Die Schlucht der Verwirrung und Ironie

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Nachdem wir uns von der lebensmüden Aktion erholt hatten, setzten wir unseren Weg fort. Nun ging es zur Schlucht der Verwirrung und der Ironie.

Robin lief wie immer neben mir, weil er, glaube ich, einen leichten Beschützerinstinkt für mich entwickelt hatte. Ob das schon vor dem Gedächtnisschwund der Fall gewesen war, wusste ich nicht.

Es war mir aber auch sowieso lieber, neben ihm zu laufen. Ich fühlte mich automatisch viel sicherer und ich hatte mich auch langsam daran gewöhnt, das immer, wenn unsere Hände ausversehen gegeneinanderstießen oder er mich mit diesem nervendem, süßem Lächeln ansah, mein Herz Zumba und Walzer tanzen würde.

Doch irgendwann, nach einer kurzen Mittagspause, kletterte Derke auf meine Schulter und flüsterte mir ins Ohr: ,,Denkst du, du kannst mal für eine Weile nicht neben ihm laufen?". ,,Natürlich! Warum denn nicht?". Als er mir aber nur einen wissenden Blick zuwarf, wurde ich leicht rot und und setzte mich ans Ende unserer Gruppe.

Robin sah mich kurz fragend an, doch als ich einfach kurz lächelte und mit meinen Augen auf Derke wies, drehte er sich wieder um. Aber nicht, ohne mich wieder so niedlich anzulächeln ...

,,Also, was ist jetzt?", fragte ich den Hamster.
,,Wir müssen ein paar nützliche Zaubersprüche zusammen üben. Du weißt schon, wegen dem Zauberduell".

Ich nickte kurz, und mein Magen krampfte sich bei der Erwähnung des Zauberduells zusammen. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto mehr Angst bekam ich. Aber ich versuchte, es mir nicht anmerken zu lassen, damit ich eine gewisse Person nicht aus der Ruhe brachte.

,,Hol mal dein Zauberbuch hervor und wir schauen, welche Sprüche dir behilflich sein könnten". Ich nickte wieder und tat, wie mir geheißen. Wir überflogen das Inhaltsverzeichnis und blätterten mal hier, mal da zu einem gut klingendem Zauberspruch hin. Dann, wenn der Zauberspruch wirklich nützlich war, übten wir die richtige Aussprache und danach die Anwendung.

Beim letzten Punkt warnte ich meine Freunde immer, etwas Abstand von mir zu halten, damit ihnen nichts passieren konnte.

Im Endeffekt konnte ich z.B. den Spruch Aqua Tsunami ganz gut, und auch bei den Zaubersprüchen Levitus, Lokatus, Statupicus Tanzerominus und noch weiteren blieb die Wirkung nicht aus.

,,Bravo Marian! Fast bei jedem Versuch klappt der jeweilige Zauberspruch einwandfrei! Super! Der Gedächtnisschwund hat dich wirklich verändert, weißt du?", lobte Derke mich. Ich lachte. ,,Kann sein!".

Meine Freunde hatten mir neugierig zugesehen und immer geklatscht, wenn ein Zauberspruch funktionierte. Wir alle schienen immer mehr Hoffnung zu bekommen, je mehr Zaubersprüche klappten. Denn so bestand zumindest die Chance, das ich am Ende gewinnen konnte. Aber trotzdem blieb mir immer ein unheilverkündenter Satz im Kopf:

Es wird am Ende ein Opfer geben.

Nach mehreren Stunden gerieten wir auf einmal in einen Wald. Er war ähnlich dem Sherwood Forest, bloß das in ihm eine düstere Stimmung herrschte. ,,Ich glaube, wir nähern uns unserem heutigen Ziel!", flüsterte ich bedächtig.

Die anderen schwiegen, während wir immer tiefer in den Wald liefen. Plötzlich lichtete er sich und vor uns lag eine breite Schlucht. Sie war wieder mit Nebel gefüllt.

Ich stellte fest, daß der Nebel anders war als der im Tal der Vergessenen, da sich kein Weg dort bildete, wo ich lang gelaufen war. Schade.

Ungefähr in der Mitte der Schlucht erschien plötzlich etwas Blaues im Nebel. Es war noch mehrere Meter entfernt, weshalb man noch nicht erkennen konnte, was es war.

Robin trat näher an mich heran, um notfalls vor mich springen zu können und wir alle hielten den Atem an, während wir zusahen, wie das blaue Etwas hüpfend näher kam.

 Die Fortsetzung von Spiegel-Marian Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt