Nach meinem Ausbruch waren sich alle sicher, das sie mich auf dieser gefährlichen Reise begleiten wollten.
,,Aber zuerst müssen wir noch ein paar Vorbereitungen treffen.", sagte Derke (Er war hier wahrscheinlich der Organisator).
,,Und die wären?", fragte Scarlett.
,,Naja ... z.B. was wir alles mitnehmen wollen, wann wir starten wollen, ...". Er zählte noch sehr viele weitere Sachen auf, bis Little John auf einmal aufsprang.
,,Was ist denn mit den Dorfbewohnern? Wer soll sie denn dann verteidigen, wenn Prinz John und die Wachen kommen!?".
,,Das müssen wir auch noch klären!", stellte der Hamster fest.
,,Oder wenn er wieder mal versucht, König zu werden?", rief Tuck.
,,Das auch noch".
,,Und wie soll ich König Richard meine Abwesenheit erklären?", fragte ich.
,,Und das auch noch", seufzte Derke.
Wahrscheinlich war alles etwas schwieriger als gedacht.
,,Fangen wir mal an mit der Lösung der Probleme:
wir könnten ein paar Dorfkinder fragen, ob sie uns helfen könnten. Zum Beispiel Lubin oder Marie.", fing Robin nach einer Weile an. Als er aber die entsetzten Mienen von uns sah, hob er die Hände und rief: ,,Sie müssen ja nicht gleich ein Baumhaus bauen und ins Schloß einbrechen!".
Wir murmelten alle zustimmend.
,,Und du könntest König Richard einen Brief schreiben", rief er und zeigte auf mich.
,,Und wie soll der aussehen?
>Lieber König Richard, ich werde jetzt ein paar Wochen weg sein, weil ich aufgrund meiner Zauberkräfte mein Gedächtnis verloren habe und es wiederhaben möchte. Es könnte sein, daß ich nie wieder zurückkomme. Ich habe dich sehr lieb, auch wenn ich alle Erinnerungen an dich vergessen habe. Küsschen Küsschen<?",
fragte ich und musste dann ein wenig schmunzeln über meine Albernheit.
,,Neeeiiin", schmunzelte auch er und sagte: ,,Du weißt schon, was ich meine".
,,Nein"
,,Doch"
,,Nein"
,,Doch!"
,,Vielleicht schon", grinste ich.
Er warf die Arme hoch, bedeckte sein Gesicht mit den Händen und stöhnte gespielt genervt auf.
Ich lachte, und er stieg mit ein.
Scarlett, Tuck und Little John hatten die ganze Zeit ihre Köpfe wie bei einem Tennismatch zwischen uns hin und her bewegt, und erwachten jetzt wie aus einer Trance.
Dann lachten auch sie.
Abends saß ich an meinem Tischchen, mit einer Feder in meiner Hand und einem leerem Blatt Papier vor mir.
Ich hatte Robin's Rat befolgt und wollte einen Brief an meinen Onkel schreiben.
Aber bis jetzt standen nur die Worte
>Lieber König Richard,<
auf dem Brief. Ich kaute auf der Feder herum und überlegte, was ich schreiben wollte.
Definitiv nicht das, was ich vorhins als Beispiel genommen hatte, da war ich mir schonmal sicher.
Langsam wurde es dunkel in meinem Zimmer, sodass ich die Kerzen auf meinem Kerzenständer anzündete.
Das Licht flackerte so hypnotisierend und der Wind wehte in mein Zimmer hinein und sanft um meine Haare ...
,Reiß dich zusammen, junge Dame! Nicht einschlafen!', dachte ich und prompt schlief ich ein ...
Am nächsten Tag wachte ich komischerweise nicht am Tisch auf, sondern in meinem Bett!
Ich rannte schnell an meinen Tisch. Puh, der Brief war noch so wie vorher. Also konnte es nicht mein Onkel gewesen sein, der mich ins Bett gelegt hat ... Prinz John würde das nie tun, da war ich mir sicher!
Doch ich dachte nicht länger darüber nach, sondern setzte mich wieder hin und begann, den Brief weiter zuschreiben, weil ich gerade gute Ideen hatte:
>Lieber König Richard,
Ich werde jetzt für ein paar Tage nicht anwesend sein. Ich habe gestern einen Brief von meiner Tante aus dem Norden bekommen, in dem steht, daß ich dringend zu ihr kommen muss. Den Grund hat sie mir nicht gesagt. Bitte mache dir keine Sorgen, falls meine Rückkehr nicht so bald ist.
