!".
,,Was denn?", fragte ich unruhig. ,,Sie hat mir geschrieben, daß sie dich gar nicht zu sich bestellt hat! Echt, das war so eine Frechheit von ihr, mich so anzulügen! Ich habe sofort den Kontakt abgebrochen!".
Ich bekam ein ziemlich schlechtes Gewissen. Sie konnte ja gar nichts dafür! Aber das wollte ich Richard lieber nicht sagen ...
,,Auf jeden Fall bin ich jetzt wieder hier und alles ist gut!", rief ich und versuchte, das Thema zu wechseln. Er nickte erleichtert.
Dann drehte er sich zu Robin um. ,,Gerade eben kam mir mein Bruder entgegen und hat etwas davon geredet, das du ihn geschlagen hast".
Robin zuckte zusammen und schien nach Worten zu suchen. ,,Eure Majestät, ich ... ja, das stimmt". Er nickte kleinlaut. ,,Aber Prinz John hat die Bürger tyrannisiert und ihnen alles weggenommen!".
König Richard seufzte auf und ging auf ihn zu. ,,Es mag schon sein, dass mein Bruder goldgierig ist. Aber er ist ein guter Mensch, selbst wenn er es nicht immer zeigt!". Robin und ich warfen uns gegenseitig Ach-wirklich-Blicke zu, bevor der König weitersprach: ,,Dieses eine Mal drücke ich beide Augen zu, aber falls du ihn nochmal schlagen solltest, muss ich dich bestrafen. Ob es mir gefällt oder nicht".
Robin nickte und somit war die Sache geklärt.
,,Gut ... Marian, kommst du mit ins Schloß?". ,,Jap", sagte ich und begleitete mit Scarlett König Richard zurück zum Schloß – zum meinem Zuhause.
Am nächsten Tag lief ich auf meinem Balkon auf und ab und schaute immer wieder in Richtung Wald.
Robin und ich hatten uns ausgemacht, das wir uns heute treffen würden, um König Richard so schnell wie möglich reinen Tisch zu machen. Wir hatten uns auf meinem Balkon verabredet und er war schon ein paar Minuten zu spät.
Als ich gerade reingehen wollte, weil es draußen zu kalt für mein ärmelloses Kleid geworden war, flog auf einmal in hohem Bogen ein Pfeil durch die Luft und hackte sich an einer Zinne fest.
Wenige Sekunden später stand Robin neben mir. Wir lächelten uns an und umarmten uns kurz.
,,Jetzt aber schnell! Du bist zu spät gekommen!", drängte ich und verschwand in meinem Zimmer. ,,Hey, wir sind nicht auf der Flucht!", lachte er und folgte mir.
Ich schaute hinaus, um mich zu vergewissern, das keine Wache da war, bevor wir zum Thronsaal liefen.
Auf dem Weg schlug mein Herz immer schneller und unruhiger. Ich hatte ziemliche Angst, daß Richard es nicht gut aufnehmen würde ...
Ich stieß die Tür auf und wir betraten den großen Raum.
Es war niemand da.
,,Hallo?", rief ich. Keine Antwort. ,,Komisch", murmelte Robin und fing an, den Saal zu durchsuchen.
Plötzlich flogen die Türen auf und ... Richard kam herein.
,,Robin? Marian? Was macht ihr denn hier?", fragte er uns überrascht, während er auf den Thron zuschritt.
,,Ähm, wir, äh ...", stammelte ich. Wo sollte ich anfangen?!
,,Wir wollten dir was sagen", fing Robin an. Er schien genauso unsicher zu sein wie ich.
,,Was denn? Ich bin ganz Ohr!". Ich gab mir einen Ruck. ,,Richard ... bitte sei jetzt nicht irgendwie böse, okay?". ,,Kommt darauf an, was ihr mir sagen wollt!", lächelte er. ,,Es ist nun mal so ...". Ich konnte nicht mehr weitersprechen, weil sich ein riesiger Klumpen in meinem Hals gebildet hatte.
,,Wir sind zusammen", sagte Robin schnell.
Jetzt war es raus.
Gespannt sahen wir den König an.
Zu unserem Erstaunen fing er an zu lächeln. ,,Natürlich". ,,Wie meinst du das?", fragte ich verwirrt. Er lächelte breiter. ,,Freut mich!".
Jetzt wurde ich komplett aus der Bahn geworfen. ,,Echt?". Er nickte. ,,Ich habe es mir schon gedacht. Diesen Ausdruck, mit dem ihr euch schon die ganzen Jahre anseht, kenne ich!".
Wir wurden beide knallrot.
,,Schön, daß ihr euch gefunden habt! Ich habe dich schon immer gemocht, Robin! Freut mich echt!", sagte Richard und klopfte uns auf die Schulter.
Wir atmeten erleichtert aus und lachten zusammen. ,,Ihr habt auf jeden Fall meinen Segen! Und was Prinz John angeht ... kümmert euch nicht um ihn! Das mache ich schon!", grinste er.
Wir grinsten zurück, bevor wir uns umdrehten und händchenhaltend aus dem Saal liefen. Als wir wieder in meinem Zimmer waren, flüsterte er: ,,Also das es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht!". Ich kicherte. ,,Ich auch nicht. Hab mir schon wieder viel zu große Sorgen gemacht!".
Er zuckte mit den Schultern, bevor er mich an sich zog und wir uns küssten.
(Noch ein Kapitel und dann ist die Geschichte vollendet! 😊
Wie war's?)
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Die Fortsetzung von Spiegel-Marian
Romance~Willkommen zu einer Fortsetzung von der Folge ,,Spiegel-Marian" von der KiKA-Serie ,,Robin Hood - Schlitzohr von Sherwood"! 💚🏹~ Es geht darum, daß das böse Spiegelbild von Marian zurückkehrt und ihr das Gedächtnis löscht. Tja, dumm gelaufen! ...
