Abschied und Begrüßung

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POV: Mara

Ich bin kurz nach Dad ins Bett gegangen. Ich dachte über das nach, was er mir erzählt hatte und wie es ihm ging. Fuck, warum musste dieser Lucifer wieder in sein Leben kommen? Alles war gut, bis er sich eingemischt hat. Mein ganzes Leben lang ist er nicht einmal bei Dad aufgetaucht und jetzt, wo es ihm super geht, muss er aus dem nichts kommen und alles wieder durcheinanderbringen. Ich drehte mich zur Seite und schlief ein. Am nächsten Morgen stand ich auf beschloss Lucifer zur Rede zu stellen und ihm klarzumachen, dass er Dad gefälligst in Ruhe lassen soll. Ich machte mich auf den Weg zum Hotel. Ich riss die Türen auf und sah mich in der Lobby nach Lucifer um. Alle schauten mich komisch an, dies war mir aber egal. Mit wütenden Schritten ging ich auf Lucifer zu und packte ihn am Kragen. „Jetzt hör mir mal zu, du Winzling von König. Alles war super, bis du aufgetaucht bist! Du hast alles durcheinandergebracht. Meinem Dad geht es miserabel wegen dir und durcheinander ist er auch! Du lässt ihn in Ruhe und wartest, wenn schon bis er sich bei dir meldet! Und da gibt es kein ‚oh er hat sich so lang nicht gemeldet, vielleicht schreibe ich ihm mal'. NEIN! Und wenn er sich gar nicht meldet, dann lässt du ihn erst recht in Ruhe, ist das klar?!" „Warte, ich..." „IST DAS KLAR?!" „Klar..." „Gut." Mit diesem Satz ließ ich ihn wieder runter und stürmte aus dem Hotel. Ich war einige Zeit gegangen, immer noch voller Wut. Diese verwandelte sich jedoch in Trauer und Schmerz. Ich wurde langsamer und fing an zu weinen, bis ich irgendwann auf dem Boden zusammenbrach. Jahre lang hat er Dad allein gelassen, uns allein gelassen. Und wer war dieses blonde Mädchen. War sie auch seine Tochter? Sie hatte zumindest sehr viel mit ihm gemein. Ich wusste einfach nicht was ich fühlen oder denken sollte. Ich war einfach nur traurig. Jemand kniete sich vor mich und machte den Anschein, als wolle er mich in den Arm nehmen. Rosie. Ich war hin und wieder bei ihr. Mit ihr konnte man gut reden. Ich ging mit zu ihr und wir setzten uns auf ihr Sofa. „Was bedrückt dich, Liebes?" Ich konnte es selbst nicht genau sagen. „Ich...Ich war bei Lucifer." „Oh, und wieso, wenn ich fragen darf?" Ihre Stimme war sehr beruhigend und liebevoll. „Dad es, seitdem er ihn neulich getroffen hat, miserabel. Ich wollte ihm klar machen, dass er sich fernhalten soll, bis Dad sich bei ihm meldet." „Das klingt verständlich. Du willst deinen Vater beschützen, aber diesen Kampf muss er allein austragen. Du kannst da leider nicht viel machen." Sie hatte recht, aber ich wollte helfen. Ich will, dass es Dad wieder besser geht...

POV: Alastor

Ich lag in meinem Bett, immer noch über diesen Traum nachdenkend. Ich wusste einfach nicht, wen von beiden ich mehr mag. Auch wenn das Körperliche nicht alles war, beschloss ich, dass das nun meine Entscheidung beeinflussen soll. Ich schloss die Augen und dachte erst an das eine Mal mit Lucifer und dann, wie es mit Vox war. Auch wenn ich mit Lucifer nur einmal geschlafen hatte, war dies am intensivsten, am schönsten. Ich kann nicht genau sagen, was es war, aber er gab mir etwas, was Vox mir nie geben konnte. Lucifer war...er war zärtlich und hart zugleich. Ich hatte mich entschieden. Lucifer. Eindeutig. Auch wenn es mir jedes Mal unangenehm war, jedes Mal, wenn Vox und ich es taten, musste ich ein Bruchteil einer Sekunde an Lucifer denken. Wie kann ich mit jemanden zusammen sein, wenn ich beim Sex immer wieder an jemand anderen denke? Das Schlimmste stand mir aber noch bevor: Ich musste mit Vox reden. Schluss machen. Ich stand auf und wartete bis er wieder kam. Kaum war er im Zimmer, sprach ich ihn sofort an. „Wir müssen reden." Er schaute kurz überrascht, setzte dann aber wieder sein normales Gesicht auf. „Ich habe nachgedacht und glaub mir ich habe wirklich viel darüber nachgedacht aber..." Er unterbrach mich. „Lass mich raten. Du willst wieder zu Lucifer?" „Wa...woher...?" „Das liegt doch auf der Hand. Ich muss gestehen, ich wusste das dieser Tag, dieses Gespräch, irgendwann kommt. Du hast von Anfang an klargestellt, dass ich wahrscheinlich nur ein Lückenfüller bin. Ich bin überrascht, dass es so lange gehalten hat. Klar, glücklich bin ich nicht darüber, dass es vorbei ist, aber wie gesagt. Das war mir von Anfang an bewusst, dass du früher oder später wieder zu Lucifer gehst. Hinzu kommt noch, dass ihr eine Tochter habt." Ich stand nur mit offenem Mund da. Nach einiger Zeit des Schweigens konnte ich nur leise etwas von mir geben. „Es...Es tut mir leid..." Er kam auf mich zu und umarmte mich.

Mara und ich packten die nächsten Tage unsere Sachen zusammen. Ich wartete draußen auf sie, während sie sich von den anderen noch verabschiedete. Trotz allem fühlte ich mich immer noch schlecht und schaute etwas verloren in die Leere. Ich erschrak, als Mara neben mir stand. „Ist alles ok?" „Ja, ich...ich fühl mich schlecht und zusätzlich bin ich nervös. Will Lucifer mich überhaupt noch? Ich mein, er hat sich lange nicht mehr gemeldet und...warte." Ich sah Maras schuldbewussten Blick. „Was hast du angestellt? – Halt, ich glaub ich will es gar nicht wissen." Sie nickte nur. Wir machten uns auf dem Weg zum Hotel. Als ich vor der Tür stand, zögerte ich kurz, bevor ich klopfte. Glücklicherweise öffnete direkt Lucifer die Tür, der mich nur ungläubig anstarrte. In meinem Kopf herrschte das Chaos. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Aus der Überforderung packte ich ihn und küsste ihn. Er erwiderte dies sofort und schmiegte sich enger an mich heran. „Schon klar, ihr seid verliebt, dann war aber alles komisch und kompliziert und jetzt habt ihr wieder eure große Wiedervereinigung, aber muss ich da wirklich bei zuschauen?" Maras sarkastische Stimme erklang. Wir sahen sie kurz sprachlos an, lachten dann aber und gingen rein. Die anderen kamen ebenfalls zu mir und umarmten mich. Ich habe ihnen wohl doch gefehlt. Angel wandte sich zu mir. „Auch und, eh, vielen Dank. Wegen neulich." Ich lächelte einfach nur als Antwort. Mara stand etwas unbeholfen hinter mir und wurde wieder zu dem kleinen schüchternen Mädchen. „Hi, ich bin Charlie! Deine Schwester wie es aussieht." Charlie ging mit ihrer enthusiastischen Art auf Mara zu. Diese schien erst überfordert damit zu sein, ließ sich dann aber darauf ein. Charlie stellte ihr die anderen vor. Lucifer sah mich kurz mit einem Lächeln an bevor er mir erneut um den Hals viel. Ich legte meine Arme fest um ihn. Am liebsten wäre ich nie wieder aus dieser Umarmung raus gegangen. Es war definitiv die richtige Entscheidung.

Wie früher üblich, saßen wir gemeinsam an der Bar. Mara hatte sofort den Anschluss gefunden und verstand sich mit allen super. Sie erzählte von all den Sachen, die sie mit Velvette unternommen hatte und versuchte klarzumachen, dass zumindest sie von den Vs nicht übel sei. Ich erzählte auch ein paar Stories, die ich im Laufe der Jahre erlebt hatte. Veggie stupste mich irgendwann scherzhaft in die Seite. „Wann bekomm ich eigentlich mein Haarband zurück?" lachte sie. Stimmt. Das hatte ich ihr nie zurückgegeben. „Es ist bestimmt irgendwo zwischen den Sachen. Sobald ich es hab, bringe ich es vorbei" gab ich im gleichen Ton wieder. „Warum hast du ihr Haarband?" fragte Lucifer, sowohl lachend als auch ernst. Oh, da war ja was. Auch Veggie realisierte es erst jetzt. Wir sahen uns kurz leicht schockiert an, fingen dann aber an zu lachen. Keiner verstand wieso. Nicht mal wie wussten, warum wir das so witzig fanden. „Naja, weißt du, eh, das ist eine lustige Geschichte..." fing ich peinlich lachend an. „Als ich noch hier war, ging es mir bereist nicht gut und naja, Morgenübelkeit ist halt was Dummes und eh..." Ich verstrickte mich immer mehr und redete dann einfach Klartext. „Ich musste mich übergeben, Veggie kam ins Bad, gesellte sich zu mir und band mir die Haare zurück, das wars eigentlich." Sowohl Lucifer als auch den anderen stand der Mund offen. „Warte, du wusstest das und hast nichts gesagt?!" wandte er sich nun zu Veggie. Ich grätschte dazwischen. „Ich habe sie darum gebeten nichts zu sagen." Er beruhigte sich schnell wieder und Angel haute mal wieder eine total unpassende Story in den Raum, die das ganze aber wieder entschärfte. Ich sah, dass es Lucifer nicht mehr ganz so gut ging, wie davor. „Was ist los?" „Ich fühl mich immer noch schlecht wegen all dem und wie das gelaufen ist und hinzu kommt noch das Ganze mit Mara und..." Ich stoppte ihn. „Hey, ja es war ein langer und holpriger Weg, aber jetzt sind wir hier." Ich drückte ihn einen Kuss auf die Wange und er lehnte sich daraufhin an mich an. Ich legte den Arm um ihn.

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Nein, die Story ist noch nicht vorbei, keine Sorge.🤭 

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