Das Opfer

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,,Nein!", schrie ich, als mir etwas bewusst wurde. Pechschwarz war die Farbe des Todes. Sie wollte ihn umbringen.

Alle anderen Zaubersprüche hätte ich vielleicht heilen können, doch den Tod kann kein einziger Zauber heilen oder rückgängig machen.

Wie in Zeitlupe sah ich, wie der Zauber auf Robin zuschoß und er, unfähig sich zu bewegen, mit entsetztem Gesicht den schwarzen Strahl entgegenstarrte.

Mein böses Spiegelbild wollte den einzigen Jungen, den ich je geliebt hatte und den ich auch immer lieben werde, umbringen!

Nein! Das würde ich nicht zulassen! Er war immer für mich dagewesen, in guten, wie auch in schlechten Zeiten, er hat mir geholfen, mich zurechtzufinden und er hat akzeptiert, was mit mir passiert war! Nein! Er war zu gut, um zu sterben.

Und deshalb traf ich in Millisekunden eine Entscheidung:

Schneller, als ich es je von mir gedacht hätte, sprang ich vor Robin.
















Robin keuchte auf, als er mich auffing. ,,Marian ...".

Ein stechender Schmerz begann, sich in meinem Körper auszubreiten. Er fing im Bauch an, und ging dann über meine Arme und Beine.

Noch dazu wurde mir schwindelig, weshalb ich zusammensackte und Robin mich vorsichtig auf den Boden bettete.

,,NEIN! WAS HAST DU GETAN??!!! ICH HABE DOCH EXTRA AUFGEPASST, DAS ICH DICH NICHT TÖTE! WENN DU STIRBST, MUSS ICH AUCH STERBEN, WEIL ICH DEIN SPIEGELBILD BIN UND SOMIT EIN TEIL VON DIR!!! AHHHH, ICH LÖSE MICH AUF!!!", kreischte Spiegel-Marian und sie ließ sich zusammengekrümmt auf den Boden fallen. Doch keiner von uns schenkte ihr Beachtung.

,,Warum ... warum hast du das getan?", flüsterte Robin fassungslos, als er meinen Kopf in seine Hände nahm. Er sah so schön aus ...

Ich wollte ihm so viel sagen: Das ich ihn liebte und das ich es nicht hätte ertragen können, wenn er meinetwegen gestorben wäre, das ich es keinesfalls bereute, mein Leben für ihn geopfert zu haben und noch vieles mehr, aber es kam nur ein schmerzvolles Krächzen hervor.

Er schluchzte auf und zog mich an sich. Es war schön, sein Leben in den Armen des Geliebten zu beenden ...

Nachdem ich mehrmals versucht hatte, Wörter herauszubringen, aber meine Kehle zu trocken dafür gewesen war, schaffte ich es endlich, einen sinnvollen Satz herauszubekommen: ,,Du hättest das für mich auch getan ...".

Er schluchzte noch mehr und nickte. ,,Ja, ja, das hätte ich getan ...".

Ich krümmte mich zusammen, als sich die Schmerzen noch mehr verschlimmerten und ich fing an, flach zu atmen.

Robin nahm meine Hände und flüsterte: ,,Nein, bitte nicht! Bitte bleib bei mir, ich könnte nicht ohne dich leben!"

Scarlett trat vor und drückte seine Schulter. Eine kleine Träne von ihm fiel auf meine Hände.

Als ich sah, daß noch mehr kamen, wischte ich sie sanft weg.

Er legte seine Hand auf meine, und lächelte unter Tränen.

Da ich spürte, daß meine Zeit gekommen war, richtete ich mich noch ein letztes Mal auf und drückte ihn.

,,Ich liebe dich".

Und, als hätte ich noch darauf gewartet, diesen Satz zu sagen, schloss ich danach die Augen und alles wurde schwarz.




 Die Fortsetzung von Spiegel-Marian Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt