Kämpferin

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Doch um ihnen das Leben zur Hölle machen zu können, brauchte ich einen Plan.
Ich musste strukturiert vorgehen, weil ich mich nicht einfach so dem Zufall überlassen wollte.
Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ich etwas falsch machte ... immerhin waren sie zu dritt und ich alleine. Schon das war unfair. Doch sie konnten bestimmt gut kämpfen, schließlich lebten sie im Wald und konnten nicht einfach so nach einem Diener klatschen, der ihnen ein Fünfgängemenü servierte ...
Und wenn auch jeder von den dreien so harte Knochen wie der Dieb, auf dessen Schulter ich lag, hatte, hatte ich ohne Plan schon gar keine Chance.

Also fing ich an zu überlegen. So schwer konnte es doch nicht sein!

Währenddessen quatschten die Tratschtanten draußen darüber, was sie sich von meinem Lösegeld holen wollten.

Der eine wollte sich ein Haus kaufen, der andere eine Pferdekutsche und was der dritte haben wollte, hörte ich nicht mehr.

Denn ich hatte plötzlich eine Glanzidee gehabt, bei der ich mir sicher war, das sie klappen würde.

Also rief ich nach draußen: ,,Könnt ihr mich mal rauslassen? Mir wird wegen dem ganzen Schaukeln hier drin übel!".

,,Halt die Klappe, Kleine!", rief der mit der kratzigen Stimme.

Da ich erwartet hatte, das das passierte, rief ich dringender hinaus: ,,Ich meine es ernst! Ich bin sehr seekrank! Und ihr wollt doch sicher nicht tagelang diesen Sack hier putzen müssen, oder?".

Als ich hörte, daß sie überlegten, fing ich an, Würg- und Kotzgeräusche zu machen. Da trafen sie ihre Entscheidung und mein Träger warf mich mitsamt dem Sack auf den Boden.

Ich kam unsanft mit dem Rücken auf und stöhnte wieder. Das würden blaue Flecke werden!

Ich bekam mit, das einer endlich den Sack aufzurrte und ich schnappte begierig nach Luft. Es war langsam ziemlich stickig geworden!

,,Und? Musst du immer noch kotzen?", fragte mich jemand und drehte mich um.

Ich sah drei erwachsene Männer, die mich ansahen, mit verschränkten Armen. Der erste war ziemlich klein und wohl der Besitzer der kratzigen Stimme. Der in der Mitte war sehr lang und spindeldürr. Der dritte war ziemlich breit und hatte Bartstoppeln.

Alle drei waren schwarzgekleidet (wie vorhins schon gesagt) und trugen Hüte. Ob die dazu da sein sollten, um sie unheimlicher zu machen oder so, wusste ich nicht. Ich fand, es sah einfach lächerlich aus.

,,Ähm, nein. Ihr habt mich noch rechtzeitig aus dem Sack gelassen", erwiderte ich und tat erleichtert. ,,Dann wäre der Gestank in diesem Sack noch viel stärker geworden! Nicht auszuhalten, wirklich! Also, wenn ihr immer eure Opfer so entführt, würde ich euch raten, den Sack mal ordentlich zu lüften! Es ist einer Prinzessin nicht wert, so ...!".

Auf einmal trat der mittlere vor und packte mich. ,,Wir haben dich nicht rausgelassen, um uns dein Gejammer anzuhören!".

Er kam mir immer näher und ich wartete auf den richtigen Zeitpunkt. Als seine lange Nase nah genug war, biss ich hinein.

,,AAAUUUAAA!!!", schrie er auf und ließ mich los. ,,Seit wann ist die so bissig?! Filtcher, übernehm du sie!". Er rieb sich die Nase, während er mich böse anstarrte. Doch ich schlug die Augen nicht nieder und starrte trotzig zurück.

Der Dicke kam zu mir und hob mich an den Armen hoch. ,,Nicht beißen, okay? Sonst stecken wir dich wieder in den Sack rein!", sagte er und zeigte zu dem Sack.

Ich lächelte wie ein Engel und zwitscherte: ,,Keine Sorge! Ich werde dich nicht beißen". Er grinste erleichtert.

,,Aber dafür das!!!", schrie ich, holte Schwung und rammte ihm mit voller Wucht mein Knie zwischen die Beine.

Er jaulte auf, stieß mich von sich weg und taumelte zu einem Baum. Der schien erstmal außer Gefecht gesetzt zu sein.

,,Na warte!", rief der dritte und rannte auf mich zu. Er sprang hoch und schien mich umwerfen zu wollen, aber ich wich ihm in letzter Sekunde aus, sodass er ins Leere sprang und auf dem Boden landete.

Weil sein Gesicht neben meinem Fuss war, nutzte ich meine Chance und trat ihn gegen die Wange. Er drehte sich weg und stand schwankend auf, während er sich die Wange rieb.

Ich war einen Moment abgelenkt, sodass der spindeldürre sich angeschlichen hatte und mich jetzt von hinten ansprang. Na warte, dachte ich nun meinerseits, beugte mich vor und stand ruckartig wieder auf, sodass mein Hinterkopf gegen seine schon verletzte Nase rammte. Er heulte auf, ließ mich aber nicht los.

Ich drehte und wand mich eine Weile in seinen Armen, bis mir nichts anderes mehr einfiel und meine Zähne in seinen Arm vergrub.

Das schien ihm den Rest zu geben und er ließ mich endlich los.

Ich rannte ein kleines Stück und drehte mich dann keuchend um. Filtcher lehnte immernoch mit hochrotem Kopf am Baum und versuchte, nicht mehr zu wimmern.
Der Kleine rieb sich die Wange und überprüfte, ob noch alle seine Zähne da waren. Und der lange massierte sein Gesicht.

Ich grinste zufrieden und wollte mich schon umdrehen, als der Letzte plötzlich aufhörte, sein Gesicht zu massieren, einen Dolch aus einer Tasche zog und ihn zu meinem großem Entsetzen auf mich schleuderte!!!!









Wie in Zeitlupe sah ich den Dolch auf mich zujagen.
Doch zu meinem Erstaunen blieb ich ruhig und streckte eine Hand nach dem fliegenden Dolch aus.

 Die Fortsetzung von Spiegel-Marian Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt