Die Wand bricht mühelos in sich zusammen und bald stehen Harry und ich vor einem gezackten Loch auf ungefährer Augenhöhe. Wir spähen hinein, der Raum in Dunkelheit gebadet.
Ich bücke mich, um die Taschenlampe zu nehmen, die ich mit hochgebracht hatte, doch Harry packt mein Handgelenk.
"Schon okay," sagt er ohne seine Augen von dem Loch in der Wand zu nehmen.
"Kannst du durchgehen?" frage ich.
"Mal sehen."
Harry lässt mein Handgelenk los, als er nach vorne zu dem Loch langt, nach vorne tritt. Ich erhasche mich dabei mir mit allem was ich habe zu wünschen und zu hoffen, dass es funktionieren wird. Es muss funktionieren. Er muss durchkommen.
Ich beobachte wie seine Hand, gefolgt von seinem Arm, durch die Wand gleitet, und plötzlich stehe ich allein im Flur, spähe in den Raum hinein, um zu sehen wie sich Harry zu mir zurück dreht, seine Augen geweitet.
"Es hat funktioniert," sagt er, klingt so erleichtert das ich beinahe anfange zu weinen. Sein Gesicht bricht in ein Grinsen aus und ich lächle zu ihm zurück.
"Gott sei Dank," seufze ich, schüttle meinen Kopf. "Willst du, dass ich mit dem Licht reinleuchte, dass du dich besser umsehen kannst, oder...?"
"Noch nicht. Lass mich nur...kurz schauen."
Ich folge Harrys Silhouette mit meinem Augen, als er in dem ehemaligen Arbeitszimmer seines Vaters herumläuft. Als sich meine Augen mit der Hilfe von Licht im Gang, dass herein leuchtet, an die Dunkelheit in dem Zimmer gewöhnen, sehe ich wie alte Möbel anfangen, Gestalt anzunehmen. Ein riesiger Schreibtisch ist an die linke Seite geschoben, mit einem Gemälde an der Wand dahinter. Ich kann in der Dunkelheit nicht genau erkennen, was sich auf dem Bild befindet. Auf der gegenüberliegenden Wand sind noch mehr Gemälde, zusammen mit scheinbar alten Waffen- Schwertern, Speeren, Messern. Ich bemerke eine Lücke über unter den Waffen, die in einem riesigen rechtwinkligen Umriss leer ist.
"Mein Vater interessierte sich für die alte Zivilisation, besonders für ihr Militär und ihre Bewaffnung," sagt Harry, bewegt sich zu der Wand mit den Waffen. "Er hat solche Waffen jahrelang gesammelt und mir gesagt, dass ich sie niemals anfassen darf. Hier, das ist aus einem alten, chinesischen Reich. Und dieses Schwert ist aus dem alten Japan. Sie sind tausende von Jahre alt."
"Interessant," sage ich. Ich nicke zu dem leeren Platz unter den Waffen. "Was war da?"
Harry stoppt, nimmt seine Unterlippe zwischen seine Zähne und starrt die Lücke an. "Ich glaube..." Er kneift seine Augen zusammen. Dann weiten sich seine Augen plötzlich und er lässt seine Unterlippe zwischen seinen Zähnen los. "Ich glaube, da hing der Spiegel."
Ich trenne meine Lippen. "Oh mein Gott."
"Das bedeutet, dass...der Grund weshalb ich nicht durchgehen konnte war..." Harry sieht mich an. "Weil ich da drin umgebracht wurde."
Seine Worte fühlen sich wie ein Schlag in den Magen an, als ich zusehe wie er die Wand anstarrt, seine Augen bewegen sich nach unten, bis sie den Boden erreichen. Plötzlich bückt er sich, setzt sich in die Hocke und blickt auf etwas auf dem Boden.
"Jane," sagt er. "Leuchte hier hin."
Ich taste nach der Taschenlampe und schalte sie an, richte sie in Richtung Harry. Er langt auf den Boden, um irgendwas anzufassen.
"Da ist Blut auf dem Boden," sagt er.
Ich lasse die Taschenlampe aus Versehen auf den Boden vom Flur fallen und fluche, bücke mich um sie aufzuheben und leuchte wieder in den Raum. Harry steht nun, sieht mich mit großen Augen an und ich weiß, dass er direkt dort steht wo er umgebracht worden ist, es ist sein Blut auf dem Boden und er wurde dort umgebracht. Mein Magen dreht sich und mein Herz pocht gegen meinen Brustkorb, während wir uns anstarren.
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Phantom » German Translation
FanfictionDie tragische Liebesgeschichte von einem traurigen Mädchen und einem toten Jungen, die mitten unter Herzschmerz und Rätseln zusammenarbeiten müssen, um seinen Mörder zu finden und lernen, dass der Tod möglicherweise nicht das Ende ist. © Copyright 2...
