Während wir alle immer noch nicht fassen konnten, was gerade passierte und dementsprechend weiterhin geschockt schauten, hatte Lucifer einen eher besorgten Blick. Er schien zu wissen was passiert war. Als ich meine Gedanken langsam wieder sortiert hatte, fiel mir die Wunde an Micheals rechten Oberarm auf. Es war die gleiche wie Lucifers Narbe. War er etwa auch gefallen? Lucifer rannte beinahe schon zu ihm und half ihm zum Sofa. „Was ist passiert?" Die Aufregung und Besorgnis in seiner Stimme waren kaum zu überhören. Michael fiel es schwer zu sprechen, versuchte es aber. „Ich gebe zu, deine Worte haben mich nachdenklich werden lassen. Also bin ich zu Dad und sprach ihn drauf an. Er wurde schnell wütend und unterstellte mir, dass ich ihm nicht vertrauen würde, was in diesem Fall auch stimmte, und so. Allerdings gab er mir keine Antwort, was auch die anderen Erzengel stutzig werden ließ. Kurz gesagt: Er hat mich rausgeworfen mit der Begründung, dass man ihn niemals hinterfragen solle und dass das, was mit Respekt zu tun hätte und all so'n Scheiß. Jetzt bin ich mir sicher, dass es irgendwas gibt, was er uns nicht sagt. Die anderen haben ebenfalls das Vertrauen in ihn verloren. Mal schauen wie lang das gut geht, denn uns alle kann er sicher nicht rausschmeißen." Lucifer seufzte nur schwer. Er verarztete ihn und brachte ihn in ein freies Zimmer. Dort ruhte er sich erstmal aus. Lucifer kam wieder zu uns. „Mich hat er ebenfalls wegen einem ähnlichen Grund rausgeschmissen. Nun sind es bereits zwei von uns. Irgendwas stinkt da gewaltig. Hoffen wir mal, dass wenn all unsere Geschwister zusammen gegen ihn sind, er es einsieht. Wie Michael sagt: Er kann uns nicht alle rauswerfen. Der Himmel würde das Vertrauen in ihn verlieren und dass kann er nicht riskieren."
Während Mara und ich zustimmten, hatten die anderen immer noch riesige Fragezeichen über den Köpfen. Für einen kurzen Moment hatten wir vergessen, dass sie es nicht wissen. Lucifer setzte sich mit Charlie und den anderen hin und erklärte ihnen alles und auch, warum wir nichts gesagt hatten. Allen schien ein Licht aufzugehen während Charlie leicht verängstigt schaute. Lucifer und Veggie versuchten sie zu beruhigen. Sie wurde auch ruhiger, aber da Charlie immer alles hinterfragt und für alles eine Lösung finden will, hielt ich es immer noch für eine schlechte Idee es ihr zu sagen. Es wird sie auffressen, aber dafür ihn davon abzuhalten es ihr zu sagen war es nun mal zu spät. Hoffen wir das Beste. Alle fingen an auf Charlie einzureden. Mara klinkte sich ein und nahm Charlie ohne ein Wort zu den anderen mit. Vermutlich konnte sie ihr besser helfen.
Auch wenn das Problem nur vorläufig gelöst ist, gönnten wir uns die Pause. Jeder machte das, was ihn entspannte und kehrte schnell wieder in den Alltag zurück. Husk und Angel tranken, Niffty rannte den Käfern hinterher, Charlie und Veggie arbeiteten neue Aufgaben für das Hotel aus, Mara traf sich mit Velvette und unser Neuzugang Michael ruhte sich aus. Lucifer und ich kehrten in unser Zimmer zurück. Ich hatte erst jetzt richtig Zeit mir das Zimmer genauer anzuschauen. Es war mehr wie ein kleines Apartment. Es hatte ein großes Bad mit einer Badewanne, die mehr was von einem Whirlpool hatte. Eine Art kleines Wohnzimmer hatte es ebenfalls. Ich glaube daran könnte ich mich gewöhnen.
Mir wurde erst jetzt so richtig klar, dass wir nach Wochen endlich Zeit für uns hatten. Als ich zu Lucifer sah, schien dieser es noch nicht realisiert zu haben. Er lief immer noch auf und ab und machte sich Gedanken. Er war kurz davor in Panik zu verfallen. Ich ging auf ihn zu und ohne etwas zu sagen, bremste ich ihn mit einem festen Zupacken abrupt ab, zog ihn zu mir und küsste ihn. Er ließ sich sofort drauf ein und all die Aufregung und Anspannung in ihm verflog. Der Kuss hielt eine gefühlte Ewigkeit an. Wir hatten unsere Arme eng um den jeweils anderen geschlungen. Erst war dieser Kuss einfach nur liebevoll und leidenschaftlich, verwandelte sich aber schnell und erregt und leidenschaftlich. Wir bewegten uns aufs Bett zu und legten uns darauf. Es war schön sich das Ganze nicht länger nur vorstellen zu müssen. Wenn ich meine Augen wieder öffnete, war immer noch er es, der vor mir war. Ich lag über ihm. Wir fingen langsam an uns auszuziehen, dabei immer noch küssend. Ich fuhr mit meiner Hand über seinen Oberkörper, über seine Hüfte bis seitlich auf die Höhe von seinem Knie. Diese streichelnde Bewegung behielt ich eine Weile bei. Seine Haut war so rein und schön. Ich wollte alles von ihm fühlen. Da wir eng aufeinander Lagen, mussten wir beide leise aufstöhnen. Ich legte meinen Kopf neben seinen und drehte ihn in Richtung seines Halses. Dort küsste ich ihn weiter. Für mich war alles immer noch surreal. Ich konnte nicht glauben, dass ich endlich bei ihm war, endlich mit ihm zusammen war. Vorsichtig versuchte ich in ihn einzudringen. Ich begann mit langsamen und intensiven Bewegungen. Er stöhnte auf und zog mich direkt zu ihm. Wir küssten uns wieder. Mir fiel es allerdings schwer meinen Mund geschlossen zu halten. Ich hielt meinen Kopf einfach nur über seinem und stützte diesen ein bisschen auf seiner Stirn ab. Mit einem Arm stütze ich mich neben ihm ab. Mit meiner anderen Hand fuhr ich seitlich durch seine Haare und strich ihm über den Kopf. Ich spürte, wie er seine Beine nicht länger halten könnte. Bei einem griff ich in seine Kniekehle und zog es etwas nach oben. Wie automatisch entspannte er sein anderes Bein und streckte es, soweit es ging, aus. Nach einiger Zeit brachte Lucifer stöhnend die Worte „dreh dich um" hervor. Ohne etwas zu sagen, tat ich dies. Er saß nun auf mir und ritt mich. Er fuhr über meinen Oberkörper. Ich setzte mich leicht auf und stütze mich auf meinen Ellenbogen ab. Eine Hand hob ich an und ließ sie in seinen Nacken gleiten. Damit zog ich ihn zu mir und küsste ihn. Ich ließ meine Zunge in seine gleiten. Am liebsten hätte ich mich nie wieder davon gelöst. Ich liebte ihn so sehr. Ich wollte ihn nah bei mir haben. Ich setzte mich so gut es ging auf und legte meine Arme um in. Um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, winkelte ich meine Beine leicht an. Ich fuhr über seinen Rücken und drückte ihn an mich. Dabei ihn immer noch mit Zunge küssend. Ich legte meinen Kopf auf seiner Schulter ab und drückte mich noch enger an ihn. Ich stöhnte immer schneller und wurde immer schwächer. Er hatte einen Arm um meinen Hals gelegt und die andere Hand vergrub er in meinem Haaren. „Ich liebe dich so sehr, Al" stöhnte er. „Ich liebe dich auch." Ich lehnte meinen Kopf gegen seinen und vergrub auch meine Hand in seinen Haaren. Er wurde schneller und drückte mich wieder zurück aufs Bett. Ich merkte, dass es bei ihm nicht mehr lang dauerte. Auch ich war kurz davor. Ich nahm mit einer Hand sein Glied und bewegte sie auf und ab. Lucifer fing an sich zu winden, während er auf mir saß. Ich war ganz drin und diese windenden Bewegungen ließen es auch bei mir heftiger werden. Ich kam in ihn und da ich genau seinen Punkt traf, kam auch er. Er blieb noch eine Weile auf mir liegen, danach legte er sich neben mich. Wir zogen uns bequeme Sachen an und kuschelten.
Mich überkam die plötzliche Angst, dass es wie beim letzten Mal ablaufen würde. Ich wusste nicht genau wieso, aber sie war da. Ich umgriff ihn noch fester. Er sollte nicht wieder gehen. Ich spürte, wie eine leichte Panik mich überkam. Lucifer fing an nach Luft zu japsen, daraufhin lockerte ich meinen Griff wieder etwas, wenn auch nur sehr widerwillig. „Alles in Ordnung?" Lucifer klang besorgt. „Ja, alles gut." Auch wenn das eindeutig gelogen war. Trotz meiner Lüge wusste er trotzdem was mich beschäftigte. „Ich werde nicht gehen, nicht diesmal. Versprochen!" Mit diesen Worten gab er mir einen Kuss und kuschelte sich an mich an.
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Radioapple
Fiksi Penggemar!! Titelbild ist nicht von mir !! Bild von rusayak auf deviantart (https://www.deviantart.com/rusayak/art/Alastor-Finale-1019230934) Die Story enthält einige Kapitel mit Radiostatic, als Info.