Luces Mincer.
Wir waren heute Abend mit Amanda Woods verabreden. Naja, genauer gesagt war mein Dad mit Ihr verabredet, aber er schleppte mich immer wieder mit sich: Kommt Symphytischer, sagt er, wenn Ich Ihn frage wieso. Aber heute sollte anders werden, den Grayson, mein bester Freund, Kumpel und zukünftiger Beta sollte ebenfalls mitkommen. Als Ich Dad DARAUF ansprach, kam nur ein grinsendes „wirst Du schon noch sehen"
Im Auto war mein Innerer Wolf mit den Nerven durch. „Fenris- fragte Ich in meinen Kopf- Was stimmt nicht? Rudelkonflikte? Überschreiten die anderen die Grenzen?" „Nein -antwortete dieser aufgeregt- Nein, es ist viel schlimmer, oder besser, wirst DU schon sehen, Du weißt ja nicht wen Du heute triffst!!" und danach antwortete er nicht mehr.
Der Fahrer hielt vor der riesigen Villa von Amanda. Sie baute um, mein erster Gedanke. Ich war schon eine Weile nicht mehr hier, aber ein Duft, eine Frische, süßliche Fährte stieg mir mit einem Stechen in die Nase, das das Monster in mir zu wecken versuchte: „Mate", knurrte Ich und presste mir verwirrt eine Hand auf den Mund, um zu sehen, ob mich jemand beobachtet hatte. Meine Mate? Hier? Bei Amanda?
Aber Amanda hatte keine Kinder, auch keine Verwandtschaft, hier in Florida. Ich blickte zu Grayson, der mit verträumten Gesichtsausdruck die Luft einsog: „Geschwister, vermutlich gestern angereist...Luc, die eine ist meine Mate...", hauchte er, mit dem Gesichtsausdruck einer Elfe, mit gespitzten Ohren, um Stimmen aus dem Inneren des Anwesens zu vernehmen. Natürlich war das selbst für einen Jungen Werwolf, mit perfekt funktionierenden Ohren, ein Ding der Unmöglichkeit.
„Die andere ist meine!", sagte Ich mit einem Grinsen auf den Lippen, das Grayson zurück in die Wirklichkeit riss: „Du scherzt oder? Du nimmst mich auf den Arm..."
„Nein", wiederholte Ich, mit unauffälligem Seitenblick auf meinen Dad, der dem Chauffeur erklärte, wann er uns abzuholen hätte. „Sie ist es wirklich..."
Grayson schlug ein, gab mir ein High Five und rief: „My Brother from another Mother" und zwinkerte mir zu. Okay, wieso nicht, dachte Ich, das war mein Beta. Zusammen aufgewachsen, alles erlebt was zur Kindheit dazugehört. Die ersten Reißzähne, die Erste Verwandlung, jetzt eine Mate...man waren wir alt geworden.
Einer der Butler öffnete uns die Tür, Dad erkannte den Mann man mit dem neutralen Gesichtsausdruck sofort: „Kent alter Junge, Du bist ja immer noch da", jubelte er Ihm zu und tatsächlich schien sich dieser über meinen Vater zu erfreuen, auch wenn er keine Miene verzog: „Master James...Master Luces...Grayson...sie werden bereits im Speisesaal erwartet", meinte er ergebenst und lief dann voraus, bevor ein anderes Hausmädchen die Türe hinter uns schloss.
Natürlich waren wir zu langsam. Dad und Kent rannten förmlich durch die Gänge und Grayson und Ich blieben zuerst an einem schrägen Gemälde hängen, auf dem Amanda mit Heiligen Schein und in Tüchern gekleidet vor Ihrem Anwesen kniete. Hoffentlich ein Geschenk und keine angeforderte Sonderanfertigung, hoffte Ich und wollte schon meinem Vater hinterher, als mich dieser Duft einschloss und Ich suchend den Kopf drehte. Amanda war kein Wolf, die Leute hier waren unwissend, mahnte Ich mich, riss den Kopf hoch und versuchte nicht einzuatmen, um nicht wie ein Bluthund durch die Flure zu streifen. Du verängstigst sie sonst...
„Ich rieche sie", feierte Grayson, stellte sich vor die Treppen, rannte hoch und wieder herunter: „Hey, wenn Dich jemand sieht, dann weisen sie dich direkt in eine Anstalt ein!", knurrte Ich und schnupperte nochmal, fast unbewusst an der Luft: „Wir müssen da lang, die anderen warten sicher schon und fragen sich wo wir bleiben..."
Sie roch nach Erdbeeren und einem Hauch von Schokolade. Dem Geruch folgend, suchte Ich alles mit den Augen ab, hoffte auf Hinweise, ein Foto oder ein Portrait von Ihr. Mir war als könne Ich Ihre Schönheit riechen, dann sah Ich sie. Neben Amanda und gegenüber von Dad standen zwei Mädchen. Die eine mit Dunklem Haar, die andere mit Honigblondem.
Sie sah mich an.
Und da wusste Ich es. Nie wieder wollte Ich sie gehen lassen, wollte ewig vor Ihr stehen und in Ihre blauen Augen starren, die mich fast schon magisch in Ihren Bann zogen. Ich kontrollierte mich unter größter Anstrengung, hatte Angst, dass sie die Schweißperlen bemerkte, die sich auf meiner Stirn bildeten und schaffte es gerade so nicht über sie herzufallen wie ein aufgeregter Golden Retriever.
„Das ist James- räusperte sich Amanda- wir arbeiten zusammen und das sind Luces, sein Sohn und Grayson. Meine Herren, das sind meine beiden Nichten Mel und Jinger"
James reichte Ihr die Hand, verstärkte seine Haltung, als wollte er sich vor Ihr beweisen. Danach schüttelte Grayson Ihre Hand und obwohl Ich wusste das er nur an Ihrer Schwester interessiert war, verkniff Ich mir ein knurren. Er wagte es der zukünftigen Luna, der Mutter der nächsten Alphas, meines Kindes, er wagte es, meine Gefährtin zu verdrängen und zu ignorieren. Es war Beleidigung für mein Blut, für seinen Rang, aber Ich riss mich zusammen, gerade so.
Aber dann endlich, da kam sie zu mir. „Luces, richtig?", Ich nickte und ergriff zögernd Ihre weiche Hand: „Der bin Ich –Ich grinste sie an, dachte, Luc, sei jetzt nicht dumm, sag irgendetwas und sprach das erste aus, das mir in den Sinn kam- Mel, ist das eine Abkürzung?"
Innerlich verprügelte Ich mich, Fenris verprügelte mich, meine Gedanken verprügelten mich, aber äußerlich war Ich cool, grinste selbstsicher und hoffte das sie das spürte, dieses kribbeln und die Wärme, die sich in meinem Körper ausbreitete, von der Stelle aus, von der sie mich berührte.
„Ja, mein Name ist Melanie, aber...nenn mich doch bitte Mel", Ihre Stimme, Ihre wundervolle Stimme jagte mir einen warmen Schauer übers Rückgrat. Sie lehnte sich, unmerklich für alle und vermutlich auch sich selbst nach vorne, zu mir, Ihrem Seelenverwandten. Sie musste es auch fühlen, das musste sie, aber war sie denn keine Wölfin? Wieso nicht?
Plötzlich riss sie sich von mir los, als hätte sie meine Gedanken hören können, und lief los, zu Tisch, wo Ich mich zögernd, fast schon unruhig auf einen Stuhl neben sie fallen ließ. Im Notfall würde Ich sie verwandeln, damit sie nicht schwach wäre. Ein grinsen bahnte sich den Weg über mein Gesicht: „Dann kann sie dich wenigstens nicht ablehnen, sie muss sich unserem Willen beugen, Alpha", wisperte Fenris, Ich musste sie nur noch für mich gewinnen.
Während sie versuchte sich Ihren Hunger nicht anmerken zu lassen und Ihn durch gute Tischmanieren zu überspielen, studierte Ich völlig benommen von Ihrer Schönheit Ihre Gewohnheiten. Sie redete gerne, zwar absoluten Schwachsinn, aber es war niedlich und Ich merkte, wie die Stimmen aller anderen langsam in den Hintergrund gerieten und Ich nur Ihre Lieblichkeit in meinen gespitzten Wolfsohren vernahm.
Ich war froh darüber sie hier zu haben, neben mir am Tisch, Ihre Augen nur auf mich gerichtet. Es war, als würde Ich die Zukunft in Ihren Augen erkennen, das Leben das mir vorstellte. Es gab viel das Ich so anders machen wollte, als mein Vater Alpha wurde, kurz bevor meine Mutter verschwand, hatte er alles verloren. Er wurde der starke Alpha des Rudels, aber er hatte kein Herz mehr, keine Gefährtin, keine Luna. Ich war froh, dass Ich mich nicht reden hörte, so viel Schwachsinn, über den meine Zukünftige lachte und mit mir sprach. Ich würde töten für sie, Ich würde alles tun, dachte Ich zunehmend, mit jeder Sekunde die sie in meine Augen sah, die sie neben mir saß und lachte. Ich würde sie beschützen, vor allem und vor jedem.
Ich hörte die Stimme meines Vaters, wie das Surren einer lästigen Fliege, direkt an meinem Ohr, aber verdrängte es, bis Melanie aufstand, dann Grayson und das andere Mädchen. Zuhören hätte Ich sollen, lachte Ich, aber Ich wies Grayson an dem Mädchen zu folgen, das die Treppen nahm und hinter Mel in die andere Richtung schlenderte. Und dann war Ich allein mit Ihr...
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Neues Leben (Band 1) *Überarbeitung abgebrochen*
Werewolfleben und leben lassen, Ich brauchte niemanden mehr außer meiner Schwester. Wenn Ich den Polizist zitierte, war Ich das "abgebrühte Londoner Waisenkind", das nun bei seinen Großeltern aufwuchs. Ich war sechs Jahre alt gewesen, als meine Eltern tot...
