Kapitel 3: Slughorn

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Kapitel 3: Slughorn

Einige Treppen und Gänge weiter, fanden wir uns in den klammen Kerkern wieder. Wir betraten ein kaltes Klassenzimmer, wo bereits einige Slytherins an ihren Tischen saßen und über den Wildhüter lästerten.

Als sie uns bemerkten, hielten sie in ihren Gesprächen inne und beäugten uns herablassend.
Ich reckte mein Kinn in die Höhe, darauf bedacht sie keines Blickes zu würdigen: "Ich hatte noch nie mit Schlangen zu tun, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich allergisch auf sie reagiere!".

Wir setzten uns in eine leere Vierrerreihe nach ganz vorne. Auf dem Tisch waren bereits Kessel und diverse Zutaten aufgebaut. Das konnte heiter werden!

Als ich meinee Ausgabe 'Zaubertränke für Erfahrene' aus meiner Schultasche zog, öffnete sich die Tür erneut und ein korpulenter Mann trat herein. Die Gespräche verebbten.

Er lächelte freundlich und stellte sich an sein Pult: "Guten Morgen! Ich sehe heute nicht nur altbekannte Gesichter, nicht wahr? Wie heißt du denn mein Kind?". Alle Augen richteten sich auf mich.

"Olivia Withaker, Sir", sagte ich mit fester Stimme. Er schien erfreut über meinen Namen zu sein: "Sind sie vielleicht verwand mit dem großen William Withaker, der hinter die Geheimnisse der Flubberwürmer gekommen ist?".

Wer bitte sollte das sein?

"Nicht dass ich wüsste, Sir!", murmelte ich, noch immer etwas verwirrt.

Sein Grinsen fiel eine Spur, blieb aber nach wie vor vorhanden. Er wollte gerade ansetzen um den Ablauf der heutigen Stunde zu erläutern, als die Tür aufgerissen wurde und James,
Ich-glaub-ich-muss-brechen-Sirius und ein hagerer Junge den Raum betraten.

"Verzeihung, Sir, dass wir zu spät sind, aber wir haben verschlafen", sagte James entschuldigend und pflanzte sich mit seinen Kumpels eine Reihe hinter uns.

"Überhaupt gar kein Problem, meine Herren, wir wollten gerade beginnen!".

Sirius entdeckte mich und zwinkerte mir anzüglich zu. Mit verdorbener Laune drehte ich mich wieder um und lehnte mich zurück.

Der konnte mich mal!

Der Lehrer lächelte noch immer gütig und fuhr mit dem Unterricht fort: "Wo wir nun vollzählig sind, können wir ja anfangen! Mein Name ist Professor Slughorn und wir widmen uns heute der Herrstellung eines einfachen Liebestrankes mit mittelstarker Wirkung. Schlagen sie ihr Buch, bitte auf der Seite 265 auf und fangen sie an!".

Ein Rascheln ging durch die Klasse, als alle ihr Buch aufschlugen.
Ich blätterte durch die Seiten und stoppte als ich das Rezept für den 'Liebestrank nach Franklin Stewart' entdeckte.

Als ersten Schritt sollte man die Propellerpflaumen zerdrücken und den Saft im Kessel auffangen. Ich sah mich auf meinem Tisch um. Was bitte sind Propellerpflaumen?

In einer kleinen Schale lagen lilane, verschrumpelte, bohnenartige Dinger, die zumindest farblich als Plaume durchgehen könnten.

No risk, no fun!

Auf gut Glück griff ich danach und hielt sie über den Kessel. Mit Daumen und Zeigefinger drückte ich dagegen, aber es wollte sich partout kein Tropfen lösen.

Warte mal...Man könnte doch bestimmt einfach die ganze Frucht reinmachen und am Ende wieder rausfischen. Dann hätten sie schön gezogen und ich wäre schneller fertig!

Entschlossen ließ ich die Pflaume in den Kessel fallen und leerte die anderen hinterher. Stolz auf meine Idee beäugte ich Punkt zwei auf dem Rezept.

'Fügen sie 200 Unzen Wasser hinzu und rühren sie sieben mal im Uhrzeigersinn herum'

Was waren Unzen? In Australien hatten wir mit Millilitern gearbeitet. Ich zog meine Waage dazu und wog 200 Gramm Wasser ab, die ich zu den Pflaumen schüttete. Da ich keinen Löffel zur Hand hatte, benutzte ich ein Messer um zu rühren.

Laut dem Buch, sollte der Trank inzwischen eine purpurne Farbe angenommen haben, meiner war giftgrün. Ich schielte in Lillys Kessel. Das Gebräu war von einem satten Rot und hatte auch nicht diese seltsamen gelben Klumpen, die mein Liebestrank aufwies. Die Pflaumen konnten es nicht sein, schließlich waren das nur fünf Stück gewesen.

Es wirkte eher, als wäre der Sud geronnen. Ich beschloss mich einfach an das Rezept zu halten und weiterzumachen, als wäre nichts.

War es normal, dass der Trank plötzlich eindickte und große Blasen schlug?

Unbeholfen gab ich zwei Tropfen Alraunensaft dazu. Das war zu viel für meinen Kessel. Mit einem ohrenbetäubenden Knall spritzte die inzwischen braune Masse durchs Klassenzimmer und verteilte sich großzügig über den Köpfen meiner Mitschüler.

Meine Hoffnung, dass niemand wusste von wem die klebrige Masse ausgegangen war, wurde jäh zerstört, als alle Blicke sich anklagend auf mich richteten.

"Also echt, Sirius, das hätte ich echt nicht gedacht, dass dein Trank schief geht!", versuchte ich die Aufmerksamkeit von mir zu lenken, was leider kläglich scheiterte.

Slughorn beugte sich mit gerümpfter Nase über einen der dicken Tropfen, die mittlerweile einen starken Eiergeruch angenommen hatten und ließ sie dann mit einem Schlenker seines Zauberstabs verschwinden: "Ist jemand verletzt?", fragte er.

"Nein Sir, aber mein Zaubertrank ist zerstört", meldete sich ein Slytherin namens Amicus Carrow zu Wort, wobei er mich arrogant musterte.

"Ich denke es ist besser, wenn wir die Stunde an dieser Stelle beenden, nicht wahr? Sie können gehen!", Slughorn wandte sich an mich: "Darf ich sie kurz sprechen?".

Betreten folgte ich ihm nach hinten in sein Büro, während die anderen ihre Sachen packten. Schwerfällig ließ er sich hinter seinen Schreibtisch plumpsen und bot mir einen Stuhl an: "Nun setzen sie sich doch! Lakritznattern?", er deutete auf ein Glas voll mit den süßen Leckereien. Ich lehnte dankend ab, mir war nicht nach Essen zu Mute...obwohl, so eine Lakritznatter schadete ja nie! Ich schob mir eine davon in den Mund, froh dass wenigstens mein Mund beschäftigt war.

"Nun Miss Withaker, wenn sie mir die Frage erlauben, haben sie ihren ZAG denn überhaupt bestanden?". Ich errötete leicht: "Nun, Nein, ich hatte leider einige ZAGs zuwenig, so dass Professor McGonnagall meinte, ich solle mir noch zwei andere Fächer aussuchen, die ich belegen könnte!".

Zum Glück, würde ich mal sagen. So hatte ich immerhin die Möglichkeit, mich dieses Jahr mehr anzustrengen. In Zaubertränke hatte ich letztes Jahr ein 'Troll' kassiert. Allerdings musste ich dazu sagen, dass meine Lehrerin darin völlig unqualifiziert gewesen war!

"Nun ja, das wird ja hoffentlich ein Einzelfall bleiben, nicht? Sie können gehen!". Erleichtert erhob ich mich und schüttelte die wülstige Hand meines neuen Lieblingslehrers: "Danke Sir!".

Everybody needs enemies  (Rumtreiber ff)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt