Kapitel 35: Geheimnisse eines Rumtreibers

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Kapitel 35: Geheimnisse eines Rumtreibers

"Warte mal ganz kurz, ja?", sagte ich zu Cecilia und lief (so schnell meine Schuhe es zuließen) hinter Sirius her. Ich konnte ihn zwar nicht mehr sehen, aber das Tor der Großen Halle war der einzige Ausgang, also stieß ich sie auf und sah mich im Korridor um.

Es war kühl und ich fröstelte, aber ich bemerkte es kaum, weil ich mich voll und ganz darauf konzentrierte, Sirius zu finden. Sehen konnte ich ihn nicht, aber von Rechts vernahm ich schnelle Schritte, von denen ich hoffte, dass sie zu den schwarzen Schuhen des Gryffindors gehörten. Da ich keine andere Möglichkeit hatte, zog ich mir die Stilettos von den Füßen und rannte hinterher.

Diesesmal war ich schnell genug, um ihn kurz zu sehen, aber ich beschloss, mich nicht bemerkbar zu machen. Ich brauchte unbedingt Antworten und ich konnte spüren, dass etwas großes in der Luft lag. Diese Gelegenheit würde sich mir so schnell nicht wieder bieten.

Auch wenn ich mich bemühte, keinen Laut zu machen, hätte Sirius mich vermutlich auch dann nicht gehört, wenn ich mit einem Boxauto gefahren wäre und Teetassen hinaus geschmissen hätte. Er war viel zu sehr auf senen Weg fixiert, der (wie ich jetzt sah) nach draußen führte.

Er öffnete die Eingangstür und trat in die dunkle Nacht. Sicherheitshalber wartete ich ein paar Sekunden, schließlich wollte ich kein Risiko eingehen, aber dann tat ich es ihm gleich. Draußen war es noch kälter, als im Schloss und eine Gänsehaut breitete sich auf meinem Arm aus. Vor zwei Tagen hatte es so sehr geschneit, dass alles mit einer üppigen Schicht bedeckt war.

Ich hasste mich dafür, zu eitel für eine farblich zwar nicht passende, dafür aber sehr warme Jacke gewesen war und schlang die Arme um meinen Körper. Dank dem gleichmäßigen Weiß war Sirius, in seinem dunklen Festumhang, gut zu sehen und ich beschleunigte meine Schritte.

Ich konnte von Glück reden, dass er sich nicht umdrehte, denn ich bewegte mich nicht gerade unauffällig (auch wenn meine Haut vor Kälte vermutlich kreidebleich war). Meine Füße spürte ich nicht mehr, aber ich vertraute mit aller Macht darauf, dass Madame Pomphrey auch Erfrierungen heilen konnte.

Dann fiel mir wieder ein, wie einfach ein Aufrufe Zauber war und ich hexte mir Stiefel und Mantel her. Während ich beides überstreifte, ließ ich Sirius keinen Moment aus den Augen, denn ihn jetzt zu verlieren hätte das Ende der Mission bedeutet und ich wäre weiterhin im Dunkeln getappt.

Er steuerte auf einen Baum zu, den ich nur zu gut aus Erzählungen kannte: Die peitschende Weide! Hätte sie ein Gesicht gehabt wäre es bösartig und verbittert gewesen, davon war ich überzeugt. Wenn man Alice Glauben schenkte, waren schon Menschen durch sie ums Leben gekommen!

Als ich nur noch, etwa 50 Meter von ihm entfernt stand, passierte etwas, das mich komplett aus der Fassung brachte. Aus dem langen Jungenkörper wurde ein schlanker, schwarzer Hund. Und nicht irgendein Hund, sondern Marshmallow! Warum zur Hölle, konnte Black sich in Marshmallow verwandeln? Mit kräftigen Sprüngen, preschte er nach vorne und als er am Stamm angekommen war, erstarrten die Äste der Weide.

Verblüfft beobachtete ich, wie er sich in ein Loch zwängte, dass ich zuvor nicht bemerkt hatte und offenbar in eine Art Gang führte. Kurzerhand folgte ich ihm. Ich war kaum in der Öffnung verschwunden, da erwachte der Baum wieder zum Leben und machte seinem Namen alle Ehre.

Der Durchgang war dreckig, schmal und dunkel, aber ich wollte kein Licht entzünden, aus Angst damit auf mich aufmerksam zu machen. (A/N: Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich Den dritten Teil angehört habe, daher habe ich mir die Details der Hütte und des Ganges so weit wie möglich selbst ausgemalt) Vorsichtig tastete ich mich an den schlammigen Wänden entlang. Zum Glück gab es keine Abzweigungen, nur Kurven, und ich stolperte nur zweimal, weil sich meine Füße in einer Wurzel verhedderten und mich zu Boden zwangen.

Plötzlich hörte ich ein Knarren, gefolgt von einem schmalen Lichtsrahl (gerade so intensiv, wie der Schein einer Kerze), einige Meter von mir entfernt, der Sirius in Helligkeit tauchte. Er war wieder menschlich und kroch durch die Luke hindurch.

Nachdem er sie wieder sorgfältig verschlossen hatte, war ich erneut von Dunkelheit umgeben. Vorsichtig tastete ich mich weiter vor und verharrte einige Zeit, um sicher zu gehen, dass er mich (hoffentlich) nicht bemerkte. So leise wie möglich, hob ich das Holz, sodass ich durch einen Spalt hindurch sehen konnte.

Im Grunde sah es aus, wie in einer normalen Wohnung, außer dass es um Einiges finsterer (der schwache Schein stammte von einer Laterne mit staubigen Gläsern), schmutziger und ungemütlicher war. Eine zentimeterdicke Staubschicht bedeckte den Holzboden und überzog die ganze Umgebung mit einem grauen Schleier. Als ich die Klappe ganz anhob, erkannte ich dunkle Türen.

Vermutlich war das hier der Flur. Unter einer von ihnen drang Licht heraus und Stimmen waren zu hören. Ich hiefte mich auf den Teppich, der vor lauter Löcher, kaum noch als solcher durchging, und drückte mein Ohr gegen das dunkle Holz der Tür.

"Du solltest zurück kommen, Cecilia sucht dich!", unverkennbar Sirius.
"Hast du es nicht kapiert? Sie wissen es! Ich wette Schniefelus ist Schuld daran!", erstaunt stellte ich fest, dass diese Stimme zu Remus gehörte. Nun ja, eigentlich sollte es mich nicht überraschen. Warum sonst sollte Sirius eine Party verpassen, wenn nicht um einem Freund zu helfen.

"Falsch, Sie vermuten es nur und selbst wenn sie sich sicher wären, käme keiner darauf, dass du es bist!", wieder Sirius, diesesmal klang er energischer. "Jeder der eine Vermutung in diese Richtung und ein wenig Grips besitzt könnte es herausfinden. Spätestens, wenn jemand bemerkt, dass ich immer zur selben Zeit krank werde".

Jetzt wo er es sagte, fiel es auch mir auf. Natürlich war mir aufgefallen, dass er häufig krank war, aber erst in diesem Moment wurde mir bewusst, dass es tatsächlich regelmäßig passierte. Ich hatte es zunächst auf ein schlechtes Immunsystem geschoben, aber das hielt sich bekanntlich an keinen Kalender.

"Moony, Dumbledore wird dafür sorgen, dass...". "Dumbledore hat schon mehr getan, als mir zusteht", unterbrach Remus, "Er bringt sich damit schon genug in Schwierigkeiten! Einen Werwolf in der Schule unter zu bringen ist gerade zu unverantwortlich".

Everybody needs enemies  (Rumtreiber ff)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt