Kapitel 23: Zuhause.

201 5 11
                                        

„Boah Aylin ich bin so aufgregt, ich habe meine Eltern so vermisst." sagte ich, als wir gerade vor der Haustür standen.
„Glaub mir, sie haben dich auch vermisst maus, sie reden GAAAAANZE ZEIT über dich."
Wir klopften an und meine Mutter öffnete die Tür.
„Kizim?", sagte sie und ihre Augen füllten sich sofort mit Tränen.
„Oyyyyy benim kizim gelmis. Büyümüsde bize sürpriz mi yapiyor"
Sie umarmte mich sofort und mein Vater kam zur Tür, nachdem er meine Mutter rufen hören hat.
„Kizimmmm", sprach er und schloss sich mit in die Umarmung.
Uns floßen alle Tränen und es war, wie als hätte ich meine Eltern eine Ewigkeit nicht gesehen.

Stundenlang saßen wir zu viert mit Aylin in der Küche und ich zeigte meiner Familie so viele Bilder aus Turin und meinem Sportverein.
„Und hast du Bilder von deinem Team?" fragte mein Vater.
„Ja warte kurz" antwortete ich und suchte ein Bild von der Juventus Gruppr.
Wie typisch Eltern, schnappten sie mir mein Handy aus der Hand und analysierten das Bild.
„Anaaa su sey degil mi?", sprach meine Mutter.
„Ha bu bizim Kenan degil mi", antwortete mein Vater.
Mein Herz stoppte.

Bizim Kenan?

Als ich seinen Namen hörte pochte mein Herz so schnell wie noch nie zuvor.
„Evet Yildizlarin Oglu." sagte meine Mutter.
Aylin und ich blickten uns an.
„Nasil bizim Kenan?", fragte ich.
„Kizim wir waren mit den Yildiz jahrelang Nachbarn, bevor sie umgezogen sind.", sagte Baba.
„Das wusste ich nicht, ich habe ihn auch garnicht erkannt. Ich kannte ihn nur durch das Nationalteam." erklärte ich.
„Ja ich dachte er spielt nur im türkischen Nationalteam, ama juventustada mi oynuyor bu cocuk?", fragte Baba.
„Evet"
„Dann ist doch gut, dann hast du wenigstens jemanden, der dort auf dich aufpassen kann.", sagte Mama.
„Hä Anne nein. Ich passe auf mich selber auf, und außerdem kennen wir uns nicht einmal, also wir erinnern uns nicht aneinander."
„Olur mu öyle sey, ihr habt damals immer gemeinsam gespielt. Seine Mutter ist eine sehr gute Frau", sagte Mama.
Das kann nicht sein.
„Teyze ben Alara bize götürecektim, Annemlerde sormustu, die wollen Alara auch sehen, wäre es okey, wenn ich sie mir kurz klaue und Abends wieder bringe?", fragte Aylin.
Danke Aylin, ich bin dir so viel schuldig.

Wir waren ein paar Stunden bei Aylin und haben bisschen Zeit vergeudet. Besonders ihr Zimmer hatte ich so vermisst.
Es war wie als wäre alles perfekt. Immer wenn meine Eltern sich stritten rannte ich zu Aylin und ich wir schliefen in diesem Bett, auf dem ich gerade saß. Es war hier, als ich mich von Emir trennte und ich auf ihren Oberschenkel komplett verheult über meine Probleme sprach. Und hier in diesem Zimmer, als ich ihr davon erzählte, nach Turin zu ziehen und dort zu arbeiten.
Dieses Zimmer hielt so viele Erinnerungen.
„Soll ich dich langsam Heim fahren?", riss mich Aylin aus meinen Gedanken.
„Waren drei Tage zu viel?", fragte ich zurück.
„Niemals du dumme. Aber deine Eltern haben dich vermisst, die gehen doch immer so früh schlafen."
„Tmm tmm, lass mich kurz meine Jacke holen dann können wir los"

Wir standen vor unserem Haus und die Lichter waren noch an.
„Gehen wir morgen in die Stadt?", fragt Aylin.
„Natürlich. Wenn du willst komm zum Frühstücken, dann muss ich noch paar Dinge für die Arbeit erledigen und dann können wir uns gemeinsam fertig machen und losgehen."
„Klingt gut, machen wir so. Ozaman bis morgen Schatz."
„Bis morgen Maus"
Wir umarmten uns noch kurz und ich lief zur Haustür.

„Jedesmal das selbe mit dir", hörte ich dumpfe Stimmen aus dem Haus. Sie streiten wieder...
Ich öffnete die Türen und es herrschte Stille.
„Keine Sorge Anne und Baba, Aylin ist nicht mit dabei, ihr könnt ruhig weitermachen."
„Was soll das jetzt heißen?"
„Naja ihr tut doch immer auf perfekt wenn sie dabei ist, als hätte sie nicht schon lange gecheckt, dass ihr nicht länger als zehn Minuten miteinander könnt. Was hat sich geändert als ich gegangen bin? Bevor ich weg war, hat es doch wieder geklappt? Es war doch alles wieder gut. Nichtmal einen einzigen Tag bin ich hier und ihr macht schon wieder dasselbe. Wir haben uns nur drei Stunden gesehen und schon streitet ihr euch wieder.
„Frag deinen Vater", sagt Mama.
Wir stehen alle in die Küche mit gedämmten Lichtern am Esstisch. Meine Mama sitzt auf dem Stuhl und mein Vater steht mit verschlossenen Armen am Fenster. Wie jedesmal. Ich stehe an der Tür und wunder mich, was schon wieder falsch gelaufen ist.
Ich gucke meinen Vater an.
„Alara du weißt wie sie ist. Jedesmal ist Baba Schuld. Lan ne yaptim ki yine suc bana geldi."
„Ne mi yaptin? NE MI YAPTIN?", fing an Mama zu schreien.
„ALTER. DAHA BIR GÜN BILE BURDA DEGILIM YAPTIGINIZA BAKIN."
Ich atme kurz ein und aus.
„Ich gehe jetzt hoch auf mein Zimmer, und ihr hört bitte auf zu streiten. Ich habe ehrlich keine Lust darauf. Ich bin gekommen, weil ich euch vermisst habe, und nicht DAS."

Ich seufze noch einmal, verlasse die Küche und laufe hoch auf mein Zimmer.
Es war dunkel und meine Balkontür war offen. Mama hat wahrscheinlich gelüftet. Oh man.
Ich schmeiße mich auf mein Bett, mit meinen Klamotten und meiner Handtasche am Arm.
Noch immer höre ich deren Stimmen. Sie streiten weiter.
„Biktim artik senden"
„Sen mi ben mi. Yeter artik."
Die Stimmen sind zwar dumpf, dennoch höre ich jedes einzelne Wort.
Ich schalte mein Handy an. Weitere Nachrichten von Kenan.
Wie soll ich ihm denn antworten.
„Sorry, dass ich erst jetzt antworten kann." schreibe ich.
Ich wollte gerade weiterschreibrn und bekomme einen Anruf. Sein Name auf meinem Bildschirm. Mein Herz pocht. Warum pocht mein Herz?
Ich nehme den Anruf an, es ist still.
„Hey", sagte ich.
„Hey Alara, wie geht's dir? Ich habe mir so Sorgen gemacht."
„Woaaah Herr Yildiz macht sich Sorgen um mich."
„Du weißt, ich mache mir immer Sorgen."
„Sah die letzten Tage aber nicht so aus."
„Alara wegen den letzten Tagen-„ , ich stoppte ihn.
„Kenan, nein. Ich möchte gerade über nichts negatives reden okay?"
Er war kurz still und es kam nur ein kleines „hmhm".
„Was ist bei euch los?", fragt er.
„Was meinst du?"
„Keine Ahnung, hast du dein Fenster oderso auf? Hört sich an wie als würden welche draußen streiten."
Ich bin still.
„Ja das ist nur, keine Ahnung, bestimmt draußen irgendwas."
„Alara ich vermisse dich.
Mich?

Kenan vermisst mich.
MICH.
Er VERMISST mich.

„Ich-„ , er unterbricht mich.
„Sag nichts, Alara. Ich wollte nur, dass du es weißt. Ich weiß nicht wieso aber ich wollte nur dass du es weißt."
Ich bin wieder still.
„Es ist spät geworden.", sagt er.
„Es ist spät geworden.", sage ich.
„Gute Nacht.", sprachen wir synchron und er lachte kurz auf.
Mein Herz war kurz davor, in tausend Teile zu springen als er auflachte.
Ich konnte seine Grübchen hören.
Ich vermisse dich auch, Kenan...

Hey Leute, ich weiß nicht ob, es welche gibt, die kein Türkisch verstehen. Soll ich in türkischen Dialogen noch eine deutsche Übersetzung mit dazu schreiben?

du bist nicht alleinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt