sechzehn

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Schwer atment und schweiß bedeckt lagen wir nebeneinander auf dem Bett. Die dünne Decke bedeckte unsere heißen Körper und ein leises Lächeln lag auf unser beider Gesichter.
"Das war wundervoll.", seine Stimme war rau und hallte etwas in dem großen Raum. Ich drehte mich zu ihm um, um ihm in die Augen sehen zu können. Liam lag auf dem Rücken mit dem Gesicht zu mir und grinste mich an.
"Ja."
Er hob die Hand und strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr. Seine Finger zeichneten Muster auf meine Wange und unter seiner warmen Berührung schlief ich rast augenblicklich ein.

Ich wurde von leisem Schnarchen geweckt und als ich mir bewusst wurde, wo ich war, merkte ich auch den schweren Körper auf mir. Liam hatte sich halb auf mich gelegt. Sein Kopf lag auf meiner Brust und seine Beine waren mit meinen verknotet.
Mit einem Schlag wurde mir bewusst, was ich hier machte und mir wurde schlagartig heiß und kalt zugleich. Mir lief der schweiß über die Stirn und ich versuchte mich hektisch aus Liams Umklammerung zu befreien.
Ich habe Max betrogen. SCHON WIEDER! Das kann doch nicht war sein! Was ist bloß los mit mir, dass ich den Menschen die mir am meisten bedeuten immer weh tun muss?!
In windeseile krabbelte ich aus dem Bett und striff mir meine Jeans und meinen Pulli über. Mit einem letzten ekelerregten Blick auf Liam rannte ich raus. Den langen Gang entlang, die Treppe hinunter und vor die Tür. Ich atmete tief ein und zum erstem Mal in meinem Leben war ich froh über dem Geruch von Pisse und Marihuana. Der beißende Geruch vermischte sich mit klarer frischer Luft, die in meine Lunge strömte und mich wieder klar denken ließ. Langsam ließ ich mich -vollkommen außer Atem- gegen die Backsteinwand sinken und stütze mein.Gesicht in die Hände. Die beißend kalte Luft brannte auf meiner erhitzen Haut, doch es tat gut. Mir liefen heiße Tränen über die Wangen und tropften auf den Boden. Immer lauter schluchzte ich, von meinem wachsenden Selbsthass angetrieben. Ich hatte Max schon einmal betrogen. Damals aus Langeweile. Er hat mich erwischt, als ich mit seinem bestem Freund geschlafen hatte. Am Anfang war er stinksauer, wollte ihn zusammen schlagen, doch als er sich etwas beruhigt hatte, nahm er mich in den Arm und sagte, dass alles gut werden würde. Er sagte wir würden einen Weg finden und dass er mir alles verzeihen würde. Dann wischte er mir meine Tränen ab und küsste mich liebevoll.
Ich kann das nicht noch einmal machen! Aber ich habe es getan. Damals habe ich ihn fast verloren und es war die Hölle für mich, doch diesmal wird er mir nicht verzeihen. Diesmal werde ich ihn definitiv verlieren! Wie konnte ich ihm das nur wieder antun?!
Von lauten Schluchzern geschüttelt rappelte ich mich schließlich auf und schlich zu mir nach Hause.
Zuhause angekommen, schloss ich die Tür auf und schlurfte nach Oben in mein Zimmer. Ich ließ mich in mein warmes Bett fallen und weinte mich in den Schlaf.


Aus dem Leben einer Nutte.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt