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Ich sitze leise auf der Couch, meine Hände in meinem Schoß zusammengefaltet. Mein Vater steht vor mir, sieht in Richtung Küche wo er hören kann wie meine Mutter ihre Sachen abstellt.

"Ich bin Zuhause," ruft sie, ihre Absätze klacken auf den Küchenfliesen.

"Wir sind hier, Caroline," sagt mein Vater.

Sie läuft ins Wohnzimmer und hält abrupt an, Verwirrung überkommt ihre Gesichtszüge. "Was ist los?" fragt sie langsam.

"Ich habe Jane vorhin von der Polizeiwache abgeholt," sagt mein Vater. "Sie hat die Halskette von einer ihrer Klassenkameradinnen gestohlen."

"Nein, habe ich nicht," sage ich.

Mein Vater ignoriert mich. "Ihr wird ein Vergehen vorgeworfen, und ein Gerichtstermin ist für Ende des Monats angesetzt."

"Jane?" fragt meine Mutter, erniedrigt.

"Das ist alles eine Lüge!" sage ich, habe es satt die Böse zu sein. "Ich habe die Kette nicht gestohlen! Mom, ich war es nicht. Ich schwöre es."

Sie schürzt ihre Lippen. "Ich versuche das zu verstehen," sagt sie, schüttelt ihren Kopf. "Erzähl mir genau was passiert ist."

Mein Vater öffnet seinen Mund um es ihr zu sagen, doch sie hebt eine Hand hoch. "Ich will es von Jane hören," sagt sie.

Ich setze mich auf und übermittel ihr die ganze Geschichte, so wie ich es vor ein paar Minuten bei Harry in der Lichtung getan habe. Ich hoffe einfach, dass sie nicht so wütend wird wie er anfangs.

"Es war die Totenkopfhalskette," beende ich. "Die, die ich an meinem ersten Schultag getragen habe, du hast es gesehen, Mom. Ich habe sie nicht gestohlen; ich kannte Ava zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal!" Die Ereignisse des Tages holen mich ein, und meine Augen füllen sich mit entkräfteten Tränen.

Meine Mutter setzt sich neben mich auf die Couch, hüllt einen Arm um meine Schultern. Ich atme tief durch, als mir meine Mutter meine Haare aus dem Gesicht streicht, sie zu einem Pferdeschwanz zusammenbindet.

"Morgen gehen wir auf die Wache und ich werde der Kriminalbeamtin sagen, dass ich gesehen habe das du die Kette getragen hast," sagt sie ruhig. "Wir bringen das wieder in Ordnung."

"Warte, also glaubst du mir?" frage ich geschockt. Sie ist die erste an diesem Tag, die auf meiner Seite steht.

"Natürlich glaube ich dir," sagt sie, streicht sanft über meine Wange. "Du bist meine Tochter, und ich weiß das du diese Kette vor heute hattest."

In solchen Momenten bin ich froh, dass meine Mutter Grundschullehrerin ist. Sie hat diesen gelassenen Ton, den sie benutzt, und sie weiß genau wie man jemanden beruhigt. Sie lässt alles okay klingen, und das am Ende alles gut werden wird.

Mein Vater scheint nicht zu wissen, was er sagen soll. Ich schätze ich kann ihm das nicht wirklich verübeln. Er ist immer einer gewesen, der voreilige Schlüsse zieht. Ich teile diese Qualität mit ihm- das habe ich von ihm.

"Geh hoch und nimm eine Dusche," sagt meine Mutter, küsst mich auf die Schläfe. "Alles wird gut werden, und Karma wird diesen Mädchen in den Arsch treten."

Es ist eine Weile her gewesen, seit ich meine Mutter fluchen gehört hatte, und ich lache ein bisschen.

Ich gehe hoch in mein Zimmer, schließe die Tür. Auch wenn die Sachen mit dem Gesetz scheinen als würden sie sich wieder einrenken, spüre ich immer noch ein Stechen in meiner Brust, wissend das ich nicht mehr im Besitz von der Kette bin. Sie fing an ein besonderer Gegenstand für mich zu werden, so wie sie es für Harry ist. Ich weiß sie wird immer besonderer für ihn sein, doch es ist ein kleiner Teil von ihm der lebendig zu bleiben scheint, auch wenn er es nicht ist.

Phantom » German TranslationWo Geschichten leben. Entdecke jetzt