Kapitel 30: Wahrsagen, Lichterketten und Arschgedanken

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Kapitel 30: Wahrsagen, Lichterketten und Arschgedanken

Am Montag hatten wir in den letzten beiden Stunden Wahrsagen bei Professor Ross. Durch zwei Stunden "Geschichte der Zauberei" bei Professor Binns waren unsere Nerven bereits überstrapaziert und ich wollte mich nur noch in meinem weichen Himmelbett verkriechen und schlafen.

Marlene und Sirius waren die einzigen, die das Fach außer mir nicht abgewählt hatten, also machten wir uns gemeinsam auf den Weg in den Turm. Die vielen Stufen trugen nicht gerade dazu bei, meine Laune zu bessern - im Gegenteil! Als wir endlich oben angekommen waren und uns auf unsere Plätze gesetzt hatten, kochte ich förmlich: "Montage gehören verboten!". Auf meiner Stirn pulsierte eine Ader, die entweder dann hervortrat, wenn ich weinte oder wütend war.

"Es gibt schlimmere...Donnerstage zum Beispiel!", erklärte Sirius überzeugt: " Man steht kurz vor dem Wochenende und muss trotzdem noch zwei Tage durchhalte!". Marlene nickte zustimmend, allerdings sah sie dabei nicht uns an, sondern die Tür zu Ross' Büro.

Mir war zuvor nie aufgefallen, dass man durch das Schlüsselloch einen sanften, roten Schimmer erkennen konnte. Nach und nach füllte sich das Klassenzimmer und einige Hufflepuffs ließen sich schwatzend neben uns nieder. Ich beachtete sie nicht weiter, sondern wandte mich erneut meinen Freunden zu. "Ich weiß wirklich nicht warum ich das dumme Fach gewählt habe", entrüstete sich Sirius (wie jeden Montag): "Dieses Fach wird meinem Talent definitiv nicht gerecht!".

Gespielt geschockt beugte ich mich zu ihm: "Willst du damit etwa sagen...du hättest kein drittes Auge?". "Inneres Auge", verbesserte mich Marlene automatisch und Sirius brach in schallendes Gelächter aus. Hatte ich erwähnt, dass es ungemein angenehm klang?

Im Gegensatz zu uns, hatte Marlene sich nicht aufgrund fehlender Alternativen für das Fach entschieden, sondern weil sie wirklich überzeugt war, es würde funktionieren.

In diesem Augenblick öffnete sich die Bürotür und offenbarte den Grund für das rötliche Flackern. Professor Ross neigte zu außergewöhnlichen Kleidungsexperimenten und hatte sich dieses mal selbst übertroffen.

Bemüht nicht in Gelächter auszubrechen, sagte Sirius: "Sie sehen wie immer fantastisch aus, Professor!". "Danke sehr", erwiderte dieser ruhig, mit seiner gewohnt näselnden Stimme. "Trägt er eine Lichterkette?", raunte Marlene mir ins Ohr.

Tatsächlich. Die vielen, kleinen Birnen waren so um seine füllige Figur geschlungen, dass sie ihn fast vollständig verdeckten. Selbstverständlich erhielten sie ihre Energie nicht aus einer Batterie, sondern leuchteten von ganz alleine. Aus den hinteren Reihen war Kichern zu hören, aber der Lehrer ließ sich davon nicht beeindrucken und schlenderte gelassen zu seinem Pult, auf dem bereits eine Glaskugel drapiert war.

Mit einem unangenehmen Knirschen, das wohl von einigen zerdrückten Lämpchen herrührte, ließ er sich auf seinem Stuhl nieder und richtete seinen Blick in die Klasse.

In diesem Moment sah er so unsäglich zugedröhnt aus, dass mir ein kleines Lachen entwich und sagte langsam: "Da hätten wir wohl einen Freiwilligen für den Aufsatz über eure Zukunft, den ich euch aufgegeben habe". Er blickte mich direkt an und ich zog ein wenig beleidigt das Pergament aus meiner Tasche.

"Nun ja", begann ich: "In Zwanzig Jahren bin ich vermutlich verheiratet und habe drei Kinder: Laika, Minerva und Bambi. Mit etwas Glück arbeite ich im Ministerium. Wenn ...".

"Einen Moment", unterbrach mich Ross forsch: "Bist du dir da ganz sicher?". Verlegen druckste ich herum: "Ich denke schon!".

Einen Scheiß war ich! Gestern Abend hatte ich mir im Bett schnell den ganzen Aufsatz zusammengelogen und einfach hingeschrieben, was mir in den Sinn gekommen war. Bis auf Marlene hatte das vermutlich jeder in dieser Klasse getan und ehrlich gesagt bereute ich es nicht einmal.

"Ich kann in deinen Augen sehen, dass deine wahre Passion bei den Tieren des Waldes liegt", der Professor warf wild gestikulierend die Hände in die Luft: "Hagrid wird dich ausbilden, ich kann es vor mir sehen. Du wirst die nächste Wildhüterin in Hogwarts werden!".

Danke, Professor Ich-habe-das-dritte-Auge-und-trage-eine-Lichterkette-Ross, Danke. Jetzt war ich offiziell die Witzfigur der Schule. Sirius neben mir biss auf seine Faust, um sein Kichern zu unterdrücken und ich nahm mir vor ihn später zu erwürgen...gleich nachdem ich den Professor zur Strecke gebracht hatte.

"Ähhm, ich denke da liegen sie falsch", und zwar gewaltig! Unter meiner "pflegenden" Hand würden nahezu alle magischen Wesen des Waldes aussterben, das war auf Hogwarts kein Geheimnis.

"Wollen sie damit sagen, ich würde mich irren?", die sonst so unbeholfene Gestalt des Professors baute sich vor mir auf: "Ich habe den Sieg der Spanier in der Quidditch-Weltmeisterschaft vorher gesagt, ehe sie sich überhaupt dafür qualifiziert hatten". Ein schlacksiger Hufflepuff öffnete den Mund: "Sir, die Spanier haben noch nie..."

"Ruhe, Mister Laught!", erneut holte er tief Luft: "Ich besitze das Auge". So wie er es ausprach klang es, als würde er über den heiligen Gral reden. Lächerlich, wenn man mich fragte, aber Marlene klebte förmlich an seinen Lippen.

"Das...ähm...ist schön und freut mich für sie, aber jeder macht mal Fehler", sagte ich vorsichtig und lächelte beschwichtigend.

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"Warum zur Hölle, läuft bei mir alles auf Nachsitzen hinaus?", fragte ich bedrückt, während wir zum Mittagessen gingen. "Bin ich wirklich so schlimm?". "Nein!""Ein bisschen", sagten Marlene und Sirius gleichzeitig, letzterer fügte noch ein "aber auf eine sehr liebenswürdige Weise" hinzu, nachdem das Mädchen ihn mit einem entpörten Blick bedacht hatte.

Missgelaunt trottete ich durch den Korridor und stolperte zu allem Überfluss auch noch über den Saum meines Umhangs. Mit viel Schwung, landete ich auf dem rauen Steinboden und schlug mir die Knie auf: "Ich will mich einfach nur spontan übergeben, vor guter Laune". Beihnahe hätte ich mit dem Fuß aufgestampft, aber der Schmerz in meinen Beinen und meine unbequeme Haltung, hielten mich glücklicherweise davon ab.

Sirius hielt mir seine Hand hin und zog mich hoch. Als er Anstalten machte, mir den Staub von meinem Hinterteil zu klopfen, zischte ich: "Flossen weg!". Soweit kams noch, das Black mich nun auch noch begrapschte.

Ich meine, wie alt war er? Zwölf?
Und dann auch noch den Po. Ich hatte nie verstanden was Jungs an Ärschen, so toll fanden. Meiner Meinung nach, ware sie nichts als zwei Fettkissen und alles andere als ästhetisch.

Gut...irgendwie verstand ich, warum manche Menschen mich psychisch für nicht ganz auf der Höhe hielten.

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Everybody needs enemies  (Rumtreiber ff)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt