Kapitel 11

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Evelyn:

„Kommst du langsam?" höre ich den jüngeren der beiden Zwillingsbrüder rufen.

„Einen Moment." Ich werfe noch ein Kleid in meinen Koffer, bevor ich mich neben ihn Knie und zumache.

„Wir wollen los."

„Komme!"

Es sind Herbstferien und Amy besteht darauf, dass wir unseren ersten gemeinsamen Urlaub machen. Eigentlich hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich überhaupt jemals in den Urlaub fahren würde. Trotzdem fahren und fliegen wir heute gemeinsam nach Italien. Ich bin echt aufgeregt, weil ich wirklich noch nie dort war. In Österreich und Spanien aber nicht Italien. Dabei sei es ja eines der schönsten Länder.

Mit meinem Koffer gehe ich auf den Flur und trage ihn dann die Treppe nach unten. Tatsächlich rennt nur noch Amy durch die Küche. Bin ich wirklich so spät dran?

„Du kannst schon einmal ins Auto gehen, Evelyn. Ich kontrolliere noch ob wir alles abgeschlossen und ausgesteckt haben." meint meine Pflegemutter zu mir.

„Mache ich."

Ich ziehe mir meine Schuhe an und packe mir schnell meine dünne dunkelblaue Jacke, bevor ich durch die Türe und auf das Auto zugehe. Als letzte gebe ich meinen Koffer in das Familienauto. Ausnahmsweise sitzt Kyle schon im Auto. Da wir aber den Kofferraum und die aufgeklappten Sitze brauchen um die Koffer zu verstauen, haben wir zwei Sitze zu wenig. Kyle hat sich Jays Platz genommen, da dieser auf Amys Schoß sitzen wird, aber wo soll ich mich hinsetzen?

„Ehm, welcher Platz ist meiner?" frage ich verwirrt meinen Pflegevater.

„Nichts mehr frei. Du musst wohl zu Hause bleiben." Scherzt Kyle. Hätte er wohl gerne.

„Du kannst dich einfach auf den Schoß deines Bruders setzen. Es ist nur eine Einstündige Fahrt, kein großes Ding." erklärt mein Pflegevater.

„Klar." Eigentlich hätte ich anfangen sollen zu diskutieren und erläutern, dass Stella viel leichter wäre, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich das Recht dazu habe, also lasse ich es einfach gut sein.

„Ich beiße nicht." Taylor deutet auf seinen Schoß. Ich gehe ums Auto, um zu seinem Sitz zu kommen und setze mich auf seinen Schoß. Zum Glück ist das Auto so hoch, dass ich meinen Schädel nicht an der Decke anschlage.

„Wir können los." Amy öffnet die Beifahrertür und hebt zuerst Jay hoch und setzt sich dann mit ihm gemeinsam wieder auf ihren Sitz.

„Gut, dann geht's zum Flughafen."

Eine halbe Stunde später bleiben wir an einer Tanke stehen, da ich dringend aufs Klo muss. Schnell steige ich aus dem Auto und gehe auf die Raststäte zu. Das Bewegen der Beine tut echt gut. Eigentlich ist es ja keine so lange Fahrt aber auf Taylors Schoß ist es nicht gerade bequem. Ich will mich ja nicht beschweren, aber irgendwie gibt es feinere Sitzmöglichkeiten. Egal, ich muss es nur noch eine halbe Stunde aushalten, dann sind wir am Flugplatz. Irgendwie habe

ich Angst davor dort anzukommen. Zwar bin ich schon oft geflogen, aber ich habe meine Flugangst nie überwindet. Ich schaffe es zwar zu fliegen, aber trotzdem ist es echt unangenehm, wenn man durchgehend Angst vor einem Absturz hat. Ich höre immer ei Hörbuch, dass ich mir vorher heruntergeladen habe, welches mich ablenken soll.

„Evelyn, dein Ticket!" Amy streckt mir mein Flugticket entgegen und wendet sich dann an die Dame am Gate, die unsere Tickets kontrolliert. Sie sieht sich unsere Pässe und Tickets an und lässt uns dann aufs Flugzeug zugehen.

„Wir haben jeweils 2er Sitze in den Reihen fünfzehn bis siebzehn und einen einzelnen in Reihe achtzehn. Schaut bitte nach wo ihr sitzt, und macht es nicht komplizierter als es sein muss. Das bedeutet kein Tauschen der Tickets."

Ending LonelinessGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt