Evelyn:
Ich glaube wirklich, dass das Universum mich verarscht. Wie kann es sein, dass ich und Kyle heute nahezu jede Minute miteinander verbringen sollen?
„Das ist ein Scherz, oder?" wende ich mich deshalb an Amy.
„Wir dachten eine kleine Team-Building Übung würde euch beiden guttun."
„Das ist aber keine Übung! Ich muss mir ein Zimmer mit dem teilen. Zudem ist er ein Mann, was wenn ich meine Privatsphäre will?" Entgeistert blicke ich meine Pflegeeltern an.
„Da gibt es ein Badezimmer, keine Sorge. Und jetzt nehmt den Schlüssel und geht endlich schlafen." Kyle seufzt genervt auf, bevor er sich die Karte schnappt und an mir vorbeiläuft. Das können sie unmöglich ernst meinen? Aber ich bin jetzt echt zu müde noch mit ihnen zu diskutieren schließlich sind wir schon Fünf Stunden gefahren. Sechs, wenn man die Pause miteinberechnet, in welcher ich und Kyle gemeinsam für alle Essen besorgen mussten. Wir haben nicht viel gesprochen, nur kurzer gezwungener Smalltalk. Also, alles auf Anfang? Dabei haben wir gestern noch heftig rumgemacht. Wir waren bis um Eins in diesem Club und irgendwann haben wir uns dann nach draußen verzogen und Mady und Ryker verscheucht. Ihren Gesichtsausdruck werde ich niemals mehr vergessen. Wie sie mich und Kyle zuerst fassungslos angestarrt hat und danach nicht mehr aufhören konnte, wie ein Pferd zu grinsen. Nachdem wir zuhause angekommen sind, haben wir uns nur kurz Gute Nacht gesagt, im Bad noch einmal kurz geknutscht
und seitdem herrscht Funkstille. Vermutlich besser so, auch wenn die Anreise ziemlich leise war. Ich durfte nämlich neben dem großgeratenen Sturschädel im Auto sitzen, das war vielleicht ein Vergnügen.
Die Fahrstuhl Türen öffnen sich und wir quetschen uns zusammen mit den Koffern nach draußen.
„Nur damit das klar ist, dass Bett am Fenster gehört mir!" fordere ich.
„Geht klar." Wow, wir diskutieren nicht einmal? Daran könnte ich mich gewöhnen.
Meine Anmerkung ist jedoch total unnötig gewesen, denn siehe da...nur ein Bett. Guter Gott, bitte rette mich. Das ist doch alles viel zu klischeehaft. Was kommt noch? Gestehen wir uns im strömenden Regen unsere Liebe oder muss ich ihn noch verarzten? Bin ich hier in einem beschissenen Film.
„Warum läufst du nicht weiter?"
Ich gehe etwas zur Seite und lasse ihn ins Zimmer hineinsehen.
Während ich noch mit offenem Mund dastehe, fängt Kyle einfach an zu lachen. Er lacht.
„Ich finde das so gar nicht lustig." beschwere ich mich.
„Ich gehe runter zur Rezeption und sorge dafür, dass wir ein anderes Zimmer bekommen."
„Mach das."
Eigentlich sollte es kein Problem sein mit meinen Geschwistern ein großes Bett zu teilen aber mit Kyle? Nur über meine Leiche. Kyle verschwindet wieder. Ich setze mich einfach auf unser Bett und scrolle an meinem Handy rum. Ich weiß nicht, was ich tun soll, wenn es keine anderen Zimmer mehr gibt. Auf dem Boden schlafen vermutlich? Obwohl ich das auch Kyle überlassen könnte. So oder so. Ich werde nicht mit ihm in einem Bett pennen, so weit kommt es noch.
„Und?" Eigentlich könnte ich schon an seinem Gesichtsausdruck die Antwort ablesen, aber ich habe eben noch ein wenig Hoffnung.
„Keine Chance. Die Zimmer sind auf unsere Tante gebucht da alle ihre Gäste hier untergebracht sind."
Ich schnaube auf. „Ich teile mir kein Bett mit dir" stelle ich fest. „Angst das du dich nicht mehr von mir fernhalten könntest Evy?" Kyle grinst mich an. Ich weiß, dass er Spaß macht aber ein Funke Wahrheit ist dabei.
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Ending Loneliness
RomansaSeit sie 4 ist wird Evelyn pausenlos von einer Familie zur nächsten geschoben. Nachdem tragischen Tod ihrer Eltern hat sie niemanden mehr aber was passiert wenn sie ausnahmsweise in eine Pflegefamilie geratet, bei der sie zum ersten Mal das Gefühl h...
