Kapitel 6

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Kyle:

„Fuck!" brülle ich über den gesamten Fußballplatz, nachdem ich eine weitere Möglichkeit nicht gemacht habe. Ich habe drüber geschossen und das schon wieder. Das Schlimmste daran ist, dass wir es uns nicht mal leisten können. Nein, wir sind im Rückstand verdammt. Mein Team zählt auf mich. Ich muss abliefern und die Dinger machen. Aber irgendwie gelingt mir das heute nicht. Und zwar so gar nicht.

„Augen auf den Ball, Colburn!" schreit mein Trainer von der Seitenlinie aus. Seit wann lasse ich mich so ablenken? Ich richte meine Aufmerksamkeit wieder aufs hier und jetzt.

„Deiner!" brüllt Bryan, während er einen Ball durchlässt und somit bei mir landet.

Nutz die Gelegenheit.

Mach etwas daraus.

Ihr braucht dieses Tor.

Diesen Sieg.

Fürs Team.

Mein Fokus liegt nur noch auf dem Ball vor meinen Füßen und dem gegnerischen Torwart, der sich versucht vor mir aufzubauen.

Links unten oder doch über den Torwart? Oder doch durch die Beine?

Mein Fuß schießt den Ball links vorbei am Torwart und direkt ins Tor. Überglücklich reiße ich die Arme in die Höhe und lasse einen Schrei aus. Das ganze Publikum schreit und brüllt mit mir. Meine Teamkollegen kommen auf mich zu gerannt und werfen sich mir an

den Hals. Einer nach dem anderen schlägt mir auf den Kopf oder Rücken während der Stadionsprecher meinen Namen und den jetzigen Stand ankündigt. 1:1. Noch ist nichts gewonnen aber wir haben noch eine gute Viertelstunde.

„Der Spieler mit der Nummer 15...Kyle-" Wie immer lässt der Sprecher das Publikum den Nachnamen brüllen.

„Colburn!"

Ich drehe mich um und richte meinen Fokus auf die Tribüne. Sie ist ganz gefüllt, wie bei jedem Heimspiel der Schule. Einige der Mädchen halten Schilder in die Höhe. Auf den meisten sind mein Name oder meine Nummer #15 zu sehen.

„Kyle!" Mein Trainer ruft mich nochmals kurz zu sich, bevor das Spiel wieder angepfiffen wird. Ich renne zu ihm an den Spielfeldrand.

„Weiter wie gerade eben. Lass dich nicht ablenken. Ich weiß, dass du uns zum Sieg führen kannst, also tu es auch. Bleib konzentriert und achte darauf nicht in deinen Gedanken zu ertrinken." Meint er bevor er mir kurz auf den Rücken klopft und wieder aufs Spielfeld schickt.

„Man, dass war ein Hammertor." Liam kommt auf mich zu und zieht sich dabei das Trikot über den Kopf.

„Mhm, total." Stimme ich ihm missmutig zu, während ich meinen Fuß gegen eine der Regentonnen neben dem Platz schlage. Dieses Tor war einen Scheiß wert. Okay, einen Punkt hat es uns gebracht, aber ich wollte alle drei.

„Was? Bist du nicht zufrieden?"

„Natürlich nicht, Liam. Wir haben ein Unentschieden gespielt und jetzt sind wir weiter hinter dem Tabellenführer."

„Die Gegner waren stärker als wir. Zum Glück haben wir einen Punkt geholt." Argumentiert die Nummer 6 dagegen.

„Ein Punkt ist zu wenig." Damit lasse ich ihn stehen und stampfe in die Kabine. Fick diesen Punkt. Drei. Wir hätten Drei Punkte gebraucht, aber ich habe es vermasselt mit diesem schlechten Schuss an die Stange in der Nachspielzeit.

Liam hätte ihn rein gemacht, aber ich habe es probiert.

„Bruder, gutes Spiel." Taylor zieht sich die Kapitänsbinde vom Arm und wirft sie auf die Bank vor ihm bevor er sein Trikot auszieht.

„Das war ein Scheiß Spiel, Taylor und das weißt du."

„Weiß ich nicht, nein. Du hättest die eine oder andere Chance nutzen können aber im generellen hast du ein super Spiel gemacht. Wir alle haben ein gutes Spiel gemacht und können mit einem Punkt dieses Stadion verlasse."

„Mit einem Punkt, genau."

„Sei nicht so hart zu dir, Kyle. Das ist kein Profisport."

„Lass es gut sein, Tay." Fahre ich ihn an. Ich habe echt keine Nerven das mit jedem hier aus dem Team nochmal durchzukauen. Genau aus diesem Grund werde ich mich nicht länger hier drinnen aufhalten. Ich nehme meinen Rucksack und meine Schuhe und verlasse die Kabine bevor noch mehr Spieler auf die Idee kommen mich auf dieses Spiel anzusprechen. Duschen kann ich auch zuhause und wenn der Trainer stress macht, dann soll er halt. Ich habe keine Zeit und keine Nerven für diesen Mist.

Ich sprinte fast schon aus dem Gebäude und auf den Parkplatz aber wie es mein Glück will, natürlich nicht, ohne dass ich sie sehe.

Evelyn steht gemeinsam mit Mady und Liam neben Madys Auto. Dabei habe ich gehofft ihr wenigstens hier aus dem Weg gehen zu können. Denn dieses Mädchen kostet mich alle meine Nerven und das meine ich ernst. Ich habe einen Hass auf sie, den sie nicht versteht. Seit sie angefangen hat sich nicht mehr alles gefallen zu lassen, ist es noch schlimmer. Zudem hängt sie ständig mit meinen Freunden. Soll sie sich doch eigene suchen gehen?

Ich versuche unbemerkt an ihnen vorbei zu Schleichen aber Liam entdeckt mich sofort. Großartig.

„Hey, stehen bleiben!" brüllt er.

„Was gibt's?" grummle ich während ich wieder auf die drei zulaufen.

„Nicht viel. Wir wollte nur wissen, ob du später mit uns Burger essen kommst?"

„Wer ist wir?" frage ich, weil wenn Evelyn dabei ist, ich sowieso raus bin.

„Ich und Evelyn." Meint er trocken als wäre nichts dabei. Dabei ist sehr viel dabei.

„Nur ihr zwei?" frage ich deshalb skeptisch. Wenn die beiden wollen, dass ich das dritte Rad am Wagen bei ihrem Date bin, dann nein danke.

„Naja, vielleicht kommen Bryan und Taylor noch mit, aber ich war noch nicht bei ihnen."

„Ich bin raus." Erkläre ich. Sofort setzt sich ein Schmollmund auf Liams Gesicht, aber ich ignoriere ihn einfach und gehe an ihm vorbei zu meinem Auto. So gern ich meine Teamkollegen auch mag, nach Niederlagen kann ich kaum mit ihnen reden. Bei den meisten Unentschieden komme ich noch damit klar aber bei meiner Leistung heute schäme ich mich einfach nur noch. Deshalb brauche ich jetzt irgendeine Ablenkung. Ich muss an etwas anderes als meine Leistung auf dem Platz denken. Mein Ego wieder pushen.

Die Beste Lösung dafür ist, Sex. 

Ending LonelinessGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt