Kapitel 22 - Noah

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Ein ziemlich kurzes Kapitel, aber das hatte ich ja schon angekündigt... das Ende kommt immer näher :(

Wir hatten wunderschöne Sommerferien bei Colin's Familie, dann begann die harte Zeit. Mein Studium begann und zusätzlich ging ich noch arbeiten, um Colin im Abijahr ein bisschen zu entlasten. Für mich war es letztes Jahr genauso stressig. Deshalb wollte ich, dass er sich voll und ganz auf die Schule konzentrierte, um das bestmögliche Ergebnis zu bekommen.

In den Herbstferien arbeiteten wir beide eine Woche lang zusammen in einem Ferienlager und verdienten damit ordentlich Geld. Unser Erspartes sollte reichen für einen Sommerurlaub, wenn Colin auch fertig mit der Schule war.

Somit gingen wir immer sparsamer mit dem Geld um und kamen gut damit aus.

Weihnachten und Silvester waren wir wieder bei Colin's Eltern in Hamburg und genossen die Zeit. Wir waren schon eine richtige Familie. Das war auch der Grund, wieso ich es war, der den nächsten Schritt gehen wollte. Ich wollte Colin fragen. Ich wusste, dass er die Liebe meines Lebens war und ich nie wieder für irgendwen solche Gefühle haben könnte.

Da ich aber nicht genau wusste, wie man sowas machte, fragte ich Ava um Rat.

Meine beste Freundin vom Einstein war gerade, Anfang März, zu Besuch bei Julia. Ich erlaubte mir, sie einen Nachmittag zu entführen und mit ihr eine Runde in den Park zu gehen. Während wir liefen, unterhielten wir uns über die letzten Monate, die wir uns nicht gesehen hatten. Ava erzählte, dass sie nun eine feste Freundin hatte. Sie ging wohl seit diesem Schuljahr auch aufs Einstein und war in ihrem Zimmer gelandet.

Ich erzählte von den Erlebnissen mit Colin und mir. Und dann kam ich zum unangenehmen Punkt an der Sache.

„Ava, ich brauche deine Hilfe." begann ich. Das brünette Mädchen sah mich neugierig an. „Worum geht's?" fragte sie. „Ich weiß nicht genau, wie ich das jetzt sagen soll, aber naja, ich will Colin fragen. Ob er mich heiraten will..." erklärte ich schnell.

Ava's Augen weiteten sich und begannen, zu leuchten. „Wirklich???" hakte sie nach. Ich nickte leicht und merkte, wie ich rot wurde. „Wie süß! Omg er wird sich sooo freuen!" erwiderte meine beste Freundin. „Sicher?" fragte ich unsicher nach. „Klar, weißt du eigentlich, wie verliebt ihr seid? Dass ihr euch jemals trennt, kann ich mir nicht vorstellen. Ihr seid füreinander gemacht. Wieso sollte Colin also nein sagen?" erklärte Ava mir.

Es berührte mich sehr, dass sie so über uns dachte. Dankbar lächelte ich sie an.

„Ich hab keine Ahnung, wie man sowas macht..." gestand ich dann. „Ist doch nicht schwer. Du kaufst einen Ring, kniest dich vor ihn und fragst ihn, ob er dich heiraten möchte..." meinte Ava und zuckte mit den Achseln. Ich verdrehte die Augen. „Leicht gesagt..." murmelte ich. „Hast du denn schon einen Ring?" fragte Ava nach. Ich schüttelte den Kopf. „Aber ich hatte überlegt, ob wir vielleicht einen zusammen kaufen können. Du kannst mich sicherlich gut beraten." schlug ich vor. Ava stimmte dem sofort zu, weshalb wir uns auf den Weg in die Stadt machten, um einen Juwelier zu suchen.

Die ganze Zeit über schwiegen wir uns an. Ich wusste nicht, wie das Gespräch weiter gehen sollte. Ava ging es scheinbar genauso.

Wir erreichten einen Juwelier und traten hinein. Sofort wurden wir von einer älteren Dame in Empfang genommen. „Hallo ihr zwei, wie kann ich helfen?" fragte sie nach.

„Ähh.." begann ich. „Wir suchen nach einem Verlobungsring!" warf Ava ein, weil ich es einfach nicht hinbekam. Die Frau schaute Ava mit großen Augen an. „Aber nicht für dich, oder? Du bist doch noch etwas jung zum heiraten.." meinte sie. Ava nickte. „Nicht für mich. Mein bester Freund will seinem Freund einen Antrag machen." erklärte sie. Dabei zeigte sie auf mich. „So ist das also." erwiderte die Frau und führte uns zu einer der Vitrinen. Sie zeigte uns die verschiedensten Ringe, aber es war einfach nichts dabei, was zu Colin passte. Obwohl-

Die Juwelierin hielt mir einen silbernen Ring hin, welcher sehr schlicht gehalten war. Nur an einer Stelle funkelte ein kleiner, blauer Diamant, welcher in das Silber eingearbeitet war. Man konnte mit dem Ring nirgendwo hängen bleiben und er war nicht so auffällig. Obwohl es mich auch nicht stören würde, wenn alle sehen würden, dass wir verlobt sind. Wenn er denn ja sagt.

„Der ist perfekt!" sagte ich glücklich. Die Frau lächelte mich an. „Darf ich fragen, wie der glückliche heißt?" fragte sie neugierig nach. „Colin." erwiderte ich. „Na dann viel Glück. Ich bin mir sicher, Colin wird den Ring lieben." meinte die Juwelierin. „Hauptsache er liebt ihn mehr, als den Ring!" scherzte Ava und boxte mich in die Seite. Ich sah meine beste Freundin beleidigt an. „Er liebt mich!" meinte ich entschlossen.

„Okay, also möchtest du den Ring kaufen?" fragte mich die Juwelierin schließlich. Ich nickte. Also bezahlte ich ihn und ging zusammen mit Ava wieder raus. „Danke, dass du mir geholfen hast." sagte ich zu ihr und zog sie in eine kurze Umarmung.

„Dafür sind Freunde doch da!" erwiderte Ava lächelnd. „Hast du schon eine Idee, wann du ihn fragst?"
Ich nickte. „Wir fahren in zwei Wochen, wenn Osterferien sind, wieder zu Colin's Eltern für ein paar Tage. Die wohnen in Hamburg, in der Nähe von der Nordsee. Ich hab überlegt, ihn am Strand zu fragen." erklärte ich. „Schöne Kulisse auf jeden Fall." merkte Ava an. Ich nickte erneut.

„Oh man, jetzt bin ich echt aufgeregt!" stöhnte ich und legte meinen Kopf in den Nacken. Ich nahm die kleine Schachtel in meine Hand und öffnete sie. Der Ring funkelte mich an. Colin würde nicht nein sagen, bestimmt. Alles würde gut werden. Ich musste mich nur trauen.

Ich lief noch eine Weile mit Ava umher, bis es anfing, zu dämmern. Es war bereits halb sieben, weshalb wir uns wieder voneinander trennten und ich mich auf den Weg nach Hause zu meinem Freund machte.

Schon in der Wohnungstür wurde ich in eine lange Umarmung gezogen. „Hey!" murmelte Colin. „Hey." erwiderte ich leise. Ich legte meine Arme um seine Hüfte und drückte meine Nase in seine Locken. Wir standen vermutlich fünf Minuten so da, ehe wir uns voneinander lösten. Ich ging schnell in unser Zimmer und versteckte die Schachtel zwischen meinen Schulsachen, ehe ich mich zu Colin gesellte.

„Wie war's mit Ava?" fragte mein Freund nach. „War cool. Haben uns viel unterhalten." antwortete ich glücklich. Der ganze Nachmittag war perfekt. Und es machte mich ein wenig nervös, dass der Junge, den ich fragen wollte, gerade genau vor mir saß.

„Alles okay? Du wirkst so abwesend." fragte Colin unsicher. Ich musste ganz schön in Gedanken versunken sein. Schnell nickte ich. „Alles gut!" erwiderte ich. „Und wie war dein Tag?" fragte ich nach. „War schön." antwortete Colin mir. „Ich hatte zum ersten Mal seit einem Dreiviertel Jahr einen ganzen Nachmittag für mich alleine." spaßte er. „Stimmt." Ich lachte mit.

——

Erst, als wir später aneinander gekuschelt im Bett lagen, kamen all meine Gedanken wieder. Ich hatte jetzt noch knapp zwei Wochen Zeit mir den Kopf zu zerbrechen, wie ich den Antrag machen sollte. Ich musste also schnell denken. Schließlich wollte ich, dass der Moment perfekt wurde, damit Colin definitiv ja sagte.

Made for each other Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt