Zeit für uns

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Das letzte, an was ich mich erinnere, war, dass ich Husk mein Leid geklagt hatte. Er hatte wie immer kaum zugehört, aber dennoch versucht die passenden Worte zu finden. Mein Kopf tat höllisch weh. Dies ließ ich mir aber nicht anmerken. Einen zweiten Streit mit Lucifer wollte ich echt nicht. Es war schwer so zu tun, als wäre nichts, aber ich denke es fiel niemanden auf. Mara, Charlie und Veggie wollten heute etwas mit den zwei kleinen unternehmen. Dies kam mir sehr entgegen. Als die fünf sich auf den Weg gemacht hatten, ging ich ins Zimmer und ließ mich auf den Bauch aufs Bett fallen. „Sei ehrlich, wie viel hast du gestern getrunken?" Lucifer setzte sich neben mich aufs Bett. Woher weiß er davon? Verdammt, ich bringe Husk um. „Woher...?" er ließ mich nicht ausreden. „Ich bitte dich. Du riechst, als wäre ein ganzes Fass voll Bier über dir ausgelaufen. Müsstest du nicht voll die Kopfschmerzen haben?" Ich sagte nichts und nickte einfach nur, bevor ich mit dem Gesicht wieder ins Kissen fiel. „Ich denke es war einfach ein hartes Jahr und es ist immer noch nicht vorbei." Er war nicht sauer. Er war eher...verständnisvoll. „Immerhin haben wir jetzt diesen einen Tag Pause. Diesen einen Tag...für uns." Er war näher gerückt und lag schon fast direkt auf mir. Ich verstand, worauf er hinauswollte. Ich drehte mich zu ihm um. Sein Gesicht war direkt über meinem. Ich legte meine Hand auf seinen Hinterkopf und zog ihn für einen Kuss zu mir. Da ich immer noch einen heftigen Kater hatte, war dieser eher sanft und ruhig. Langsam krabbelte Lucifer auf mich drauf, bis er auf mir saß. Abgeneigt war ich nicht, aber Vox geisterte immer noch in meinem Kopf rum und ich wollte Lucifer das nicht antun, auch wenn er nichts davon weiß. Ich drehte uns um und rutschte nach unten, sodass mein Kopf auf seiner Brust lag. „Lass uns lieber kuscheln" flüsterte ich schon fast. Müde war ich auch. Lucifer lachte nur. „Das nächste Mal vielleicht einfach weniger trinken." Ich war froh, dass er es mit Humor nahm. Er fing an meinen Kopf zu kraulen.

Wenig später wachte ich in unserem Bett auf, aber ohne Lucifer. Ich ging nach unten. Er saß an der Bar und sah sehr nachdenklich aus. Ich gesellte mich zu ihm. „Über was denkst du nach?" Er schaute weiterhin auf sein Glas, ohne etwas zu sagen. Ich wartete kurz und gerade als ich dachte er hätte mich nicht gehört und ich den Satz wiederholen wollte, fing er an. „Vertraust du mir?" Er hob seinen Blick nicht. „Ja, klar. Wieso die Frage?" „Bevor du Husk den Kopf abreist, lass mich ausreden. Es waren nicht nur seine dezenten Hinweise. Du scheinst im Schlaf zu reden, wenn dich etwas beschäftigt." Shit. Bitte nicht. So schlecht hatte ich mich noch nie gefühlt. Ich sagte nichts, sondern schaute nur bestürzt zu Boden. Lucifer nahm meine Hand. „Hey, ich bin nicht sauer, weil du an ihn denkst. Es war klar rauszuhören, dass es dich selber quält und du dich schlecht dadurch fühlst, aber warum hast du mir nichts gesagt?" Diesmal schaute er mich an. „Aus Angst, dass du wütend wirst." Ich fragte mich, ob er es überhaupt gehört hatte. Ohne etwas zu sagen, nahm er mich fest in den Arm. Wir verblieben eine Weile so. „War das der Grund warum du vorhin...?" Ich unterbrach ihn direkt „Ja...Als ich mit ihm, du weißt schon, habe ich eigentlich immer nur dich im Kopf gehabt. Jedes Mal, wenn ich meine Augen geschlossen habe, warst du da. Zu dem Zeitpunkt wollte ich es auch, aber andersherum niemals. Ich will nicht mit dir im Bett liegen, wenn er in meinem Kopf ist." Lucifer zeigte sich verständnisvoll. Oh man, wie ich ihn liebe. Die Art und Weise, wie er mich in seinem Arm hielt, ließ Vox verblasen. Warte. War Sex vielleicht doch die Lösung? Ich muss gestehen, ich vermisse es.

Zur Erinnerung: „Ich muss zugeben, den Sex vermisse ich schon etwas und jetzt sowieso. Nicht nur wegen der Erregung und so, sondern auch weil ich diese Art und Weise vermisse, wie wir uns berühren. Wir sind uns dabei näher als es sonst möglich ist. Ich vermisse seine Küsse auf meinem Körper, seine intensive Nähe." – Kapitel: Lang ist es her

„Wie wäre es, wenn wir hoch gehen und die letzten paar Stunden noch genießen." Ich zog Lucifer Richtung Treppe. Dieser wusste genau, was ich vorhatte, und lief sofort mit. Ich legte mich aufs Bett und sich auf mich drauf. Wir zogen unsere Hemden aus. Ich drücke Lucifer so eng es ging an mich. Wie ich seinen Körper auf meinem vermisst habe. Er küsste meinen Hals entlang und über meine Brust. Währenddessen zog sowohl seine als auch meine Hose aus. In diesem Moment stoppte ich ihn. „Denke daran, was du sagtest, als du von deiner Schwangerschaft erfahren hast." Er verstand sofort und zog sich was über. Er küsste mich weiter. Dabei fuhr er erst mit den Fingern in mich. Dabei fing ich an leise zu stöhnen. Ich legte meinen Kopf in das Kissen und genoss es einfach. Mit seinen anderen Fingerspitzen kreiste Lucifer über meine Brustwarze. Die andere leckte er mit seiner Zunge. Mein leises Stöhnen behielt ich bei, auch wenn es ein tick heftiger wurde. „So wie es aussieht gefällt das meinem kleinen Bambi." Lucifers lustvolle Stimme war zu hören. Er war nun mit seinem Gesicht wieder direkt über meinem. Ich schaute ihn lustvoll in die Augen, bevor ich ihn zu einem langen, intensiven Kuss zu mir zog.

Er nahm seine Finger raus und drang in mich. Diesmal stöhnte ich heftig auf. Mit Gummi fühlte es sich irgendwie anders an, aber schön war es dennoch. Er küsste wieder meinen Hals entlang. Mit seiner linken Hand fuhr er seitlich über meinen Oberschenkel, sanft und langsam. Mit seinem anderen Unterarm stütze er sich zwar ab, aber er hatte diesen so platziert, dass er mit seiner Hand hinter meinem Ohr kraulen konnte. Es turnte mich nicht richtig an, aber unangenehm war es auch nicht. Wie ich das alles vermisst habe. Ich hatte meine Arme eng um Lucifer gelegt. Ich fing an meine Beine aufzustellen und mit meinem Becken entgegen seinem zu drücken. Dies machte er sofort mit. Dadurch stöhnte ich nur noch heftiger. Ich spürte Lucifers schnellen Atem auf meinem Hals. Dieser schien das wohl genauso zu genießen wie ich. Ich fing an nahezu über Lucifers Rücken zu kratzen. Würde mich wundern, wenn er danach keine Kratzer hätte. Meine Beine verloren schnell wieder an Kraft. Lucifer wollte beide in der Kniekehle greifen, aber ich hielt ihn auf. „Nein, bleib hier" brachte ich nur stöhnend heraus. Er legte sich wieder zurück auf mich drauf und küsste mich intensiv. Er wurde schneller. Je näher ich dem Kommen war, desto enger drückte ich Lucifer an mich. Wir beide kamen zeitgleich. Wir waren völlig außer Atem und loslassen wollte ich ihn nicht.

Vox war auf jeden Fall vergessen. Auch wenn es mit ihm nicht übel war, an Lucifer kommt er bei weitem nicht ran. Lucifer weiß, ohne dass ich was sagen muss, was er wie machen muss, um mich in Stimmung zu halten und trifft immer genau die richtigen Punkte. Ich hätte noch stunden so liegen bleiben können. Lucifer stand nach einer Weile auf und entsorgte das Kondom. Danach legte er sich wieder zu mir. Ich kuschelte mich an ihm und schlief sehr schnell ein. Lucifer ebenso.

„Dads, wir sind wieder da!" Maras Stimme ertönte und wir wurden wach. Wir zogen uns beide jeweils eine Jogginghose und ein Shirt über. Daraufhin gingen wir runter. Noch bevor wir für die anderen sichtbar waren, ergriff ich Lucifers Handgelenk und riss ihn zu mir. Wir gingen direkt in einen leidenschaftlichen Kuss über. Wir gingen in die Lobby und begrüßten alle. Ich nahm Meilo und Lucifer Laura. Die beiden schienen glücklich zu sein. Hoffentlich bleiben sie das bis zur Schlafenszeit. Wir setzten uns in die Sofa-Ecke und Mara, Charlie und Veggie berichteten von ihrem Tag. Sie hatten viel unternommen. Sie waren im Park, haben Rosie besucht und Velvette haben sie ebenfalls ein Stück mitgenommen. Stimmt. Velvette. Sie wollte ins Hotel ziehen. Ich sprach Mara darauf an. „Sie hat es erwähnt und wenn es für euch kein Problem ist, würde sie nächste Woche einziehen." Alle stimmten zu. Ich wollte sowieso nochmal mit ihr reden. 

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