Ich hab dich lieb!
Deine Marian.<
Ich las ihn mir nochmal durch und nickte dann zufrieden mit dem Kopf. Das war glaubwürdig!
Jetzt musste der Brief nur noch zu ihm gelangen!
Ich machte mich auf dem Weg zum Thronsaal. Unterwegs traf ich den Sheriff, der gerade mit einem großem Hund spielte. ,,Guter Hund Flynn!", lobte er ihn, als er einen Ball zurückbrachte.
Ich sah ihnen eine Weile zu, bis ich auf den Sheriff zuging und ihn was fragte: ,,Sagen Sie mal, Sheriff? Wo hält sich König Richard momentan auf?".
,,Lady Marian, Sie sollten doch wissen, das er gerade auf Jagd ist mit Baron Fitzwalter! Freitag ist immer Jagdtag!".
,,Ups ... entschuldige, hab ich wohl vergessen! Ich habe hier nämlich einen sehr wichtigen Brief an ihn!", rief ich und wedelte mit dem Brief.
Er überlegte kurz und sagte dann: ,,Am besten geben Sie ihn Lady Rohesia".
Wer war das denn jetzt?!
,,Ähm, klar, natürlich! Wo kann ich sie jetzt finden?", rief ich und lachte unbeholfen.
Er sah mich komisch an, bevor er antwortete: ,,Na in eurem Klassenzimmer! Das liegt gleich hinter dem Thronsaal".
,,Vielen Dank!".
Also setzte ich meinen Weg zum Thronsaal fort.
Dort angekommen, lief ich Prinz John über den Weg, der wütend die ganze Zeit im Kreis lief.
Vom Zusehen wurde mir ganz schwindelig!
,,Was bringt dich denn so aus der Ruhe, geliebter Cousin?", fragte ich ihn.
,,Weißt du denn nicht?! Heute Nacht ist Robin Hood hier eingebrochen und hat mir wieder einmal Gold geklaut! Und dieser Nichtsnutz von Sheriff hat ihn nicht gefangen, weil er auf einmal spurlos verschwunden ist! So hat er es zumindest behauptet!", rief er wütend und lief weiter.
Ich erstarrte zu einer Salzsäule, als mir etwas einfiel.
Könnte es sein, daß ROBIN ...
Neeeiiin, bestimmt nicht! Oder?
,,Was ist? Warum bist du so blass geworden? Hast du ihn gesehen?", rief er und ging hoffnungsvoll auf mich zu.
,,Ääähhh ... vielleicht?".
,,Ugh ... Du bist mir keine große Hilfe!".
Wollte ich auch nicht sein.
,,Naja egal! Ich muss jetzt Lady Rohesia einen Brief von großer Wichtigkeit überbringen", sagte ich und stolzierte mit hoch erhobenem Kopf an ihm vorbei.
Als ich aus seiner Sichtweite gekommen war, drehte ich mich suchend ein paar mal um die eigene Achse. Wo war diese Lady Rohesia?
Auf einmal kam aus einer Tür eine große Frau heraus. Sie trug ein hellrosanes Kleid und einen Schleier.
,,Aaahhh, Lady Marian! Da sind Sie ja! Gerade noch rechtzeitig zum Tanztraining!".
,,Äh, was?", stammelte ich.
,,Eine Lady sagt >Wie bitte<!", rief sie empört und zog mich in den Raum hinein.
Das war wahrscheinlich die Frau, die ich suchte.
,,Entschuldige, aber ich habe jetzt gerade keine Zeit!".
,,Wieso denn?", fragte sie überrascht.
Ich ging nicht auf ihre Frage und drückte ihr nur den Brief in die Hand.
,,Könnten Sie den bitte König Richard geben? Es ist wirklich sehr wichtig!".
,,Äh, natürlich!".
,,Vielen Dank!", sagte ich, machte einen Knicks vor ihr und rannte dann aus der Tür.
Ich hörte sie noch empört rufen: ,,Aber Lady Marian! Es ist jetzt Tanzunterricht, Sie können nicht abhauen!".
Ich verdrehte nur die Augen und dachte mir: SCHNAUZE!!!
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Die Fortsetzung von Spiegel-Marian
Romance~Willkommen zu einer Fortsetzung von der Folge ,,Spiegel-Marian" von der KiKA-Serie ,,Robin Hood - Schlitzohr von Sherwood"! 💚🏹~ Es geht darum, daß das böse Spiegelbild von Marian zurückkehrt und ihr das Gedächtnis löscht. Tja, dumm gelaufen! ...
