EIN GANZ DUMMES GEFÜHL

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Geschirrklappern und leise Gluckser der Zwillinge empfingen Elia am Frühstückstisch

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Geschirrklappern und leise Gluckser der Zwillinge empfingen Elia am Frühstückstisch. Angespannt zupfte er sich am steifen Kragen des Hemdes und widerstand der Versuchung, den obersten Knopf zu lösen. Der Stoff fühlte sich falsch und unbeugsam auf seiner Haut an; schien alles daran zu setzen, sich wie ein Strick mit jedem Atemzug enger um seinen Hals schmiegen. Er vermisste Kirans lockeren Sachen jetzt schon sehnlichst. Birgit sah auf, als er schließlich neben sie trat. „Hallo Mama." Er wich ihrem Blick aus.

„Elia." Sie legte das Brotmesser beiseite und schenkte ihm ein flüchtiges Lächeln. „Guten Morgen. Wir hatten vor heute Nachmittag nicht mit dir gerechnet. Hat Irene dich hergebracht?"

Er machte eine ruckartige Kopfbewegung, die hoffentlich als Nicken durchging. Es war keine Lüge, wenn seine Mutter nur das hineininterpretierte, was sie sehen wollte. Richtig? Wer's glaubt. Elia horchte in sich rein, doch da war nur tote Stille. Nicht mal sein sonst so verlässliches schlechtes Gewissen wollte sich gerade regen. Vielleicht war das genauso in einer dunklen Ecke seines Bewusstseins verreckt wie Justin.

Uff.

Michael Konrad fixierte ihn mit strenger Miene. „Ich hoffe, du fühlst dich nun wieder mit dir selbst im Reinen? Hast du verstanden, warum wir Angst um dich hatten?" Ich glaube, im Moment ist gar nichts mit mir im Reinen. Da hatte auch der Eimer Wasser nicht viel helfen können. Michael wartete nicht auf eine Antwort. „Wenn du gleich zur Schule fährst, wirst du diese Bücher in die Bibliothek zurückbringen und danach legst du mir bitte deinen Büchereiausweis auf den Tisch. Der Beutel steht im Flur."

Für einen kurzen Augenblick war Elia sich sicher, dass sein Vater noch etwas zu seiner Bestrafung sagen würde, doch da kam nichts weiter. Aber so war es ihm auch lieber. Elias Kehle war staubtrocken, als er die nächsten Worte herauspresste: „Mein Fahrrad ist n-noch an der Schule." Genau dort, wo er es zurückgelassen hatte, als Otis mit seinem Auto vorgefahren war. So viel war inzwischen passiert.

„Gut. Dann gehst du eben zu Fuß. Lass es dir eine Lehre sein. Neugierde ist viel zu häufig ein falscher Wegeleiter. Satans Brut ist kein Witz, Bücher über Dämonen und Hexenkram haben in unserem Haushalt nichts verloren." Er sprach Satan aus, als würde der Name ihm physisch in die Zunge schneiden. „Ich möchte bei der Arbeit nicht schon wieder einen Anruf von deiner Mutter bekommen, die sich Sorgen um deine Seele machen muss. Sorg dafür, dass das nicht wieder vorkommt." Und mit diesen Worten schob es sich einen Bissen Rührei in den Mund. „Jetzt setz dich, Sohn."

Marie klopfte auf den Stuhl zu ihrer Rechten und als Elia sich lustlos darauf plumpsen ließ, legte sie - natürlich ganz unschuldig - den Arm um seine Lehne. „Alles gut bei dir? Du siehst nicht so aus, als ob du viel geschlafen hättest." Oh, da war wieder die versteckte Spitze in ihrer Stimme. „Bist wohl spät ins Bett gekommen, wie? Im Gemeindehaus." Wissend grinsend kniff sie ihren Bruder durch die Holzstäbe hindurch in den Rücken. Das war eine klare Provokation. Elia biss einen Protestlaut zurück und funkelte sie nur finster an. „Hab' ich auch nicht. Geschlafen." Und er war eindeutig zu müde für Maries blöden kleinen Machtspielchen am Frühstückstisch.

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⏰ Letzte Aktualisierung: May 04 ⏰

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𝕰𝖓𝖈𝖞𝖈𝖑𝖔𝖕𝖆𝖊𝖉𝖎𝖆 𝕴𝖓𝖒𝖔𝖗𝖙𝖚𝖆𝖊Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt