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Ich schaue mich im Spiegel an, bewundere die zierliche Kette, die um meinen Hals festgemacht ist. Der kleine Totenkopf und die gekreuzten Knochen fallen in die Mitte von meiner Brust, knapp über dem Saum meines Oberteiles.

Sie ist wunderschön.

Doch wie zur Hölle ist sie in die kleine Schachtel gekommen? Es ist eine Nacht her, seit ich sie dort gefunden hatte, und ich mache mich momentan fertig, um für den zweiten Tag in die Schule zu gehen. Trage ich die Kette für die Schule? Ich würde gerne. Sie ist so zierlich und emotional gefärbt, und irgendwie lässt sie mich fast ansehlich, anstatt launisch fühlen.

Ich habe das Gefühl, dass ich durchdrehen sollte, dass eine willkürliche Halskette in einer willkürlichen Schachtel aufgetaucht ist, in der ich ein willkürliches Foto gefunden habe, doch ich tue es nicht. Es ist fast wie ein kleines Geschenk, diese zufälligen Dinge, auf die ich stoße.

"Was auch immer," sage ich zu meinem Spiegelbild und greife herüber, um meine Tasche zu nehmen, lasse die Kette an.

Ich begebe mich die Treppen runter, schiebe meine dunklen Haare über meine Schulter. Die Sonne scheint heute; es reflektiert von den kleinen Kristallen, die an dem Kronleuchter im Foyer hängen.

"Morgen, Liebling," grüßt mich mein Vater von seinem Stuhl am Küchentisch. Er hält die Zeitung in seinem Schoß und ein Teller mit Eiern steht vor ihm. Er lächelt mich fröhlich an.

Ich nicke ihm zu und greife nach einer Banane aus der Obstschale.

"Jane, ich hab dir ein Toast gemacht," sagt meine Mutter, gießt Kaffee in eine Tasse.

"Ist schon in Ordnung," sage ich, schäle die Banane.

Meine Mutter zuckt mit den Schultern und nimmt einen Schluck von ihrem Kaffee.

"Ich sollte losgehen," sage ich, beiße in meine Banane und stecke einen Teil meiner Haare hinter mein Ohr.

"Okay, hab einen schönen Ta-"

Meine Mutter hört aprubt auf zu sprechen, ihre Augenbrauen gerunzelt. "Jane," sagt sie und ich höre auf mich zu bewegen, sehe zu ihr zurück.

"Hmm?"

"Neue Kette?"

Meine Hand fliegt zu dem Totenkopfanhänger. Ich höre auf zu kauen, schlucke schnell.

Sie tritt zu mir, schaut mit zugekniffenen Augen auf den Anhänger. "Ein Totenkopf?"

"Ähm...ja. Ich hab sie bei, ähm...Claire's gefunden."

"Claire's? Du hasst dieses Geschäft seit du zwölf bist," merkt mein Vater an.

"Ich hab sie im Schaufenster gesehen und wollte sie einfach," sage ich, weiche von meiner Mutter zurück, die begonnen hat ihre Hand auszustrecken, um den Totenkopf zu berühren.

Meine Eltern tauschen einen Blick aus.

"Kann ich jetzt gehen?" frage ich. "Ich komme zu spät."

"Ja. Hab einen schönen Tag," sagt mein Vater, sieht auf die Zeitung zurück.

Ich atme auf und gehe durch die Hintertür, laufe um die Seite des Hauses zu meinem Auto.

Letztendlich bin ich nicht zu spät zur Schule gekommen. Eigentlich bin ich früh dran, und ich vertreibe Zeit indem ich in dem Klassenzimmer meiner ersten Stunde an meinen Nägeln kaue.

"Hi."

Ich sehe zu Max herüber, der sich neben mich gesetzt hat, auf den selben Platz auf dem er gestern war.

Phantom » German TranslationWo Geschichten leben. Entdecke jetzt