Colin und ich saßen eng aneinander gekuschelt auf der Couch und schauten auf das Tablet, welches vor uns stand. Ein Fernseher war uns beiden zu teuer, weshalb wir Filme über den kleinen Bildschirm unserer Tablets schauen mussten. Ein Fernseher sollte aber eine unserer nächsten Anschaffungen sein, so oft wie wir Filme schauten.
Colin's Kopf ruhte seit einer guten halben Stunde auf meiner Schulter. Keine Ahnung, ob das bequem für ihn war. Es sah auf jeden Fall nicht so aus. Er saß im Schneidersitz, beide Arme lagen auf seinem Schoß. Ich hingegen hatte meine Beine ausgestreckt und meinen linken Arm um Colin gelegt, um ihn noch enger an mich zu drücken.
Ich merkte, wie er seinen Kopf mehr in meiner Schulter vergrub und sich beide Hände vor die Augen hielt. Es war so süß ihm dabei zuzusehen, wie er sich fürchtete.
„Alles gut?" fragte ich belustigt. Als Antwort bekam ich ein leises Brummen. Ihm war es scheinbar peinlich, dass er solche Angst hatte. „Keine Sorge, das ist alles nicht echt." meinte ich beruhigend. „Du bist soooo lustig." er hob seinen Kopf und rollte mit den Augen. „Ich hab dich auch lieb." sagte ich darauf nur und drückte ihn einen verstohlenen Kuss auf die Stirn. Spätestens jetzt war der Film für uns beide vergessen. Eine Weile schauten wir uns einfach in die Augen, oder musterten das Gesicht des jeweils anderen.
Ich unterbrach den Blickkontakt als erstes, weil irgendwie nervös wurde. „Wollen wir ins Bett gehen?" fragte ich meinen Freund leise. Er nickte mir als Antwort zu und stand kurz danach auf. Ich schaltete schnell den Film aus und folgte ihm dann in unser Schlafzimmer. Bettfertig waren wir tatsächlich schon.
Colin lag schon im Bett und breitete seine Arme aus, als Aufforderung, mich an ihn zu kuscheln. Das tat ich natürlich ohne zu zögern. Ich ließ mich auf meine Seite des Bettes fallen, sodass ich rechts neben Colin lag, welcher mich sofort in seine Arme schloss und mich fest an sich drückte.
„Ich liebe es so sehr, mit dir zu kuscheln." flüsterte er mir zu. „Und ich erst." erwiderte ich genauso leise.
Er hatte seine Augen geschlossen, lag aber mit dem Gesicht zu mir gedreht. Meines war nur wenige Zentimeter entfernt, welche ich schnellstmöglich überbrückte.
Etwas überrascht zog Colin scharf die Luft ein, als meine Lippen auf seinen Platz fanden. Doch er begann schnell, den von mir ausgehenden Kuss zu erwidern. Was blieb ihm auch anderes übrig?
In diesem Moment fragte ich mich, ob Colin schon bereit wäre, mehr zu tun, als zu küssen. Ich meine, wir hatten uns noch nicht einmal mit Zunge geküsst. Ich würde gern wissen, wie Colin darüber dachte.
Ich war mir sicher, dass ich noch nicht bereit war, größere sexuelle Erfahrungen zu sammeln, ich wollte klein anfangen und mich langsam immer größeren und aufregenderen widmen.
Ich löste mich vorsichtig von Colin und brachte etwas Abstand zwischen uns. Dann drehte ich mich auf den Rücken und blickte an die Decke. „Colin?" fragte ich leise. „Hm?" kam von neben mir. Ich drehte meinen Kopf zu ihm und bemerkte, dass er mich ebenso ansah.
Für einen Moment schaute ich mir sein Gesicht an. Ich fuhr seine Konturen mit meinem Blick ab, welcher schlussendlich auf seinen Augen stoppte.
Ich schluckte. Sollte ich ihn einfach fragen? Was, wenn das Gespräch akward wird, oder in die völlig falsche Richtung geht und Colin sich unter Druck gesetzt fühlt? Das würde ich nicht wollen. Ich wusste nur zu gut, wie sich Druck anfühlte.
Noch einmal atmete ich tief ein und wieder aus. „Wärst du.. naja.. würdest du schon mit mir schlafen wollen?" fragte ich vorsichtig. Ich merkte, wie meine Wangen an Hitze gewannen und auch Colin war wesentlich röter, als vor meiner Frage. Er drehte seinen Kopf und schaute an die Decke. „Naja, ich weiß nicht. Ich stelle es mir komisch vor. Und wir sind noch nicht lang zusammen. Ich denke, ich bin für vieles schon bereit, aber..." er stockte. Es fiel ihm schwer, die richtigen Worte zu finden, das spürte ich. „Ich wäre auch noch nicht bereit." sagte ich langsam, damit Colin sich beruhigen konnte.
Sofort wandte der Lockenkopf seinen Blick wieder zu mir und unsere Augen verschmolzen miteinander. „Da bin ich froh. Ich dachte schon, du willst." Seine Lippen zierten ein leichtes Lächeln. Ich erwiderte dieses. „Wir machen nur das, was sich gut anfühlt. Und wenn uns etwas nicht gefällt, reden wir miteinander, okay?"
Er nickte.
„Wir haben schließlich alle Zeit der Welt." meinte ich und drehte meinen Kopf wieder, um an die Decke zu schauen. Doch diese bekam ich nicht lange zu sehen, da wenige Sekunden später Colin's Gesicht ins Bild kam. Er kam mir immer näher, während er langsam seine Augen schloss.
Als seine Lippen auf meine trafen, hatte ich das Gefühl, tausende Feuerwerke würden in meinem Bauch explodieren. Das Gefühl war so unbeschreiblich schön. Colin's Lippen waren unglaublich weich. Und er küsste mich so vorsichtig, als würde ich zerbrechen können. Ich liebte diese Zärtlichkeit an ihm. Ich liebte ihn so unendlich.
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Made for each other
FanfictionDies ist der zweite Teil meiner Fanfiction „Make things right" „Findest du es nicht auch seltsam und beängstigend, dass wir gerade einmal 16 und 17 Jahre sind und jetzt gemeinsam in einer Wohnung leben und davon ausgehen, dass das für immer so bleib...
