Kapitel 17: Der Fall des Imperiums

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Alexander Devereaux saß in seinem Büro, die Wände um ihn herum schienen immer enger zu werden. Der Glanz und die Macht, die einst seinen Alltag bestimmten, hatten sich in Schatten und Misstrauen verwandelt. Er starrte auf den Bildschirm vor sich, die Zahlen und Berichte verschwammen vor seinen Augen. Nathaniels Tod, der Verlust seines besten Freundes, hatte ihn schwer getroffen. Doch was ihn noch mehr quälte, war das Gefühl, dass die Welt um ihn herum in ein Chaos stürzte, aus dem es kein Entkommen gab.

Die Stimmen seiner Räte schwirrten in seinem Kopf, wie ein unaufhörliches Summen von Fliegen. Sie hatten begonnen, sich von ihm abzuwenden, und das Misstrauen schien sich wie ein Virus auszubreiten. Alexander konnte ihre Blicke spüren, die zwischen ihm und Isabelle hin und her huschten, als wäre sie eine Bedrohung, die sie nicht vollständig verstehen konnten. Sie war seine Verlobte, aber in den letzten Wochen war sie zu einer unentbehrlichen Unterstützung für ihn geworden – und doch fühlte es sich an, als hätte sie einen eigenen Plan, den er nicht durchschauen konnte.

Ein scharfer Schmerz durchfuhr ihn, als er an die gefälschten Dokumente dachte, die Isabelle ihm gezeigt hatte, als sie ihm von ihrem angeblichen Vorhaben erzählt hatte, das Grundstück für die Bedürftigen zu kaufen. War das wirklich alles, was sie vorhatte?

Plötzlich öffnete sich die Tür, und Renard trat ein, sein Sicherheitschef und einstiger Vertrauter. „Alexander", begann er, „wir müssen reden."

„Was gibt es?", murmelte Alexander, seine Stimme war brüchig und unmotiviert. „Hast du noch schlechte Nachrichten für mich?"

„Es gibt Gerüchte", sagte Renard, während er näher trat. „Die Räte sind unruhig. Einige beginnen, ihre Loyalität zu überdenken. Es gibt Befürchtungen, dass Isabelle nicht die ist, die sie vorgibt zu sein."

Alexander fühlte, wie ein kalter Schauer seinen Rücken hinunterlief. „Was meinst du damit? Sie ist meine Verlobte!"

„Ja, aber das scheint nicht allen zu gefallen. Ich habe einige Informationen, die darauf hindeuten, dass sie in Verbindung mit Damian steht", fuhr Renard fort, seine Miene ernst. „Wir müssen sie beobachten. Wenn sie sich gegen dich verschwören..."

Ein tiefes Gefühl des Unbehagens breitete sich in Alexanders Bauch aus. „Du bist verrückt. Isabelle ist loyal. Sie unterstützt mich in dieser schweren Zeit!"

Renard schüttelte den Kopf. „Glaub mir, Alexander. Du musst vorsichtig sein. Ich kann dir nicht garantieren, dass sie nicht in etwas Größeres verwickelt ist."

Alexander fühlte, wie der Boden unter seinen Füßen zu schwanken begann. Konnte er wirklich glauben, was Renard sagte? Der Gedanke, Isabelle nicht zu trauen, war schmerzhaft, und dennoch nagte die Unsicherheit an ihm. Er wusste, dass er in einem Netz gefangen war, das er nicht selbst gesponnen hatte. Wie tief war er in diese Machenschaften verwickelt?

„Wir müssen Maßnahmen ergreifen", sagte Renard entschlossen. „Ich schlage vor, dass wir sie beobachten und alles überwachen, was sie tut. Wir können uns keine Schwäche leisten."

Alexander nickte, obwohl das Gefühl der Ohnmacht in ihm wuchs. „Gut, mach das. Aber ich werde Isabelle nicht einfach als Feindin betrachten. Ich werde sie konfrontieren, wenn es nötig ist."

„Das kann gefährlich sein", warnte Renard. „Sie könnte sich als noch unberechenbarer erweisen, als du denkst."

Alexander schloss die Augen und massierte seine Schläfen. Die Verzweiflung wuchs in ihm, und mit ihr die Erkenntnis, dass er in einem Spiel gefangen war, dessen Regeln ihm entglitten. Der Druck seiner Räte, der Verlust von Nathaniel, und nun die Möglichkeit, dass Isabelle eine Bedrohung darstellen könnte – all das führte zu einem Punkt, an dem er nicht mehr klar denken konnte.

„Ich muss nachdenken", murmelte er, während er sich umdrehte und zum Fenster blickte. Die Lichter der Stadt funkelten in der Dunkelheit, aber für Alexander schienen sie nur eine illusorische Schönheit zu sein, die seinen Abstieg in die Dunkelheit nicht kaschieren konnte.

Er wusste, dass der Fall nicht mehr aufzuhalten war. Die Welt um ihn herum bröckelte, und während er versuchte, die Fragmente seines Imperiums zusammenzuhalten, merkte er, dass er in den Fängen seiner eigenen Schöpfung gefangen war. Und der Preis für das, was kommen würde, würde teurer sein als alles, was er je für möglich gehalten hatte.

In diesem Moment fühlte er die Dringlichkeit, wieder die Kontrolle zurückzugewinnen – doch wie? Wem konnte er wirklich vertrauen? Während der Schmerz und die Verwirrung in ihm aufkamen, wusste Alexander, dass die Zeit drängte. Das Spiel war noch nicht vorbei, und in der Dunkelheit, die sich um ihn schloss, warteten Isabelle und Damian darauf, ihn endgültig zu brechen.

Die Schatten Königin- Between Shadows and Flames Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt